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Kantine im Industriepark zu – Beschäftigte auf Nahrungssuche

Ludwigsfelde Kantine im Industriepark zu – Beschäftigte auf Nahrungssuche

Eine Kantine im Industriepark Ludwigsfelde ist zu. . Zu Dutzenden gehen Beschäftigte, die nicht bei Mercedes arbeiten und dort im betriebseigenen Restaurant essen können, nun woanders zu Mittag essen oder bringen sich Schnitten mit.

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Die geschlossene Kantine im Industriepark von Ludwigsfelde – bisherige Gäste sind nun morgens und mittags auf Nahrungssuche.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Die Kantine im Industriepark Ludwigsfelde ist plötzlich zu – „Wegen Krankheit geschlossen“, steht am Eingang. Die Männer vom Gastronomieversorger nebenan bringen sich nun „Stulle mit Brot“ mit. Sie sind ebenso traurig wie alte Autowerker, die auch als Rentner dort noch essen gingen, oder Büro-Angestellte in der Stadt, die sich ihr Mittag von dort liefern ließen. Nur ein paar Kraftfahrer sagen: „Da halten wir eben woanders an.“ Weil der wöchentliche Speiseplan noch im Internet stand, als die Türen schon dicht und die Rollläden runtergelassen waren, brodelt die Gerüchteküche.

Von „Die mussten schließen“ bis „Es bestimmt bald wieder auf“ reichen die Vermutungen. Einig ist man sich im Bedauern: „Schade, da hat es doch geschmeckt.“ An jedem Werktag gab es ab 7 Uhr Frühstück, zum Mittag standen stets mehr als zwei Wahlessen auf der Tafel. Bebeliebt war das Jägerschnitzel Ost – eine dicke gebratene Scheibe Jagdwurst mit Spirelli-Nudeln.

Natürlich, krank werden kann jeder. Dann sind schnelle Entscheidungen nötig. Für Irritationen sorgen Widersprüche: Die Inhaberin nicht erreichbar, beim Anruf unter der Firmennummer die Ansage: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar.“ Alle, die dort jahrelang Frühstück oder Mittag gegessen hatten, oft gemeinsam mit Kollegen, würde es freuen, wenn das „vorübergehend“ stimmte. Auf einer Internetseite mit Firmenverzeichnissen ist unter „Öffentliche Kantine im Industriepark Ludwigsfelde“ jedoch zu lesen: „Dauerhaft geschlossen“.

Die MAZ-Nachfragen beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie beim Gesundheitsamt Teltow-Fläming im Kreishaus Luckenwalde ergaben jeweils die Antwort: „Es sind keine Vorkommnisse bekannt.“ Keine Auskunft gibt es im Rathaus Ludwigsfelde; „Gewerbean- und -abmeldungen unterliegen dem Datenschutz“, heißt es auf MAZ-Nachfrage von der Pressestelle.

Wegen dieser geschlossenen Kantine hat die Konkurrenz plötzlich viel zu tun. Der Party- und Lieferservice Liebenthal in Mellensee zum Beispiel kommt mit Lieferungen nach Ludwigsfelde kaum noch hinterher. Auch die Kantine Bley an der Brandenburgischen Straße in Ludwigsfelde hat plötzlich deutlich mehr zu tun als bisher. Dort liegt die Zahl der täglichen Essenbestellungen im dreistelligen Bereich. „Jetzt haben wir etwa ein Viertel mehr Portionen“, sagt Geschäftsführer Matthias Zierke. „Wir müssen zwar unsere Liefertouren zu Firmen und Rentnern etwas umstellen, aber dieser Zuwachs ist keine Kapazitätsfrage, sondern eine logistische Aufgabe.“

Dafür, dass die Kantine wirklich nur vorübergehend zu ist, spricht ein jetzt zu lesender Eintrag auf der Internetseite: „Wir bedauern es sehr, unseren Kunden mitteilen zu müssen, dass die Kantine bis auf weiteres geschlossen bleibt.“

Von Jutta Abromeit

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