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Nicht traurig sein

Was gegen schlechte Stimmung hilft Nicht traurig sein

Ob krankes Meerschwein, Streit mit den Geschwistern oder Krieg – Kinder sind auch manchmal traurig. Von den Schülern der Evangelischen Grundschule aus Mahlow erfuhr der MAZ-Schulreporter, wie man auf bessere Gedanken kommt und welche wichtige Rolle Tiere für die Gefühlswelt spielen.

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Gar nicht so einfach, auf Kommando traurig zu sein: Die Schüler der Klassen „Blue“ und „White“ der Evangelischen Grundschule Mahlow..

Quelle: Zielke

Mahlow. Vieles von dem, was täglich in der Zeitung steht, ist alles andere als zum Lachen. Das sehen die Schüler der evangelischen Grundschule aus Mahlow jeden morgen, wenn Sie morgens die MAZ aufschlagen. Kriege, Krisen, Konflikte überall – da kann einem fast die Lust aufs Erwachsenwerden vergehen.

Doch was macht eigentlich Kinder wirklich traurig? Ist es die Lage in Syrien oder Ärger mit der besten Freundin? Was sind schon fallende Dollarkurse, wenn das Meerschweinchen oder der Hund krank ist. Und wem vertrauen sich die Kinder an, wenn sie betrübt sind?

Für den MAZ-Schulreporter haben die Schüler der Klassen „Blue“ und „White“ einen Blick in ihr Seelenleben geworfen.

Carlo Drews erinnert sich noch sehr gut, wann er das letzte Mal traurig war. „Da hat mein Bruder mich geärgert“, sagt der Zwölfjährige. Aber auch die Fernsehbilder von Polizisten, die Flüchtlinge mit Tränengas beschossen haben, hätten ihn traurig und wütend gemacht. Melissa Friedrich macht es traurig, wenn Kinder von anderen schlecht behandelt werden. „Ich verstehe nicht, warum man andere nicht akzeptieren kann, wie sie sind“, sagt sie. Ihr Rezept gegen schlechte Stimmung lautet Musik – am liebsten von ihrer Lieblingssängerin Lena. „Vor allem das Lied ’Traffic light’ macht mich fröhlich“, sagt sie. Wenn sie versucht, den Song auf dem Keyboard zu spielen, kommt sie schnell auf andere Gedanken.

Lisa Adelberger schwört auf die Kraft positiver Gedanken. „Ich gucke immer Trickfilme, wenn ich traurig bin“, sagt sie. Franzisca Pietz helfen ihre Hunde und Katzen gegen Schwermut. Ihre Freundin Katharina Berlin hängt noch sehr an ihrem Hund Ginger, der vor einer Weile verstorben ist. „Jetzt müssen meine Eltern mich trösten“, sagt sie. Emma Pasenau zieht sich lieber auf ihr Zimmer zurück, wenn sie traurig ist. „Ganz schlimm ist es, wenn ich sehe, wie Menschen und Tiere sterben“, sagt sie. Alleine versucht sie, sich auf andere Gedanken zu bringen – mit Musik, Malen oder einem Buch.

Tiere spielen immer wieder eine große Rolle. Sie sind Anlass zum Traurigsein, wenn sie krank sind, weglaufen oder sterben, aber sie sind auch wahre Trost-Maschinen, die die Kinder sofort aufmuntern. Die 10 Jahre alte Celina Ritter hat immer gern mit ihrem Meerschwein geschmust, doch eines Tages war das Tier verschwunden. Sie fand es tot am Straßenrand. „Meine beste Freundin hat mich getröstet“, sagt sie, doch der Schmerz ist immer noch da.

Jannik Jasmund ist ein ehrgeiziger Junge, vor allem wenn es um seinen Lieblingssport Handball geht. Da zählen für ihn die Tore und dass jeder in der Mannschaft um den Sieg kämpft. Wenn er zum Training geht, erwartet er, dass seine Mitspieler alles geben. Vor ein paar Tagen kam er völlig niedergeschlagen vom Sport zurück. „Alle haben nur Blödsinn gemacht. Wir sind gar nicht zum Spielen gekommen. Ich habe mich geärgert, dass ich da war“, sagt der Zwölfjährige. Zum Glück hängt im Keller ein Boxsack, an dem er sich abreagieren konnte.

Norwin Freischlad hat einen weniger rabiaten Weg: „Ich lege mich ins Bett und denke nach. Dann geht es mir meistens besser“, sagt der Elfjährige. Manchmal fragt er auch die Eltern um Rat. Als Vincent Schmidt neulich die Pin-Nimmer seines Handys entfallen war, konnten allerdings auch die Eltern nicht weiterhelfen. Seitdem herrscht bei ihm Funkstille. „Meine Mutter hat mich getröstet“, sagt er. Nun hofft er, dass er bald wieder mit seinen Freunden Nachrichten schreiben kann. Lucas Blaschczok bedrücken vor allem die Krisen der Welt. „Ich sehe Leute, die im Krieg sterben und Kinder, die weinen, weil sie nicht zu essen haben“, sagt der Elfjährige. Die Bilder von Terroranschlägen im Fernsehen machen ihn traurig, doch er möchte mit seinen Fragen nicht allein sein. „Wenn ich etwas nicht verstehe, rede ich mit meiner Familie.“

Von Christian Zielke

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