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Teltow-Fläming Schülerzeitungen aus der Region räumen ab
Lokales Teltow-Fläming Schülerzeitungen aus der Region räumen ab
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05:25 13.03.2018
Landtagspräsidentin Britta Stark gratuliert vier Machern der „Schillischote“ vom Königs Wusterhausener Schiller-Gymnasium zum ersten Platz. Quelle: Landtag Brandenburg / Stefan Gloede
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Dahmeland-Fläming

Für das, was die Redaktion der Königs Wusterhausener Schülerzeitung „Schillischote“ am Montag hinlegte, hatten die alten Römer einen treffenden Spruch: „Venerunt, viderunt et vicerunt“. Sie kamen, sahen und siegten.

Erst seit September gibt es die Zeitung überhaupt. Sie wird nur von ein paar Fünftklässlern gemacht, Lehrer dürfen nicht mitreden, Eltern schon gar nicht. Auch produziert wird alleine. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen? – sahnte die „Schillischote“ am Montag beim Landeswettbewerb der Schülerzeitungen im Potsdamer Landtag gleich den 1. Platz in der Kategorie „Grundschulen“ ab. 500 Euro gibt es dafür – und natürlich Ruhm und Ehre.

Auch den dritten Preis bei den Grundschulen holte eine Schule aus der Region Dahmeland-Fläming: die Großziethener Paul-Mahr-Grundschule mit ihrer „Paulie“.

Grundschulen der Region traditionell stark

Der Schülerzeitungswettbewerb wird jährlich von der Jugendpresse Deutschland und den Ländern veranstaltet. Zahlreiche Redaktionen nehmen daran teil, sie bewerben sich selbst mit einer Ausgabe und einem ausführlichen Anschreiben. Eine Jury kürt die Sieger – und bei den Grundschulen hatte die Region Dahmeland-Fläming auch einen Ruf zu verteidigen.

Die „Reporterkids“ aus Größ Köris etwa gehörten in den vergangenen Jahren oft zu den Gewinnern, 2015 holten sie sogar den Bundessieg. Auch die „Paulie“ wurde seit ihrer ersten Teilnahme im Jahr 2010 mehrfach ausgezeichnet, im vorigen Jahr wurde sie sogar Erster. Dass sie diesmal als Dritter aufs Treppchen gerufen wurde, war deshalb zwar nicht selbstverständlich – aber doch weniger überraschend als der Sieg der „Schillischote“.

Wobei auch die „Schillischote“ eine Vorgeschichte hat. Die Zeitung wurde Anfang des Schuljahres von Frieda Rudolph ins Leben gerufen – einer Zehnjährigen, die gerade in die Schnellläuferklasse des Königs Wusterhausener Friedrich-Schiller-Gymnasiums-gewechselt war. Vorher hatte sie die Groß Köriser Grundschule „Schenkenländchen“ besucht – wo sie ein Teil der „Reporterkids“ war, und zwar unter Anleitung ihrer Mutter, Anett Rudolph.

Redaktionskonferenzen in ruhigen Schulecken

„Auf der neuen Schule wollte sie unbedingt wieder eine Zeitung gründen“, erzählt Anett Rudolph. Die Mutter riet der Tochter zu. Sie selbst wollte aber nicht mehr aktiv werden. „Ich habe ihr gesagt: Wer in die Schnellläuferklasse geht, der muss das alleine hinbekommen“, erzählt sie. Also suchte sich Frieda interessierte Mitschülerinnen, und zog sich mit ihnen während der Pausen in ruhige Ecken zurück, wo sie gemeinsam und ohne fremde Hilfe ihre ersten Ausgaben planten.

Inzwischen sind drei Zeitungen erschienen. Die erste zum Thema „neu“, die auch zum Wettbewerb eingereicht wurde. Dann eine Weihnachtsausgabe, und als drittes eine Ausgabe zum Besuch der Kinder im Schloss Bellevue – inklusive Interview mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD).

