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Teltow-Fläming Schullandheim wird teurer
Lokales Teltow-Fläming Schullandheim wird teurer
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00:17 19.03.2017
Das „Haus am See“ in Dobbrikow wird seit 1992 als Schullandheim anfangs des Kreises Luckenwalde und dann des Kreises Teltow-Fläming betrieben. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde/Dobbrikow

Die Belegungs- und Verpflegungskosten im kreiseigenen Schullandheim „Haus am See“ in Dobbrikow sollen ansteigen. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Kreises hat sich bei seiner jüngsten Sitzung in Luckenwalde für eine Änderung der Entgeltordnung ausgesprochen.

Demnach soll künftig die Vollverpflegung pro Person 12,50 statt 11 Euro kosten und die Belegung für Kinder- und Jugendgruppen mit Betreuer pro Person 11 Euro statt bisher 10 Euro. Sonstige Personen zahlen künftig 16 statt 15 Euro. Insgesamt liegt die Steigerung pro Person bei 2,50 Euro pro Tag.

Kreis setzt weiterhin auf frisches Essen

Schuldezernent Karsten Dornquast sprach in diesem Zusammenhang von einer „geringfügigen Erhöhung“ und einem „ausgewogenen Vorschlag, wohl wissend, dass das Heim nach wie vor ein Zuschussbetrieb ist“. Sicherlich könnte man noch bei der Verpflegung sparen, indem man Assietten-Essen bestellt, aber man halte an der vor Ort frisch zubereiteten Hausverpflegung fest. So würde man den oft aus prekären Familienverhältnissen kommenden Kindern gesundes Essen bieten.

Bei der Kalkulation sei man von den Zahlen des vergangenen Jahres ausgegangen, auch wenn es damals geringere Belegungen gegeben habe, weil der Kreis überlegt hatte, im Schullandheim eventuell Flüchtlinge unterzubringen. Deshalb mussten Verträge mit Schulklassen vorübergehend auf Eis gelegt werden, was oft dazu führte, dass sich diese Ausweichquartiere gesucht hatten. Doch zu einer Flüchtlingsunterbringung musste es dann doch nicht kommen und die Belegung stabilisierte sich wieder.

Kostendeckung liegt bei 35 Prozent

So sehr die Abgeordneten der moderaten Kostensteigerung zustimmten, so haderten sie doch mit der Kostendeckung von nur knapp 35 Prozent. Auch die Belegungsrate von 67 Prozent reichte manchem Abgeordneten nicht. 220 Belegungstage seien zu wenig, so ihr Einwand. Dornquast gab zu bedenken, dass die wenigen Mitarbeiter nur gleichzeitig Urlaub machen könnten, zwischendurch auch Grundreinigungs-, Renovierungs- und Reparaturarbeiten anfielen, die nicht bei laufendem Betrieb stattfinden könnten.

„Eine weitere Belastung ist den Kollegen nicht zumutbar“, meinte auch der CDU-Kreistagsabgeordnete Andreas Muschinsky, der früher mal in der Kreisverwaltung tätig war und dort im Personalrat saß: „Ich bin froh, dass es das Schullandheim überhaupt noch gibt. Das läuft nur, weil die Leute dort mehr arbeiten als sie bezahlt kriegen.“

Keine Gebührenerhöhung im Wohnheim für Oberstufenschüler

In einem weiteren Beratungspunkt ging es im Ausschuss ums Wohnheims für Schüler des Oberstufenzentrums (OSZ). Es ist im Gegensatz zum Schullandheim keine freiwillige Aufgabe, sondern eine Pflichtaufgabe. „Wir müssen das Wohnheim vorhalten, weil die Schule nicht von allen Schülern täglich erreicht werden kann“, so Dornquast. Das betreffe vor allem die Schüler der Landesfachklassen, deren Fachrichtung nur in einem OSZ im Land Brandenburg unterrichtet werden und daher für diese Zeit internatsmäßig untergebracht werden müssen. Allerdings seien die Belegungen ganz unterschiedlich auch wegen der unterschiedlichen Unterrichtsformate, erläuterte der Schuldezernent.

Im Gegensatz zum Schullandheim will man beim OSZ-Wohnheim auf Vorschlag der Kreisverwaltung die Gebühren nicht erhöhen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Gebührenerhöhung wolle man nicht wieder Gefahr laufen, weitere Abgänge zu verzeichnen.

Einrichtung bleibt ein Zuschussbetrieb

Die Kostendeckung liege bei fast 39 Prozent. Pro Tag werden 12,40 Euro genommen, pro Woche 59,80 Euro und pro Monat 250 Euro. Wenn man nach Kapazität kalkulieren würde, müssten es pro Monat 470 Euro und nach durchschnittlicher Auslastung 713 Euro sein.

Natürlich seien auch die Gesamtkosten gestiegen, was man aber teilweise abfangen konnte, weil Teile des Wohnheims inzwischen zu Unterrichtszwecken vom OSZ genutzt werden und man auch Ringer aus der Jahn-Oberschule Luckenwalde, die als Eliteschule des Sports fungiert, beherbergt. Die meisten von ihnen würden anschließend ohnehin zum OSZ wechseln.

Von Hartmut F. Reck

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