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Seit 20 Jahren der Chef im Rathaus

Jubiläum für Trebbins Bürgermeister Seit 20 Jahren der Chef im Rathaus

Als 31-jähriger Rheinländer begann Thomas Berger am 1. September 1995 seine Arbeit als Amtsdirektor in Trebbin. Er begleitete diverse Kommunalreformen und wurde vor 17 Jahren hauptamtlicher Bürgermeister der 10 000-Einwohner-Stadt südlicher der A10.

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Thomas Berger kam 1995 aus dem Rheinland.

Quelle: Elinor Wenke

Trebbin. Hinsichtlich der Akten auf seinem Schreibtisch war es für Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) am Dienstag ein ganz normaler, vollgestopfter Arbeitstag. Hinsichtlich des Datums auf seiner Karriereleiter nicht. Seit genau 20 Jahren bestimmt er die Geschicke im Rathaus, seit 17 Jahren als hauptamtlicher Bürgermeister.

Am 1. September 1995 wurde Thomas Berger zunächst Amtsdirektor des Amtes Trebbin mit den dazugehörigen Gemeinden, die damals noch eigene Haushalte und eigene Bürgermeister hatten. Der damals 31-jährige Kommunalpolitiker wechselte aus einer Kreisverwaltung im Rheinland freiwillig ins Märkische. „Der Westen war mir zu organisiert und zu langweilig“, bekennt Berger und gab dafür sogar sein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit auf. „Völlig rechtswidrig hatte man mir als Amtsdirektor noch eine dreimonatige Probezeit aufgedrückt“, wundert sich Berger noch heute.

Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass sich zunächst zehn der 13 Gemeinden freiwillig der Stadt Trebbin anschlossen und Thyrow, Schönhagen und Lüdersdorf von der Stadt mit verwaltet wurden – damit war 1998 der Weg für einen hauptamtlichen Bürgermeister frei. Seitdem amtiert Berger ununterbrochen in der dritten Wahlperiode als Oberhaupt einer Kleinstadt mit nun 13 Ortsteilen und insgesamt knapp 10 000 Einwohnern.

Während er bei den Wahlen 1998 und 2006 jeweils einen Gegenkandidaten hatte, ging die Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr eher sang- und klanglos über die Bühne. Berger hatte keinen Gegenspieler. „Darüber war ich eher besorgt als beruhigt“, gibt er zu. „Zum einen brauchte ich die erforderliche Wahlbeteiligung und eine richtige Bestätigung für gute Arbeit ist so eine Wahl ja dann auch nicht“, sagt Berger.

Inzwischen fühlt er sich in Trebbin und in seinem Wohnort Stangenhagen angekommen. „1998 war das für mich ein Job, heute ist es ein bedeutender Teil meines Lebens“, bekennt Berger. Er nimmt für sich in Anspruch, die strukturellen Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Entwicklung aller Ortsteile geschaffen zu haben. Mit der Sanierung der Altstadt, der „guten Stube“, habe er die Stadt attraktiv zum Leben und Arbeiten gemacht. „Und nicht zuletzt engagieren sich die Menschen immer mehr selbst , statt nur von der Stadt zu fordern“, sagt Berger.

Manchmal wünscht er sich von den Bürgern weniger Tuschelei über sein Privatleben und „etwas mehr Zufriedenheit und Freude über Erreichtes, statt gleich wieder das Haar in der Suppe zu suchen“. Beschwerden und Zwist unter den Menschen hätten zugenommen. „Wir müssen wieder mehr Verständnis und Harmonie schaffen“, wünscht sich der Rathauschef.

Der erste Tag in Trebbin kommt ihm vor, als sei es gestern gewesen, wäre da nicht der untrügliche Zahn der Zeit: „Als ich 1995 kam, wurde mein Sohn eingeschult. Nächstes Wochenende ist es meine Enkelin“, sagt Berger, der heute noch einmal alles genauso wie vor 20 Jahren machen würde.

Von Elinor Wenke

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