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Die Welt in den Augen der Kinder

MAZ-Schulreporter Die Welt in den Augen der Kinder

Sechstklässler der Grundschule Villa Elisabeth lernen, was es heißt, eine Redaktionskonferenz zu halten. Ihre Themenauswahl ist bunt gemischt, sie möchten Reportagen zu Themen wie Tierschutz oder Interviews mit Prominenten lesen. Doch keineswegs haben die Grundschüler nur „leichte“ Themen im Blick.

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Eine Schülergruppe der sechsten Klasse diskutiert bei einer Redaktionskonferenz über mögliche Themen.

Quelle: Melanie Höhn (3)

Wildau. Wenn es nach den beiden 6. Klassen der Grundschule Villa Elisabeth in Wildau geht, soll ihre MAZ vor allem eines sein: kunterbunt. Die Kinder möchten Reportagen und Bilderstrecken zu Themen wie Tierschutz, Haar- und Stylingangelegenheiten oder Interviews mit Prominenten lesen. Die Schüler der 5. Klasse hingegen finden Meerestiere, Fußballstars und Musiklegenden noch ein Stück interessanter. Doch keineswegs haben die Grundschüler nur „leichte“ Themen im Blick, sie wollen auch mehr über die Flüchtlingsproblematik erfahren oder die Ursachen von Gewalt.

Schon seit Beginn des MAZ-Schulreporter-Projektes lernen die Klassen, redaktionelle Entscheidungen selbst zu treffen. Die Schüler wählen im Zuge des Projektes täglich einen Artikel aus, der für sie am spannendsten geschrieben oder ansprechend bebildert ist und fassen ihn in eigenen Worten zusammen. Auch den Aufbau der Zeitung bekommen sie von ihren Lehrerinnen genau erklärt. In regelmäßigen Abständen befassen sich die Kinder mit der Rätselseite. Jeden Tag durchsuchen sie die Zeitung außerdem nach Tierartikeln: Jeder Schüler schreibt einen Steckbrief, am Ende wird alles gesammelt und ausgewertet. „Das ist eine schöne Sache, jedes Kind hat dabei eine Aufgabe“, sagt Schulleiterin Heike Schersching.

Während des Besuches einer MAZ-Reporterin durften die Fünft- und Sechstklässler nun selbst die Köpfe zusammenstecken und lernen, was Themenauswahl bedeutet und wie Artikel entstehen. In Teams stimmten sie während einer Redaktionskonferenz darüber ab, welcher Artikel in Zukunft in der Zeitung erscheinen muss – nach einigen Diskussionen und jeweils zehn Minuten Zeit konnten sich alle einigen. Was genau biologisch passiert, wenn Tierbabys auf die Welt kommen und wie ihr Leben nach der Geburt weitergeht, wollte die erste Gruppe wissen. Das Thema Tiere schlug auch das nächste Team vor: Pauline Lenz ist es besonders wichtig, dass Themen im Bereich des Tierschutzes in der Zeitung mehr Beachtung finden. Für die Elfjährige ist der Waschbär ein interessantes Lebewesen: „Er lebt in Eichenwäldern, wenn die jedoch abgeholzt werden, dann hat dieses Tier keinen Lebensraum mehr.“ Zudem ist es unerlässlich für sie, über den illegalen Tierhandel und die Klimaerwärmung zu berichten.

Ganz andere Prioritäten setzte die 12-jährigen Hermine. Sie interessierte sich mit ihrer Gruppe eher für Einkaufstipps und möchte Interviews mit Designern in der MAZ lesen. „Ich würde gerne wissen, was die neuesten Trends 2016 sind, dabei faszinieren mich Frisuren, Haarfarben, Klamotten und Nageldesigns.“ Ihr Traum ist es, einmal die „Fashion Week“ in Berlin zu besuchen.

Ansonsten war eine eher klassische Rollenverteilung in den beiden 6. Klassen angesagt, denn das bestimmende Thema der Jungs war der Sport: Die Gruppe des 12-jährigen Bela Wawro kritisierte, dass Radsport in der Zeitung viel zu wenig Beachtung findet, Fußballberichterstattung hingegen nehme sehr viel Platz ein. „Generell mehr Sportseiten in der MAZ wären toll“, äußerte er sich. Neben dem Sport würde er aber auch Interviews mit Prominenten, etwa mit Sylvester Stallone oder Fußballern wie Ronaldo, begrüßen. Die Gruppe des 11-jährigen Moritz Brandau plädierte für mehr technische Artikel: „Ich möchte mehr über die neuesten Computer- und Handytrends lesen, diesem Thema würden wir gerne eine ganze Seite widmen“, sagte er.

Ähnlich bunt gemischt lief es in der anschließenden Redaktionskonferenz in der 5. Klasse ab. Auch die Schüler von Lehrerin Susanne Pohl wurden schon Stück für Stück während des Schulreporter-Projektes an die Zeitung herangeführt. Zunächst wollten sie alles mögliche über den Beruf des Journalisten erfahren. Schnell hatten die Kinder verstanden, dass in dem Job Teamarbeit wichtig ist, vor allem wenn es um die Entscheidung geht, was am nächsten Tag gedruckt wird. „Wir wollen mit Kindern sprechen, denen etwas Schlimmes wie Gewalt widerfahren ist,“ erklärte der 11-jährige Simon Helbig das Thema seiner Gruppe. „Und herausfinden, wie sie sich fühlen und warum so etwas passieren konnte.“ Einige seiner Mitschüler trieb das Thema Flüchtlinge um: „Wir möchten konkrete Informationen und Zahlen, wie viel die Städte für Flüchtlinge ausgeben. Außerdem möchten wir mit den Menschen in den Städten sprechen“, sagte der 11-jährige Erik Odin Eichhorn. Doch auch der Sport kam in dieser Klasse nicht zu kurz: „Ich würde gerne wissen, wie alt Neymar ist und warum er Fußballer geworden ist“, so sein Mitschüler Pascal Schelbach.

Die Gruppe von Thalia-Anna Flieger interessierte sich eher für kulturelle Themen: Porträts, Reportagen über Musiklegenden wie Bob Marley oder Elvis Presley sowie Rezensionen von Theaterstücken.

Den Geheimnissen der Meerestiere wollte die letzte Gruppe auf den Grund gehen. Zu diesem Thema werde wenig berichtet, „außer vielleicht, dass ein Hai mal einen Menschen angegriffen hat“, so der 11-jährige Jerome. „Die Tiere im Meer sehen die Welt mit viel mehr Farben. Ich würde mich freuen, wenn dieses Thema in der Forschung und in der Zeitung mehr Beachtung finden würde. Das Meer ist sehr tief, doch wir haben nur sehr wenig Wissen darüber.“

Von Melanie Höhn

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