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Sechster Fürstentag in der Altstadt

Jüterbog Sechster Fürstentag in der Altstadt

Nicht nur Edelmänner, Ritter und Adlige kamen zum Fürstentag nach Jüterbog. Auch Gaukler, Musiker und Handwerker versetzten die Altstadt zurück ins Mittelalter. Besucher konnten dabei nicht nurAndenken, sondern auch historisches Wissen mitnehmen. Im nächsten Jahr soll das Fest noch größer und einladender werden.

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Einzug der Fürsten..

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Einmal im Jahr wird in Jüterbog auch lange nach dem Mittelalter im wahrsten Sinne des Wortes fürstlich gefeiert. Denn die Bürger und Oberhäupter der Stadt wissen um die Bedeutung ihrer Heimat vor mehreren hundert Jahren. Als Enklave zwischen den Hoheitsgebieten wurde die Stadt mit seinem neutralen Boden oft für Treffen der Herrscher ausgewählt. Seit 2011 lässt der Heimatverein Jüterboger Land je einen dieser Fürstentage noch einmal aufleben.

Zur öffentlichen Tafelrunde lassen sich die Fürsten und Edlen auf dem Marktplatz nieder

Zur öffentlichen Tafelrunde lassen sich die Fürsten und Edlen auf dem Marktplatz nieder. Moderator Bernd Konrad erläutert dabei mittelalterliche Tischsitten.

Quelle: Victoria Barnack

Am Wochenende drehte sich alles um einen Erbstreit zwischen den Mecklenburger Herzögen im Jahr 1561. Das mag früher lange Verhandlungen bedeutet haben – dieses Mal einigten sich die Fürsten innerhalb einer halben Stunde im Sitzungssaal des Jüterboger Rathauses – vielleicht hatte ja das sächsische Bier für einen schnellen Kompromiss gesorgt. Der Zinnaer Mönch Bruder Gerhard, dargestellt wie in jedem Jahr von Gerhard Maetz vom Heimatverein, verkündete die frohe Botschaft über die Schlichtung des Streits und damit auch, „dass Frieden herrsche“.

Jörg Podzuweit, Vorsitzender des Heimatvereins Jüterboger Land

Jörg Podzuweit, Vorsitzender des Heimatvereins Jüterboger Land.

Quelle: Victoria Barnack

„2017 wird größer als alle Fürstentage bisher“

Jörg Podzuweit ist Vorsitzender des Heimatvereins Jüterboger Land und Organisator der Fürstentage.

Wie lief die Generalprobe für das Fest zum Reformationsjubiläum?
Jörg Podzuweit: Wegen der Wärme waren leider zu wenig Gäste da. Ich würde mir auch wünschen, dass mehr Einwohner ihre Häuser mit der Flagge der Stadt schmücken. Immerhin wurden zum großen Jubiläum vor neun Jahre über 1000 Stück verkauft. Der Ablauf des Festes hat in diesem Jahr aber schon gut geklappt. Wir sind froh, dass der Einzug durch das Dammtor so reibungslos funktioniert.

Warum ziehen Sie 2017 durch das Dammtor ein?
Podzuweit : Wir stellen den Weg nach, den Tetzel wirklich gegangen ist. Mit der Landrätin startet eine große Gruppe von Kolzenburg aus und übernachtet in Kloster Zinna. Tetzel zog auf anderen Wegen, als sie heute existieren, über die Berge der Neuen Wohnstadt und durch das Dammtor ein.

Wie soll das Fest unter dem Motto „Tetzel kommt“ 2017 aussehen?
Podzuweit : Auf jeden Fall wird 2017 größer als alle Fürstentage bisher. Es wird einen Festumzug geben. Wir sind schon mit dem Kabarett „Pfeffermühle“ aus Leipzig im Gespräch, um die Rolle des Tetzel zu besetzen. Denn er soll nicht nur negativ dargestellt werden.

Interview: Victoria Barnack

Ab dem frühen Nachmittag öffneten dann zahlreiche Höfe in der Innenstadt. „Denn heute soll gefeiert werden“, stimmte auch Bürgermeister Arne Raue in den Jubel des Volkes ein – er mimte seinen Vorgänger von vor 450 Jahren. Für Allerlei „Händeklappern“ sorgten zahlreiche Gaukler und Schausteller ebenso wie Musiker und Sänger.

Führungen berichten vom Alltag vor 500 Jahren

Für alle Besucher, die nicht so kund mit den Sitten und Bräuchen des Mittelalters waren wie die knapp 50 kostümierten Adligen, Ritter und Gefolgsleute, bot das Stadtmuseum verschiedene Führungen und informierte zum Alltag vor 500 Jahren und zum Bier im Mittelalter. Passend dazu gab es auf den Höfen Jüterboger Bier und Impressionen aus der Zeit der Fürstentage, beispielsweise am Bogenschießstand der Schützengilde oder am Klemmkucheneisen des Heimatvereins. „Denn auch diese wurden schon vor 500 Jahren gebacken“, erklärte Vereinsmitglied Gabriele Dehn.

Fehlalarm: Dampflok-Dampf mit Feuerrauch verwechselt

Am frühen Abend sorgte dann ein Fehlalarm der Feuerwehr erst für Besorgnis und dann für Schmunzeln. Anwohner hatten am Bahnhof eine starke Rauchentwicklung bemerkt. Die Feuerwehr klärte den Vorfall schnell auf: Es handelte sich lediglich um die abfahrende Dampflok, die Besucher auf einmalige Weise zum Fürstentag transportiert hatte.

Den sechsten Fürstentag im 21. Jahrhundert beherrschte insgeheim aber ein anderes Thema. Das diesjährige Altstadtfest diente als Generalprobe für die Feier zum Motto „Tetzel kommt“ 2017. Zum 500. Jahrestag der Reformation wollen die Jüterboger gemeinsam mit den Wittenbergern feiern.

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Nicht nur Edelmänner, Ritter und Adlige kamen zum Fürstentag nach Jüterbog. Auch Gaukler, Musiker und Handwerker versetzten die Altstadt zurück ins Mittelalter. Die MAZ hat eine Galerie der schönsten Impressionen zusammengestellt.

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Von Victoria Barnack

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