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Schwebende Engel über dem Altar

Kirche Niebendorf Schwebende Engel über dem Altar

Die Kirche von Niebendorf ist ist etwas Besonderes: Im Inneren sind außergewöhnliche Wand- und Deckenmalereien zu sehen. Sie locken sogar Touristen in den kleinen Ort.

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Gertrud Lehmann (r.) und Christine Prinz-Pfeiffer vom Gemeindekirchenrat vor den Wandmalereien am Altar.

Quelle: foto: andreas Staindl

Niebendorf. Die evangelische Kirche in Niebendorf (Stadt Dahme) ist ein echter Schatz. Dort hat sich die historische Bausubstanz außergewöhnlich authentisch bewahrt. Vor allem der prachtvolle Innenraum ist etwas ganz Besonderes, etwas, dass man so in vergleichbaren Gotteshäusern so nicht sieht. Das Gemälde an der Decke, einem Tonnengewölbe, beeindruckt. Es zeigt schwebende Engel zwischen Wolken, die Bänder mit Bibelsprüchen halten.

Die Deckenmalerei wurde 2011 fachmännisch behandelt. Seit kurzem ist außerdem eine weitere Bemalung in der Kirche sichtbar. Sie wurde am Giebel hinter dem Altar entdeckt. Durch Zufall wie Gertrud Lehmann (78) vom Gemeindekirchenrat (GKR) erzählt: „Die Innenwand sollte eigentlich ausgebessert und gekalkt werden. Bei Vorbereitungsarbeiten wurden Farbpigmente an der Wand gefunden.“

Die dann entdeckten Fresken entpuppten sich als historisch wertvoll. Das gesamte Gemälde wurde freigelegt und seit August dieses Jahres aufwendig restauriert. 38 000 Euro kostet diese Arbeit, wie Gertrud Lehmann erzählt. Ihr zufolge ist die Finanzierung auch dank einer großzügigen Spendenbereitschaft im Ort gesichert. „Die Kirche ist der Mittelpunkt unseres Dorfes“, sagt Christine Prinz-Pfeiffer (35). „Zahlreiche Einwohner engagieren sich für den Erhalt.“ Sie selbst arbeitet im Gemeindekirchenrat mit. „Ich bin mit der Kirche aufgewachsen, wurde hier getauft und getraut. Das schafft eine besondere Verbundenheit“, sagt die 35-Jährige. „Zudem fühle ich mich in der Gemeinschaft mit anderen Christen sehr wohl.“

Bei der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche handelt es sich um einen Feldsteinbau. Und zumindest im Inneren ist er eine wahre Schatzkiste für Besucher. Das jetzt freigelegte und restaurierte Wandbild hinter dem Altar ist nicht zu übersehen. Es zeigt einen großen Vorhang, der von zwei Engeln zur Seite gehoben wird. Fast scheint es, als wollten sie den Blick auf den Altar freigeben. Der Altar selbst wurde 2009 für knapp 19 000 Euro restauriert.

Die Restaurierung des Gotteshauses insgesamt begann allerdings schon ein Jahr vor der Restaurierung des Altars. „Um das Dachgebälk zu reparieren und eine neue Dielung einzubauen, hatten wir damals den Dachboden von Schutt befreit, der dort seit mehr als hundert Jahren lag“, erzählt Gertrud Lehmann. Bei den Aufräumarbeiten wurden damals zwei beschädigte Taufengel gefunden. Einer der Engel wurde für 8500 Euro wieder hergestellt und schwebt jetzt über dem Taufbecken. Auch die Kanzel und der Beichtstuhl wurden vor ein paar Jahren restauriert. Etwa 22 000 Euro kosteten diese Arbeiten. Der Innenraum der Kirche erhält damit zunehmend seinen alten Glanz zurück. Und die restaurierte Kirche mit ihrem besonderen Innenraum lockt offenbar Besucher an. „Busse bringen Touristen gezielt hierher“, erzählt Gertrud Lehmann. „Die Leute sind jedes Mal sehr erstaunt, wie interessant unsere Kirche ausgestattet, wie bunt und farbenfroh sie im Inneren ist.“

Noch ist allerdings nicht alles in dem Gotteshaus fertig restauriert. Im Frühjahr des nächsten Jahres sollen die Innenwände der Kirche einen neuen Anstrich erhalten, außerdem sollen Bankheizungen eingebaut werden, wie Gertrud Lehmann ankündigt. Sponsoren, Kirche, Denkmalschutz und Bürger des Dorfes sichern mit ihrem Geld und Engagement diesen außergewöhnlichen Kirchenschatz im Amt Dahme. „Unsere Einwohner spenden gern und viel für ihre Kirche“, erzählt Christine Prinz-Pfeiffer, „einige auch tausende Euro“. Dazu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: „Wir haben einen sehr engagierten Pfarrer“, sagt sie. Das Engagement aller Beteiligten lohnt sich, sichert spannendes Leben im Gotteshaus. Chorkonzerte beispielsweise finden dort statt, Führungen, Gottesdienste sowieso.

Info: Auch am Heiligabend wird in die evangelische Kirche zu Niebendorf eingeladen. Ab 15 Uhr wird dort die Weihnachtsbotschaft verkündet.

Von Andreas Staindl

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