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Teltow-Fläming Schule gegen sexuelle Gewalt
Lokales Teltow-Fläming Schule gegen sexuelle Gewalt
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16:16 26.06.2018
Sexuelle Gewalt gegen Kinder soll vermehrt in den Schulen thematisiert werden. Quelle: Foto: dpa
Dahmeland-Fläming

Schulen im Dahmeland-Fläming könnten schon bald Teil einer Initiative gegen sexuelle Gewalt an Kindern werden. Das Brandenburger Ministerium für Jugend und Bildung ist am 16. Juni in die bundesweite Kampagne „Schule gegen sexuelle Gewalt“ eingestiegen. Alle Schulen im Land können sich nun daran beteiligen.

Schulen sollen Konzepte entwickeln

Ziel der Initiative ist es, an Schulen Konzepte zum Schutz der Kinder zu entwickeln und das Lehrpersonal fachlich zum Thema sexueller Kindesmissbrauch weiterzubilden. Aus dem Brandenburger Bildungsministerium in Potsdam heißt es, Lehrer müssten nicht nur Präventionsarbeit leisten sowie Kindern und Jugendlichen soziale Werte und gesellschaftliche Normen vermitteln, sondern auch in der Lage sein, in eventuellen Notsituationen richtig zu handeln.

Auf MAZ-Nachfrage teilte das für den Landkreis Teltow-Fläming zuständige staatliche Schulamt in Brandenburg an der Havel mit, man habe die Kampagne im Rahmen der Schulleiterberatungen durch die regionale Schulaufsicht thematisiert. Kerstin Niendorf, Leiterin des staatlichen Schulamtes in Brandenburg an der Havel, sagt zu den Rahmenbedingungen: „Die Teilnahme am Projekt beruht auf der Freiwilligkeit der Schulen. Die Schulleitungen beraten mit den Lehrerteams in den Schulen, an welchen Stellen ein Bezug zum Unterricht und zur Präventionsarbeit hergestellt werden kann, um ein Schutzkonzept zu erstellen.“

Internetportal bietet Hilfestellungen

Teil der Initiative ist auch ein Internetportal, auf dem Schulen Informationen und Hilfestellungen zum Thema sexuelle Gewalt an Kindern bekommen können. „Die meisten Schulen haben bereits Programme oder Maßnahmen zur Vermittlung von Kinderrechten und zur Gewalt- oder Suchtprävention. An solche Programme und Projekte kann ein Schutzkonzept, das besonders sexuellen Missbrauch in den Blick nimmt, anknüpfen“, heißt es dort.

Kerstin Niendorf weist ausdrücklich darauf hin, dass auch andere Beteiligte als nur die Lehrer an der Planung von Präventionsprojekten beteiligt werden können. „Neben der Verknüpfung zu unterrichtlichen Thematiken ist bei der Konzeptentwicklung eine Einbeziehung der Schulsozialarbeiter, des Jugendamtes und weiterer außerschulischer Kooperationspartner vorgesehen“, sagt sie.

Neuer Arbeitsstand im Schuljahr 2018/19

Kommt auf die Schüler also jetzt ein großes neues Projekt zu? Jede Schule kann individuell darüber entscheiden, ob und wie sie sich an der Initiative beteiligt. Ganz so schnell geht es aber nicht. Zu Beginn des Schuljahres 2018/19 könne der Arbeitsstand und die Teilnahme der Schulen im Landkreis Teltow-Fläming an der Initiative genauer benannt werden, heißt es aus dem Schulamt in Brandenburg an der Havel.

Das staatliche Schulamt in Cottbus, das für den Landkreis Dahme-Spreewald zuständig ist, wollte sich auf MAZ-Anfrage bisher nicht zu dem Thema äußern.

Schulen haben neben dem Bildungs- auch einen Schutzauftrag gegenüber den Kindern. Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik wurden im Jahr 2017 mehr als 13.000 Kinder und Jugendliche Opfer von sexueller Gewalt. Brandenburg liegt dabei mit 17 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner im oberen Mittelfeld der Länder.

Der Missbrauchsbeauftragte des Bundes hatte im Jahr 2016 die Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Heute wird sie bereits in neun Bundesländern umgesetzt. Bis zum Ende des Jahres sollen dann alle 16 deutschen Bundesländer an dem ambitionierten Projekt mitwirken.

Von Jonas Nayda

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