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Langweile außerhalb der digitalen Welt

Schüler verzichten aufs Handy Langweile außerhalb der digitalen Welt

Einen Tag lang sollten MAZ-Schulreporter aus der Grundschule Zülichendorf auf Handy und Tablet verzichten. Die meisten der Fünfklässler haben durchgehalten, aber viele haben sich dadurch gelangweilt.

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Die Klasse 5 mit Lehrerin Nicola Nürnberger waren die Versuchskaninchen für den Handy-Verzicht.

Quelle: Foto: Elinor Wenke

Zülichendorf. Die MAZ-Schulreporter aus der 5. Klasse der Grundschule in Zülichendorf nahmen in dieser Woche an einem Experiment teil. Schon bei der Bekanntgabe der Idee war klar, dass sie wohl auf eine harte Probe gestellt würden. „Verzichte einen Tag lang auf dein Handy und Tablet“ lautete die Aufgabe – und schon ging ein Stöhnen durch die Reihen. „Einen ganzen Tag?“, war die ungläubige Frage. Auch der Computer war tabu. Zum Schluss sollten die Schüler kurz aufschreiben, ob sie durchgehalten haben, wie sie sich dabei gefühlten und was sie ohne die digitale Welt am meisten vermisst haben.

Die gute Nachricht: Fast alle haben durchgehalten. Viele haben sich ohne Handy, Tablet und Co. aber auch gelangweilt. „Ich habe durchgehalten, aber es ist mir schwer gefallen, nicht meinen Freunden zu schreiben“, berichtet Anna Juresch.

„Als erstes habe ich Ball gespielt. Der Tag war langweilig, ohne die Hausaufgaben in Mathe wäre es superlangweilig gewesen“, schreibt Maurice Paßow. Aber er hatte dadurch Zeit, sich um seinen Kater Speik zu kümmern. „Dann habe ich es nicht mehr ausgehalten, um 17 Uhr habe ich angefangen zu spielen“, gibt er zu.

„Ich habe es geschafft, aber es war nicht leicht“, erzählt Mia Scheddin. „Ich habe vermisst, meinen Freunden zu schreiben. Aber ich konnte dadurch mehr mit meiner Familie reden und mich um die Schule kümmern“, ergänzt sie. Weniger Schwierigkeiten hatte offensichtlich Patrick Weigt. „Ich konnte es aushalten, das war leicht. Ich habe morgens um 7 Uhr mit dem Verzichten angefangen und könnte es eigentlich noch mal machen. Ich fand diese Idee ganz gut, weil man auch üben kann“, schreibt Patrick.

„Mir war echt langweilig“, gibt Mika Böhm-Wirt zu, „mir ist es schwer gefallen, weil mir die Action fehlte. Ich hatte aber mehr Zeit zum Rollerfahren, was eigentlich auch Spaß gemacht hat.“ „Es war leicht, durchzuhalten, weil meine Oma bei mir war und ich da sowieso nicht spiele“, teilt Markus Frenzel mit.

Marc Schwedler hat es nicht geschafft und gibt das ehrlich zu. „Ich habe zwei Stunden mit Moritz Computer gespielt, weil mir langweilig war und ich mich verabredet hatte. „Ich habe fast durchgehalten, ich war zehn Minuten zu früh am Handy“, berichtet Steven Demgensky. „Am meisten habe ich die Spiele ,Clash Royale’ und ,Clash of Clans’ am Handy vermisst, aber wenigstens durften wir Fernsehen gucken“, schreibt er weiter.

„Mir ist es nicht schwer gefallen, weil ich abends beim Fußball war. Ich hatte mehr Zeit, an die Luft zu gehen“, ist Nils Schrötters Erfahrung.

„Ich habe es nur 22 Stunden geschafft. Ich war in der Schule so darauf konzentriert, einen Tag aufs Handy zu verzichten, dass ich es um 16 Uhr vergessen hatte“, gibt Moritz Kern zu.

„Ich habe mich ganz normal gefühlt, weil ich bis vor kurzem gewohnt war, kein Handy zu haben“, erklärt Anne Lacker. Sie hatte dadurch Zeit, mit ihrer Mutter zu joggen.

Von Elinor Wenke

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