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Ein Tag hinter den Kulissen der Zeitung

MAZ-Schulreporter Ein Tag hinter den Kulissen der Zeitung

Bei einem Besuch der MAZ in Potsdam haben die Schulreporter der Evangelischen Grundschule Jüterbog gelernt, wie die Tageszeitung überhaupt gedruckt wird. Neben der riesigen Druckmaschine fanden die Fünftklässer allerdings vor allem ein ungewöhnliches Mitglied der Redaktion spannend.

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Die große Druckmaschine der MAZ in Potsdam und die mannshohen Papierrollen haben die Schüler der Evangelischen Grundschule Jüterbog schwer beeindruckt.

Quelle: Fotos: Peter Degener

Jüterbog/Potsdam. In der großen Druckhalle der MAZ in Potsdam herrscht ständiger Lärm, im Haus daneben sitzen die Redakteure in konzentrierter Stille. Aber die Gruppe von 22 Schülern der Evangelischen Grundschule in Jüterbog darf an diesem Tag hinter die Kulissen der Zeitung schauen, die sie vier Wochen lang im Projekt MAZ-Schulreporter genauer kennengelernt haben. Bei dem zweistündigen Rundgang mit Stefan Giertzsch – selbst einst Grafiker und Redakteur in einem Schulbuchverlag – lernen die Fünftklässler die Theorie und Praxis einer modernen Druckerei kennen.

„Wie viele Farben brauche ich für eine Seite?“ fragt er die Schüler und erklärt das Prinzip des Vierfarbdrucks anhand echter Druckplatten aus Kunststoff und Aluminium. „Fotografieren ist hier verboten!“, warnt er, als die Schüler in jenen Raum gehen, in dem die Platten mit Lasern belichtet werden. Ein Fotoblitz könnte zu Fehlern führen. Die Schüler staunen vor allem über zwei Dinge – die Druckmaschine und wie die Zeitungen zu Paketen gebündelt werden. Giertzsch lässt sie schätzen, wie teuer wohl die Druckmaschine gewesen ist. Bis auf den elfjährigen Michael, der die Antwort wusste, schlagen alle die Hände vor den Mund oder reißen die Augen auf, als sie die Antwort hören: 10 Millionen Euro kostet so ein XXL-Drucker.

Doch darin können in einer Stunde auch 42 000 Zeitungen produziert werden, während die 20 Kilometer lange Bahn einer einzigen, riesigen Papierrolle mit einem Tempo von zehn Metern pro Sekunde durch die Maschine saust. „Das Papier wird auf beiden Seiten gleichzeitig bedruckt und anschließend gefaltet und geschnitten. Die Zeitung kommt so aus der Druckmaschine, wie ihr sie aus dem Briefkasten kennt“, sagt Giertzsch.

Beim Gang durch das Papierlager machen die Schüler Fotos von sich und den mannshohen Papierrollen. In der Halle für die Weiterverarbeitung recken sie ihre Köpfe nach oben. Wohin wohl führt das Transportband an der Decke, in dem die Zeitungen hängen? Sie drehen nur ihre Runden auf einem zwei Kilometer langen Weg – dann sind sie getrocknet und können mit Beilagen versehen und zu Paketen verpackt werden.

„Ich finde ganz erstaunlich, was alles automatisch läuft, was man alles machen kann, ohne selbst anzufassen“, sagt der elfjährige Anton. Er hätte am liebsten noch mehr über die Druckmaschine erfahren. Die meisten Kinder waren vor allem vom Schluss der MAZ-Produktion fasziniert. Ein ganzer Stapel von Zeitungen wird von einer Maschine gebündelt, eingeschweißt und „hinausgeschubst“ zu den Transportern, die sie zu den Abonnenten im ganzen Land fahren.

Nur das Mädchen Laura fand es dort am besten, wo die Seiten überhaupt gefüllt werden – in den Redaktionsräumen. Dort lernten die Schüler, wie am sogenannten „Newsdesk“, dem Nachrichtentisch, die Inhalte der Zeitungsseiten jeden Tag aufs Neue geplant und zusammengesetzt werden. Laura mochte die Redaktion allerdings aus zwei ganz anderen Gründen: „Da war es so schön leise und es gab diesen süßen Hund.“

Von Peter Degener

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