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Teltow-Fläming Schülerfirmen sind lebensnaher Unterricht
Lokales Teltow-Fläming Schülerfirmen sind lebensnaher Unterricht
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14:10 04.11.2016
Lehrer Lorenz Engel (M.) betreut die Schüler auch beim Kochen. Quelle: Danilo Hafer
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Dahmeland-Fläming

Zehn Minuten haben Mariam, Alham, Maged, Jan und Maryam noch Zeit, bis 20 hungrige Schüler den Pausenraum der Johann-Gottfried-Herder-Oberschule in Königs Wusterhausen stürmen. Doch die Kartoffeln sind noch nicht warm genug. Jetzt wird es langsam eng. „Die Kartoffeln müssen mindestens 68 Grad Celsius haben, sonst dürfen wir sie nicht rausgeben“, erklärt Lehrer Lorenz Engel. Unter seiner Anleitung sind die fünf Schüler an diesem Tag in der Schülerfirma tätig, die sich täglich um das Mittagessen an der Schule kümmert.Vor etwas über zwei Jahren wurde das Projekt ins Leben gerufen.

Aus der Not geboren

„Wir haben damals einen Anbieter gesucht, der die Versorgung übernimmt, konnten aber für unsere kleine Schülerzahl niemanden finden, der das macht“, so Engel. Also wurde aus der Not heraus eine Schülerfirma gegründet. Anfangs engagierten sich rund sechs bis acht Mädchen. Als diese die Schule verließen, sei es schwierig gewesen neue Schüler zu finden, sagt Engel. „Wir haben dann das klassische Modell der Schülerfirma aufgegeben und sie in das Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik integriert.“ So sei jeder Schüler regelmäßig in der Küche aktiv.

Rund 140 Schülerfirmen in ganz Brandenburg

Elf Schülerfirmen aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sind derzeit auf der Internetseite der Servicestelle Schülerfirmen gemeldet. Die vom Land finanzierte Stelle betreut einen Großteil der Brandenburger Schülerfirmen und steht den Schulen mit Rat und Tat zur Seite. „Inzwischen gibt es im ganzen Land rund 140 Schülerfirmen, damit ist Brandenburg ganz vorne mit dabei“, sagt Mitarbeiter Thomas Schöler. Jedes einzelne Projekt sei deshalb so toll, weil die Schüler etwas fürs Leben lernen. „Und wenn sie mit richtigen Firmen ins Gespräch kommen, haben die Schüler auch wirklich das Gefühl, ernst genommen zu werden“, so Schöler. Ums reine Geldverdienen ginge es bei den Schülerfirmen nicht.

„Die Schüler müssen Verantwortung übernehmen“, sagt Lehrerin Elke Schmidt. Sie betreut seit fast 25 Jahren die Schülerfirma Artiphex am Humboldt-Gymnasium Eichwalde. Ursprünglich umfasste das Leistungsspektrum der kleinen Firma vor allem das Erstellen von Internetseiten. „Als wir aber merkten, dass die Nachfrage nach solchen Angeboten deutlich sinkt, weil die Leute einfach viel mehr selbst machen, haben wir uns etwas Neues überlegt“, erzählt Elke Schmidt.

Ausgezeichnete Schülerfirmen

Das Fontane-Gymnasium in Rangsdorf unterhält auch eine Schülerfirma. „Fontane-Carevent“ organisiert Veranstaltungen aller Art, wie etwa Schulfeste oder Filmabende und arbeitet dabei mit verschiedenen Partnern zusammen. Die Schüler kümmern sich um alles, vom Aufbau bis zur Verpflegung. Bleibt nach Abzug aller Kosten ein Gewinn übrig, wird das Geld gespendet.

Die Lavendelkinder der Ernst-Busch-Grundschule aus Königs Wusterhausen stellen verschiedene Produkte aus Lavendel her und vertreiben diese anschließend. Hier lernen schon Drittklässler, was es heißt, ein Unternehmen zu managen. Die Finanzen bleiben dabei aber fest in Lehrerhand. Für ihre Produktpalette erhielten die Schüler bereist eine Auszeichnung.

Heute ist die Firma in zwei Bereiche unterteilt. So gibt es den Humboldt-Shop, in dem alles vom Schulplaner bis zum Logo-Shirt vorhanden ist. Der zweite Bereich ist SchuFo, bei dem sich zwei engagierte Schüler um die Klassenfotos der Schule kümmern. Rund 20 Jungen und Mädchen betreuen derzeit den schuleigenen Shop. „Die Schüler gestalten die Logos selbst und bedrucken zum Schluss auch die T-shirts in Eigenregie“, erklärt Elke Schmidt. Darüber hinaus gibt es zwei Geschäftsführer sowie Schüler, die sich um die Buchhaltung und die Werbung kümmern. „Da wir die Schulplaner bei einem richtigen Verlag drucken lassen, müssen die Schüler vorher natürlich genau kalkulieren, dass auch alle Kosten gedeckt sind“, sagt die engagierte Lehrerin.

Lehrer: Unterricht soll lebensnah sein

Auf jeden Cent muss auch Lorenz Engel mit seinen Schülern in der Schulküche achten. „Derzeit bieten wir ein Mittagessen für drei Euro an, wenn unser Partner aber irgendwann mal seine Preise erhöhen sollte, können wir das natürlich nicht mehr halten“, betont Engel. Doch ums Geldverdienen geht es auch in Königs Wusterhausen nicht. Die Schüler sollen ganz konkret auf das Berufsleben vorbereitet werden.

Die Schüler lernen nicht nur wie man richtig auftischt oder Eier brät. „Jeder der den Kurs durchläuft, bekommt auch einen Hygieneausweis und kann somit direkt in einer Küche arbeiten“, erklärt Lorenz Engel. Darüber hinaus lernen die Schüler viel über Warenkunde und – was für den Lehrer noch wichtiger ist – in einem Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. „Der Unterricht soll lebensnah sein“, so Engel.

Mit knapp fünf Minuten Verspätung hat es das Küchenteam dann auch an diesem Tag wieder erfolgreich geschafft, das Essen auf den Tisch zu bringen. Diesmal gab es an der Herder-Oberschule einen Klassiker: Spinat mit Kartoffeln und Rührei.

Von Danilo Hafer

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