„Wir haben gedacht, dass es ein kurzes Interview wird. Ich meine, er ist der Bundespräsident. Wie viel Zeit wird der sich wohl nehmen für Kinder?“, erzählt Frieda. Am Ende wurde es eine ganze Stunde, Steinmeier beantwortete Fragen nach Schulstreichen, Zensuren und Dingen, die er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Eine Schlossführung gab es obendrein – worüber die Leser dann ausführlich informiert wurden.

Auch der Schulleiter bekommt die Zeitung nicht vorher zu sehen

Die Redaktion ist in ihrer Arbeit völlig selbstbestimmt, jeder liefert, was und wann er will. Auch der Schulleiter bekam die erste Ausgabe erst am Tag der Veröffentlichung in die Hände.

Die Reichweite ist noch überschaubar. Im Grunde richte sich die Zeitung an die Klassenkameraden, erzählt Frieda. So erklärt sich, weshalb die Zeitung noch in der Kategorie Grundschulen starten durfte – die 5. Klasse zählt noch zur Unterstufe.

Die Mitschüler müssen aber nichts dafür bezahlen. Die Zeitung ist kostenlos, die Druckkosten werden über Kuchenbasare wieder reingeholt. Dass es damit jetzt zum Sieg beim Landeswettbewerb reichte, darüber war Frieda gestern ganz aus dem Häuschen. „Natürlich ist es toll, dort zu stehen und den Preis zu bekommen“, sagt sie. Das Preisgeld soll in den Druck der nächsten Zeitungen gehen.

Redaktionsarbeit als AG bei der „Paulie“

Bei der „Paulie“ aus Großziethen, ist alles schon eine Nummer größer. Die Zeitung ist inzwischen mehr als zehn Jahre am Markt, sie wird von Lehrerin Sylvia Nitsch und rund 20 Schülern in einer beitragsfreien Arbeitsgemeinschaft produziert. Es gibt klare Abläufe, klare Produktionstermine, sogar eine Hierarchie und einen festen Preis. 50 Cent für Kinder, ein Euro für Erwachsene.

Die Leser bekommen dann aber auch vier mal im Jahr ordentlich Lesestoff für ihr Geld. „Wir produzieren im Schnitt 40 Seiten, aber wenn wir mehr Texte haben, können es auch schon mal 60 werden“, erzählt Sylvia Nitsch.

Die Englisch- und Deutschlehrerin betreut das Projekt schon seit einigen Jahren, und die Erfahrungen, die sie über die Jahre gesammelt hat, merkt man der Zeitung auch an. „Wir achten darauf, dass die Themen ausgewogen sind“, sagt sie. Ein bisschen Schule, ein bisschen Buntes, ein bisschen Sport, ein bisschen große Welt.

250er Auflage – das kostet

Die farbige Sparkassen-Anzeige auf der letzten Seite wirkt professionell und spielt auch noch Geld in die Kasse. „Wir bekommen zwar auch etwas von der Gemeinde, aber wenn eine Ausgabe 60 Seiten hat, dann sprengt das schon den finanziellen Rahmen“, sagt Sylvia Nitsch. Zumal pro Ausgabe 200 bis 250 Stück von der „Paulie“ produziert werden.

„Das ist schon eine wahnsinnige Arbeit, die die Kinder da leisten, aber sie haben großen Spaß dran, die Zeitung zu entwickeln und das Produkt am Ende in den Händen zu halten“, sagt sie. Letztens habe ihr eine ehemalige Schülerin sogar Blumen vorbei gebracht, um sich dafür zu bedanken, wie viel sie bei der Arbeit mit der Zeitung gelernt hat.

Für die Platzierten gab es am Montag noch eine zusätzliche Ehrung. Sie durften zum RBB, sich dort in den Produktionsstätten umschauen und Mitarbeiter interviewen. Die Texte darüber werden sicher in den nächsten Ausgaben der „Schillischote“ und der „Paulie“ zu lesen sein.

Von Oliver Fischer

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