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Schutz vor Nummernschild-Dieben ist einfach

Dahmeland-Fläming Schutz vor Nummernschild-Dieben ist einfach

Der Diebstahl von KFZ-Kennzeichen ist in der Region ein Dauerthema. In Dahme-Spreewald sind allein im letzten Jahr fast 200 Nummernschilder entwendet worden. Die Beweggründe reichen von simplem Spritdiebstahl bis hin zu schweren Tatbeständen wie Autodiebstahl. Schützen können sich Autobesitzer ganz leicht, zeigt .Polizeipressesprecherin Ines Filon.

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Wird einem Autofahrer das Kennzeichen gestohlen, dann sollte sofort bei der Polizei eine Diebstahlanzeige aufgegeben werden.

Quelle: Maz

Dahmeland-Fläming. In den vergangenen Wochen haben sich Diebstähle von Auto-Kennzeichen in der Region gehäuft. Besonders im Landkreis Teltow-Fläming waren die Langfinger aktuell aktiv. So wurde zum Beispiel im Juni ein Kennzeichen in Luckenwalde entwendet und im Juli eines in Thyrow abmontiert. Laut Hubert Grosenick, Leiter des Straßenverkehrsamtes Teltow-Fläming, ist der Diebstahl von Kfz-Kennzeichen aber ein Dauerthema.

196 Blechtafeln in Dahme-Spreewald gestohlen

In den vergangenen Jahren mussten sich aber auch im Landkreis Dahme-Spreewald etliche Autobesitzer von ihrem Erkennungszeichen trennen: Im Jahr 2016 wurden bei der Polizei 196 Kennzeichendiebstähle vermerkt.

Beweggründe für die Diebstähle

Ines Filon von der Polizeidirektion Süd in Cottbus kennt die Beweggründe der Täter. Ein Motiv sei, durch Tankbetrug mit gestohlenem Kennzeichen Spritkosten zu sparen, „Die Diebe fahren mit dem geklauten Nummernschild zur Tankstelle, tanken voll und fahren, ohne ihre Rechnung zu begleichen, weiter. Über die Videoüberwachung ist es dank des falschen Kennzeichens dann schwer, die Diebe zu identifizieren“, sagt Ines Filon. Deutlich mehr sparen können die Diebe bei einem anderen häufigen Tatmotiv. „Bei vielen spielt der Tüv eine große Rolle. Wer eine olle Möhre hat, die sowieso nicht mehr durch den Tüv kommen würde und die man auch nicht mehr versichern will, der entwendet die Plaketten von fremden Nummernschildern“, sagt Ines Filon. Da jedes Auto in Deutschland haftpflichtversichert sein muss, um für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen zu werden, ist dies ein Pflichtversicherungsbetrug.

Keine Kavaliersdelikte

Ebenfalls ein großes Interesse an den Blechtafeln haben die sogenannten Autoschieber, die gestohlene Autos über die Grenze schmuggeln. Sie organisieren sich hauptsächlich an Pendler-Bahnhöfen oder in zugeparkten Wohnstraßen größerer Städte Kennzeichen, um sie mit denen der gestohlenen Fahrzeuge auszutauschen. So können die Edelkarossen bei der deutschlandweiten Fahndung, die nach erstatteter Anzeige erfolgt, nur schwer gefunden werden. Ebenso kommen die entwendeten Nummernschilder bei besonders schweren Straftaten bei der Flucht der Täter zum Einsatz.

Was tun, wenn das Kennzeichen gestohlen wurde?

Was Autobesitzer, die einem Kennzeichen-Diebstahl zum Opfer gefallen sind, tun müssen, weiß Sandra Hass. Die Pressesprecherin des ADAC für Berlin und Brandenburg rät jedem, sofort den Diebstahl bei der Polizei und auch bei der Versicherung zu melden. Mit der Anzeigebestätigung kann bei der Zulassungsbehörde ein neues Schild beantragt werden. Wird die Anzeigenbestätigung nicht vorgezeigt, kann die Zulassungsstelle davon ausgehen, dass der Fahrzeugführer seine Kennzeichen einfach verloren hat. Damit hätte er keinen Anspruch auf eine Rückerstattung der entstandenen Kosten.

Was Sie bei der Zulassungsstelle benötigen

Weiter weist Sandra Hass darauf hin, dass für ein neues Kennzeichen alle zur Fahrzeugzulassung notwendigen Unterlagen vorzuzeigen sind. Das sind der Personalausweis oder der Reisepass, der Fahrzeugbrief und der Fahrzeugschein, der Prüfbericht oder der Eintrag im Fahrzeugschein über die gültige Hauptuntersuchung und – wenn noch vorhanden – das zweite Kennzeichen. Kann der Fahrzeugführer nicht selbst erscheinen, benötigt der Vertreter eine schriftliche Vollmacht und den Ausweis des Bevollmächtigten.

Ohne Kennzeichen zu fahren ist nicht zulässig

Die Weiterfahrt ohne gültiges Kennzeichen ist nicht zulässig. Ein Anspruch auf Nachsicht bei der Polizei besteht laut Sandra Hass grundsätzlich nicht. Sie sagt: „Die Polizei drückt eventuell ein Auge zu, wenn man glaubhaft versichern kann, dass das Kennzeichen gerade erst abhandengekommen ist und man nur bis nach Hause fahren wollte.“ Sandra Hass rät, bei der Heimfahrt das Kennzeichen provisorisch auf einem Pappschild zu notieren und sichtbar im Auto zu hinterlegen, damit nicht der Verdacht entsteht, man hätte sich absichtlich der Identifizierung entziehen wollen, zum Beispiel auf einem Blitzerfoto.

Wie Sie sich ganz einfach schützen können

Doch um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfehlen die Experten von Polizei oder Versicherungen den Autofahrern schon lange, die Kennzeichen nicht nur in die üblichen Plastikhalterungen einzuklicken, sondern sie fest am Fahrzeug zu montieren. Das rät auch Pressesprecherin Ines Filon: „Es ist sinnvoll, die Kennzeichen mit einer Schraube und einer Kontermutter am Auto festzuschrauben. Dann brauchen die Diebe geeignetes Werkzeug, um sie abnehmen zu können. Davon nehmen die meisten Abstand und suchen sich lieber ein anderes Kennzeichen, das sie mit einem einzigen Handgriff klauen können.“

Von Josefine Kühnel

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