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Schülerfirma „My Daim“ startet durch

Ludwigsfelde Schülerfirma „My Daim“ startet durch

Ein tolles erstes Geschäftsjahr legt die Schülerfirma „My Daim“ aus Ludwigsfelde hin – alle Erwartungen der jungen Gastronomen von vor einem Jahr sind weit übertroffen.

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Blick auf das im Frühjahr von den Schülern präsentierte 110-Personen-Buffet.

Ludwigsfelde. In der Schülerfirma „My Daim“ steht ein Geschäftsführer-Wechsel an: Die 16 Jahre alte Chefin Jennifer Wawrzyniak hat die 10. Klasse an der Gottlieb-Daimler-Oberschule Ludwigsfelde hinter sich, sie verlässt Firma und Schule. Ihren Nachfolger Ole Guy – 13 Jahre alt und in der 7. Klasse – hat sie eingearbeitet. Und gemeinsam mit den anderen sechs Beschäftigten und ihrem betreuenden Lehrer Stephan Hintze waren sie diese Woche in der Staatskanzlei in Potsdam. Dort wurde die Schule geehrt und bekam den Titel „Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung“ für weitere vier Jahre verlängert. Auch wegen Projekten wie diese Schülerfirma.

„My Daim“ ist eine gastronomische Firma, ein Schülercafé mit selbst gemachten Hot Dogs, mit Burgern, kleinen Süßigkeiten und Getränken. Geöffnet ist zu den drei großen Pausen: 8.50 bis 9.10 Uhr, 10.30 bis 10.50 Uhr und 12.10 bis 12.55 Uhr. Wer Dienst hat, holt den Schlüssel aus dem Sekretariat. Die scheidende Chefin erzählt: „Wir sind eine Ergänzung zu unserer Caféteria, weil dort die Plätze oft nicht reichen.“ Als ihr Lehrer voriges Jahr mit der Idee kam, aus der seit 1994 existierenden Arbeitsgemeinschaft Schülercafé eine richtige Firma zu machen, waren die Jugendlichen Feuer und Flamme. „Wir waren total begeistert, das zu probieren. Sowas kannten wir aus dem ganzen Landkreis bisher nicht“, erzählt Jennifer Wawrzyniak.

Statt Lohn gibt es dieses Jahr Kinokarten

Und dann erklären sie und die anderen vor und hinter dem Tresen, wie ihre Firma funktioniert: Aus steuerlichen Gründen arbeitet sie unter dem Dach des Schulfördervereins. Die Jugendlichen planen Einkäufe, Dienstpläne, Abrechnungen, Reinigung, Ausschreibungen oder Investitionen, ihr Lohn ist kein Geld, sie bekommen Sachleistungen. In diesem Jahr sind es Kino-Gutscheine. Finanzchef ist Leon Schindler, Joel Kurth kümmert sich um Personal, Thomas Wernecke und Darvin Wutzler kaufen ein, sauber machen müssen alle reihum. Lehrer Stephan Hintze kümmert sich um schwere Getränkekästen aus dem Großmarkt, bleibt im Hintergrund Manager und Berater und trägt letztlich die finanzielle Verantwortung.

Die Ex-Chefin erzählt, dass sie im September mit 100 Euro begonnen hatten. „Dieses Geld wollten wir bis zum Schuljahresende verdoppeln, von Verlust waren wir erst mal nicht ausgegangen“, sie lacht. Dass diese Vorstellung weit übertroffen wurde, liegt an ihrer aller Ernsthaftigkeit. So gibt es Arbeitsverträge, denen die Eltern zustimmen müssen, für neue Mitarbeiter gibt es vier Wochen Probezeit, alle haben Urlaub und bei Noten-Verschlechterung wird Zwangsurlaub angeordnet. Sport- und Geografie-Lehrer Hintze ergänzt: „Wir hatten auch schon zwei Abmahnungen und eine Kündigung...“ Feuertaufe für das Team von „My Daim“ war im Frühjahr das Catering für eine Fachtagung an der Daimler-Oberschule mit Minister und 110 Gästen aus ganz Brandenburg. „Das mussten wir Wochen vorher planen, damit in der entscheidenden Stunde auch alles klappte: Alles pünktlich und optisch gut fertig haben, alle Gäste im Blick behalten und dezent bedienen“, erzählt Jennifer Wawrzyniak.

Nächste Investition: eine Registrierkasse

Stephan Hintze ist stolz auf seine jungen Gastronomen: „Ein Schulrat und der Schulamtsleiter haben sich bei ihnen hinterher persönlich bedankt  – das macht natürlich Mut.“

Jennifer Wawrzyniak ist traurig, dass sie gehen muss und hofft, von ihren Mitarbeitern nicht vergessen zu werden. Die planen jetzt die nächsten Investitionen: „Wir brauchen unbedingt eine Registrierkasse“, erklärt Nachfolger Ole Guy.

Von Jutta Abromeit

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