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Selbstbedienung im Wald

Birke im Elsthal abgeholzt Selbstbedienung im Wald

Spaziergänger haben im Luckenwalder Elsthal beobachtet, wie ein Mann mit einer Säge einfach eine Birke abgeholzt hat. Auch die Hinweise der Bürger hielten ihn nicht davon ab.

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An dieser Stelle im Elsthal wurde eine Birke abgeholzt.

Quelle: Angelina-Juliett Tenschert

Luckenwalde. Spaziergänger, die kürzlich im Bereich Elsthal der Stadt Luckenwalde ihre Runden drehten, wurden Zeuge einer seltsamen Tat. Ein Mann war zu diesem Zeitpunkt dort mit seinem Fahrrad, einem kleinen Anhänger und mit einer Handsäge unterwegs. Eine schräg stehende Birke mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern nahe der Fläming-Skate war sein Ziel.

Am helllichten Tag begann er, am unteren Stamm der Birke herumzusägen. Es störte ihn dabei nicht, dass es Nachmittag war und er von Spaziergängern, Joggern und Skatern beobachtet wurde. Auch verstand er die Aufregung nicht, als er darauf hingewiesen wurde, dass er da etwas Verbotenes täte. Schließlich handele es sich um einen toten Baum, erklärte er, und alle anderen würden sich doch auch Holz aus den Wäldern holen.

Die Birke wurde trotz aller Diskussionen schließlich abgeholzt. Offensichtlich hatte sich der Holzdieb gutes Brennholz ausgesucht, ohne zu wissen, dass auch Totholz für die Natur von Bedeutung ist. So gelten Bäume, ob als lebendes Gewächs oder Totholz, für unzählige Tier- und Pflanzenarten als Lebensgrundlage.

„Auch ein toter Baum ist ein Baum und für die Natur wichtig“, sagte Manfred Fechner, Leiter des Umweltamtes Teltow-Fläming, gegenüber der MAZ. Im konkreten Fall müsse man aber die Frage klären, ob es sich an der Stelle tatsächlich um Wald handele. „Wurde der Baum im Wald gefällt, so unterliegt das Areal dem Brandenburgischen Waldgesetz“, sagte Manfred Fechner, in diesem Fall sei die Forstbehörde zuständig. Handele es sich aber nicht um Wald, so unterliege die entsprechende Fläche dem Naturschutzgesetz. „In diesem Fall muss ein Antrag auf die Fällgenehmigung gestellt werden“, erklärte Fechner, und diese Genehmigung gelte wegen der Beschränkungen für die Brutvögel eh nur bis Ende Februar.

Für Waldflächen gelte diese Fällbeschränkung nicht, so der Experte. Das heißt, der Waldeigentümer darf durchaus einen Baum fällen oder es anderen Personen erlauben, sich nach bestimmten Kriterien Holz aus dem Wald zu holen. „Aber natürlich darf sich nicht jeder Otto Normalbürger dort eigenmächtig bedienen“, sagte Fechner.

Bekannt gewordene Fälle wie der geschilderte sind im Umweltamt des Landkreises Teltow-Fläming eher die Ausnahme. Holzklau in größerem Ausmaß, auch von bereits gefällten Bäumen, komme jedoch immer wieder vor, sagt Manfred Fechner. Auch würden aufmerksame Bürger hin und wieder dem Umweltamt melden, dass jemand unberechtigt Bäume gefällt hätte. „Diese Hinweise sind zum Teil berechtigt, zum Teil sind sie unberechtigt“, sagt der Leiter des Umweltamtes.

Von Angelina-Juliett Tenschert und Elinor Wenke

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