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Stippvisite in der Sohlen-Produktion

MAZ-Schulreporter Stippvisite in der Sohlen-Produktion

Viertklässler der Grundschule Töpchin besuchten im Rahmen des Projektes MAZ-Schulreporter die Firma Schelchen in Zeesen. Dort lernten die Schüler, wie Sohlen hergestellt werden, welche Arbeitsschritte und Maschinen dafür nötig sind. Und die Kinder konnten alle ihre Fragen dazu loswerden.

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Fasziniert beobachten die Schüler, wie die fertigen Produkte für den Transport eingeschweißt werden.

Quelle: Melanie Höhn

Zeesen. Eisbär? Leopard? Schlange? Die Schüler der 4. Klasse der Grundschule Töpchin rätselten, welche Lederarten bei der Firma Schelchen in Königs Wusterhausen verwendet werden. „Unsere Sohlen bestehen unter anderem aus Schwein, Ziege, Schaf oder Rind“, erklärte ihnen Sabine Timm, die Personalleiterin des Unternehmens. Zusammen mit ihrer Kollegin Susan Bohne führte sie die Kinder im Rahmen des MAZ-Schulreporterprojektes durch die Firma. „Dafür musste aber nicht extra ein Tier geschlachtet werden“, versicherte Timm weiter: „Die Tierhäute sind Abfall, der bei der Fleischverarbeitung übrig bleibt.“

Wie ist der Fuß aufgebaut und was ist eigentlich ein Fußbett? Diese Fragen klärte Sabine Timm zunächst, bevor es in die Produktionshalle ging. „Viele Menschen haben Plattfüße, mit dem Polster wird der Fuß entlastet. Es ist ein kleiner Stoßdämpfer, wie beim Auto. Auf harten Böden schmerzen Füße sonst sehr“, erklärte die Personalleiterin an einem Fußmodell. „Krankenschwestern oder Verkäufer haben besondere Belastungen, sie werden mit unseren Produkten verwöhnt.“ Und das Fußbett? „Das hat eine Mulde, damit der Fuß festgehalten wird und nicht umknickt“, so Sabine Timm.

Während des Rundgangs notierten die Schüler Fragen

Mit Stift und Notizblock ausgestattet lernten die Viertklässler während eines Rundgangs durch die Produktionshallen die Welt der Sohlen und Fußbettungen kennen und schrieben sich ihre Fragen auf. Sie durften den Mitarbeitern über die Schulter schauen und bekamen so einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsschritte.

Erster Halt war bei Produktionsmitarbeiterin Inge Lück. „Bei ihr ist es wie an Weihnachten“, sagte Sabine Timm den Kindern. „Mit starkem Druck wird das Leder wie ein Plätzchen ausgestampft, so entstehen die Formen der Schuhsohlen.“ Eine spezielle Spaltmaschine glättete die Sohlen im nächsten Schritt, später wurden sie von einer Mitarbeiterin mit dem Markenzeichen Pedag versehen – mit viel Druck bei hoher Temperatur. Ein paar Meter weiter konnten die Kinder zuschauen, wie eine dunkle Schicht, der Aktivkohlefilter, von Mitarbeitern bearbeitet wurde. „Und wie wird der unter die Sohle geklebt?“, wollte Lisa-Marie wissen. „Mit gesundheitsverträglichem Klebstoff“, erklärte Sabine Timm der Schülerin. Der Wissensdurst der Neunjährigen war damit aber noch nicht gestillt, denn ihr ging das kleine R im Markenlogo „Pedag“ nicht mehr aus dem Kopf. „Das ist Englisch und bedeutet registered trademark, also eingetragene Marke. Man muss etwas bezahlen, wenn man sich einen Namen schützen lässt“, erklärte Sabine Timm.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in 50 Ländern

Als Mara Fürch beobachtete, wie die Sohlen verpackt wurden, wollte sie genau wissen, was eine Artikelnummer ist. „Das hat jedes Produkt, es steht zusammen mit der Größe auf dem Etikett, in den Sprachen Russisch, Englisch und Japanisch“, erklärte Sabine Timm. Das anschließende aufwendige Einschweißen der Chargen faszinierte die Kinder besonders.

Während des Rundgangs fielen den Schülern aber noch weitere Fragen ein, die nichts mit der Herstellung zutun hatten. „Warum ist das Unternehmen hier in Zeesen?“, wollte etwa Angelina Voß wissen. Sabine Timm erklärte ihr, dass ihr Onkel, der ursprünglich die Firma gegründet hatte, ein Grundstück im Süden Berlins suchte, da die eigentlichen Fabriketagen in Berlin-Mitte nach dem Mauerfall zu teuer wurden. „Alle Mitarbeiter, die in Berlin wohnten, konnten wir mitnehmen“, erzählte Sabine Timm. Sie übernahm vor 22 Jahren die Firma von ihrem Onkel, der keine Kinder hatte. „Inzwischen haben wir 170 Mitarbeiter und vertreiben unsere Produkte in etwa 50 Ländern“, so Timm.

Jeder Schüler bekam von ihr einen Bewerberbogen für einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz. Vielleicht wird sie den ein oder anderen in ein paar Jahren wiedersehen.

Von Melanie Höhn

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