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Seitenflügel des Cranach-Altars ist zurück

Kunstwerk restauriert Seitenflügel des Cranach-Altars ist zurück

Der Seitenflügel des Jüterboger Cranach-Altars ist wieder in der Nikolaikirche. Er war in den vergangenen Monaten zunächst zu einer Ausstellung in Dessau ausgeliehen, anschließend wurde er gesäubert und gegen den Holzwurm behandelt.

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Bis Januar wird der Altar nur in geöffneter Form zu sehen sein. Danach sollen die Flügel wieder eingeklappt werden können.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. Der Cranach-Altar in Jüterbogs Nikolaikirche hat eine lange Geschichte. Sie beginnt zwischen 1515 und 1520, als der Altar in Wittenberg gefertigt wurde. Das geschah nach dem heutigen Wissen definitiv in der Cranach-Werkstatt. Dort waren Lucas Cranach der Jüngere wie der Ältere, aber auch andere Künstler tätig. Das neueste Kapitel der Geschichte wurde erst gestern geschrieben. Denn am Montagmittag kehrte auch das letzte Teil des Altars nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Dessau zurück nach Jüterbog.

Der Grund der Abwesenheit ehrt den rechten Seitenflügel des dreiteiligen Gottestisches. Er war über vier Monate lang ein Element der Dessauer Landesausstellung „Cranach in Anhalt“. Im Vorfeld brachte sie dem Exponat gleichzeitig eine Schönheitskur ein. Denn der Altar mit seinen beiden Flügeln wurde nicht nur von Restauratorin Grit Jehmlich untersucht und gereinigt.

Vier Wochen verbrachten die Einzelteile des Flügelaltars außerdem in Wünsdorf, wo das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege sitzt. Dort wurde der Altar begast, um den weit verbreiteten Holzwurm zu bekämpfen, der sich auch im Holz des Altars festgesetzt hatte. Anschließend kamen der rechte Seitenflügel nach Dessau und die restlichen Teile zurück in die Nikolaikirche.

Seit Montag ist nun auch das letzte Teilstück wieder in seiner Heimat. Restauratorin Grit Jehmlich brachte das Stück wohlbehalten zurück aus dem Nachbarbundesland. Gemeinsam mit einem Kollegen wurden beide Seitenflügel wieder angebracht. Das Zuklappen, das den Flügelaltar charakterisiert, wird aber erst im Januar möglich sein. Denn für das Anbringen der Scharniere brauchen die Profis mehrere Stunden.

Danach könnte der Altar aus der Cranach-Werkstatt theoretisch in alter Pracht erstrahlen. „Aber es wird später noch mehr Arbeiten an den Flügeln geben“, sagte Grit Jehmlich. Das interessante Gemälde auf der Rückseite des rechten Flügels zeigt eine seltene Darstellung des Fegefeuers, ist aber an den Gesichtern der zu läuternden Sündigen an mehreren Stellen zerkratzt. Dass diese Kratzer vor einigen Jahrhunderten mutwillig durchgeführt wurden, ist dem Zeitalter der Aufklärung geschuldet. Nichtsdestotrotz will die Restauratorin daran Hand anlegen. „Ich möchte die grauen Übermalungen an den Kratzern abtragen, damit das alte Holz darunter sichtbar wird“, erklärt sie.

Außerdem gilt es noch Einiges über den Flügelaltar herauszufinden. Denn er ist – obwohl nicht der einzige seiner Art – die erste Verbindung von Jüterbog nach Wittenberg in die Cranach-Werkstatt. Wer die Gemälde an den Innen- und Außenseiten des Altars anfertigte, ist bis heute nicht klar. „Vor 200 Jahren dachte man, dass er gar nicht von Cranach ist“, berichtete der Jüterboger Pfarrer Bernhard Gutsche. Auch über den Auftraggeber des Werkes könne der Pfarrer die Experten nur Mutmaßungen anstellen.

Von Victoria Barnack

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