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15:57 25.02.2016
Polizeihauptkommissar Eckehard Seidel bei den Schülern der 6. Klasse der Grundschule in Stülpe. Quelle: Foto: Margrit Hahn (2)
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Stülpe

„Oh, vier Sterne!“, raunten sich die Sechstklässler in Stülpe zu, als Eckehard Seidel den Klassenraum betrat. „Na, gestern Abend waren am Himmel noch viel mehr“, gibt der Revierpolizist scherzhaft zurück. Natürlich wusste er, dass die Schüler auf seine Schulterstücken anspielten.

Er war auf Einladung der MAZ innerhalb des „Schulreporter“-Projekts gekommen, um über seine Arbeit zu berichten. Bevor die Mädchen und Jungen ihre Fragen loswerden konnten, erzählte der Polizist, welche Erfahrungen er selbst mit dem Medium Zeitung gemacht hat. „In meiner Familie gab es immer eine Tageszeitung. Ich habe schon als Kind viel in der Zeitung gelesen, sowohl Sportberichte als auch das Kinoprogramm“, sagte er, „als ich in der 9. Klasse war, habe ich erste Zeitungsartikel über meinen Schwimmverein bei der Märkischen Volksstimme abgegeben.“ Und auch heute sei die MAZ wichtig für ihn, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

Als Polizist versucht er, einmal in der Woche in jedem Ortsteil von Nuthe-Urstromtal Präsenz zu zeigen und zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Leider gehören Schmierereien an Gebäuden oder Bushaltestellen sowie Unfälle zum Arbeitsalltag. Doch 50 Prozent seiner Arbeit fesselt ihn an den Schreibtisch. „Ohne Computerkenntnisse geht nichts“, sagt der Polizeihauptmeister.

Bei Unfällen muss er Berichte schreiben und eine Skizze im Maßstab von 1:200 anfertigen – und zwar so, dass Richter und Staatsanwälte etwas damit anfangen können. Auch die Fotos müssen eine gute Qualität aufweisen. Eckehard Seidel empfahl den Schülern, die sich für Fotografie interessieren, am Projekt „Fotoferien bei Oskar“ der Gemeinde teilzunehmen.

Sophie erkundigte sich, wie viel man bei der Polizei verdient und erfuhr, dass dies unterschiedlich sei und vom Dienstgrad und der Zugehörigkeit abhängt. Allerdings sei es keine fürstliche Entlohnung. Ben wollte wissen, ob Eckehard Seidel schon mal auf jemanden schießen musste. „Zum Glück nicht“, antwortete er, „ich habe einmal die Waffe zum eigenen Schutz gezogen. Ich war allein unterwegs, es war stockduster und ich wusste, dass sich jemand im Gebäude befand.“ Am liebsten hätten die Schüler der Stülper Grundschule einmal die Waffe des Polizisten gesehen, doch der Bitte sie zu zeigen, kam er nicht nach.

Viermal im Jahr muss Seidel zur Schießausbildung, wobei es um mehr geht, als nur auf Scheiben zu schießen. Die Beamten bekommen auch den Umgang mit Pfefferspray und Einsatzstock vermittelt und lernen, wie man sich in brenzligen Situationen verhält – wenn beispielsweise jemand mit einem Messer in der Hand randaliert. Das fanden die Schüler sehr spannend und fragten nach, was man in solchen Fällen tun kann. „Ich würde erst mal den Raum verlassen und warten, bis sich derjenige beruhigt hat, um dann mit ihm zu reden. Bisher hat es mir geholfen, dass ich gut mit Worten umgehen kann“, sagte Seidel. Ansonsten helfen ein Halskantenschlag oder der Einsatz des Schlagstocks.

Von Margrit Hahn

Die Schüler der evangelischen Grundschule lesen MAZ genau, konnte der MAZ-Reporter bei seinem Besuch in der Schule feststellen.

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