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Schutz vor fiesen Viren

Mediziner raten zur Grippe-Impfung Schutz vor fiesen Viren

Langsam aber sicher wird es kälter und die Gefahr vor Grippeviren in der kalten Luft nimmt zu. Experten raten deswegen dringend, sich impfen zu lassen. In der Region Dahmeland-Fläming hat die vergangene Grippewelle besonders heftig zugeschlagen.

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Luckenwalde/Königs Wusterhausen. Die Nase läuft, der Kopf schmerzt und das Fieber steigt – je näher die kalte Jahreszeit rückt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass man unter diesen Beschwerden leidet und sich eine Grippe eingefangen hat. Denn besonders in den Wintermonaten schwirren deren Erreger durch die Luft. Ärzte empfehlen deshalb, sich bereits frühzeitig vor den fiesen Viren zu schützen. Und jetzt ist die beste Zeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen, empfiehlt Hans Floss vom Gesundheitsamt Teltow-Fläming.

Es ist erst wenige Monate her, als es die Region Dahmeland-Fläming so richtig schlimm erwischt hatte. „In der Saison 2012/13 ist die Grippewelle relativ schwer verlaufen“, berichtet Hans Floss. Die genaue Zahl der Grippe-Patienten in Teltow-Fläming ist dabei nicht bekannt. Denn nur wenige Erkrankungen werden tatsächlich beim zuständigen Gesundheitsamt angezeigt. Das passiert nur dann, wenn die behandelnden Ärzte eine Laboruntersuchung in Auftrag gegeben haben.

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden solche Analysen in diesem Jahr schon recht häufig in Auftrag gegeben. 255 Grippe-Fälle tauchen in der Statistik für 2013 auf – ein dramatischer Anstieg zum Vorjahr: „2012 wurden lediglich 15 Grippefälle gemeldet“, sagt die Pressesprecherin des Landkreises, Heidrun Schaaf. Sie verweist ebenfalls darauf, dass die Dunkelziffer der Grippepatienten wohl weitaus höher war.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es zumindest noch keine Anhaltspunkte, dass die bevorstehende Grippesaison ähnlich schlimm verlaufen könnte, schätzt Hans Floss vom Gesundheitsamt Teltow-Fläming die Situation ein. Dennoch sitzen dieser Tage bereits einige Menschen in den Wartezimmern, die sich die hoch ansteckende Krankheit eingefangen haben. Susanne Weßlau, Allgemeinmedizinerin in Bestensee, hat schon einige von ihnen verarztet. Die Patienten litten vorwiegend unter der Magen-Darm-Grippe. „Noch sind die Fälle aber moderat“, berichtet sie.

Die Medizinerin hat derzeit mit den Grippeschutzimpfungen gut zu tun. Dennoch wünscht sie sich, dass mehr Menschen diese Vorsorge-Spritze in Anspruch nehmen würden. „Es sind immer die altbekannten Gesichter, die zum Impftermin kommen“, berichtet Susanne Weßlau. Vor allem die älteren Jahrgänge, die zu DDR-Zeiten an die Impfpflicht gewöhnt wurden, werden regelmäßig in ihrer Bestenseer Praxis vorstellig. Ansonsten sei das Thema Impfschutz ein „Windmühlengeschäft“, beschreibt es die Ärztin. „Ich empfehle es den Menschen jedes Jahr aufs Neue. Seit die Impfpflicht aufgehoben worden ist, lässt auch die Bereitschaft der Leute nach, sich impfen zu lassen.“ Dabei wird die Grippe-Impfung im Land Brandenburg allen Altersgruppen empfohlen, sagt Hans Floss. Es gibt aber Menschen, denen die Spritze mit dem Impfstoff besonders angeraten wird: Zum Beispiel jenen, die über 60 Jahre alt sind. Auch Personen mit bestimmten Grundkrankheiten – etwa chronischer Erkrankung der Atemwege oder des Herzkreislaufsystems – mit Immunschwäche sowie Diabetespatienten sollten sich gut für die bevorstehende Grippesaison wappnen, fügt Hans Floss vom Gesundheitsamt in Luckenwalde hinzu. Auch bei Personen, die regem Publikumsverkehr ausgesetzt sind – wie Lehrer, Pflegepersonal, Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Verkäufer – als auch schwangere Frauen sollten sich jetzt um ihren Impfschutz kümmern.

Zwei Wochen dauert es, bis sich die Antikörper im menschlichen Organismus aufgestellt haben, erklärt Susanne Weßlau, dann bestehe sechs Monate ein Vollschutz gegen die Influenza-Erreger. Deshalb muss er auch jährlich aufgefrischt werden, zudem wird der Impfstoff mit jeder Saison auf die derzeit grassierenden Virusformen angepasst. „Der Impfstoff ist im Allgemeinen sehr gut verträglich, nach der Impfung treten normalerweise keine Nebenwirkungen auf“, erläutert Hans Floss. Allgemeinmedizinerin Susanne Weßlau rät jedoch, nur im fitten Zustand zum Impftermin zu erscheinen. Wer bereits an einen kleinen Schnupfen leidet sollte sich erst auskurieren und sich zu einem späteren Zeitpunkt pieksen lassen.

Schutz ohne Impfung

Die echte Virusgrippe, im Fachjargon Influenza genannt, ist eine Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Viren verursacht wird. Die Krankheit ist sehr ansteckend. Die Erreger werden durch kleine Tröpfchen, die zum Beispiel beim Husten oder Niesen entstehen, von Mensch zu Mensch übertragen. Wegen des hohen Ansteckungspotenzials kommt es vor allem in den Wintermonaten zu gehäuften Grippefällen.

Grippepatienten zeigen verschiedene Symptome. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen beginnt die Krankheit akut. Schlagartig treten hohes Fieber, Schüttelfrost, trockener Husten, Muskel-, Hals- und Kopfschmerzen sowie allgemeine Abgeschlagenheit auf. Besonders bei Neugeborenen, alten Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen kann eine Influenza zu bedrohlichen Komplikationen wie Lungenentzündungen und andere Organschäden führen. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit sogar tödlich verlaufen.

Neben einer rechtzeitigen Grippeimpfung können auch bestimmte Verhaltensweisen vor einer Infektion schützen. Vor allem Hygiene ist in der Erkältungszeit eine wichtige Vorsichtsmaßnahme. Man sollte sich auf keinen Fall anhusten lassen, andere Menschen nicht anhusten und seine Hände regelmäßig und gründlich waschen.

Saunagänge, Wechselduschen und gesunde Ernährung bringen das Immunsystem auf Trab und stärken die Abwehrkräfte. Weil Frieren das Immunsystem schwächt, sind warme Füße und ein geschützter Kopf wichtig. Wen es trotz aller Vorsicht doch erwischt, der sollte seine Mitmenschen schützen und sich selbst im Krankheitsfall schonen und zu Hause bleiben.

Von Nadine Pensold

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