Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° bedeckt

Navigation:
Selbsthilfe für Autoschrauber

Zossen Selbsthilfe für Autoschrauber

Um ihre alten Autos selbst zu reparieren, haben einige Zossener vor zwei Jahren den Verein Autofreunde Lokschuppen gegründet. Sie haben eine eigene Werkstatt, in der die Mitglieder an ihren Wagen schrauben können. Fachliche Anleitung geben dabei die Gründer: Sie kommen aus der Autobranche.

Voriger Artikel
Kasse geplündert
Nächster Artikel
Selbstexperimente für neue Kloster-Ausstellung

Die Vereinsgründer Harald Kroner (Zweiter Vorsitzender) und Knut Lubahn-Jenchen (Vorsitzender, v. l.).

Quelle: Gudrun Ott

Zossen. Das Auto ist alt und die Reparatur in der Werkstatt viel zu teuer. Es rechnet sich nicht mehr, bekommen Kraftfahrer dann oft zu hören. Was aber tun, wenn das Geld knapp ist und das über viele Jahre lieb gewonnene Gefährt noch nicht auf den Schrott soll?

Verein existiert seit zwei Jahren

Knut Lubahn-Jenchen hat aus diesem Grund vor etwas mehr als einem Jahr gemeinsam mit seinem Nachbarn Harald Kroner den Verein Auto-Freunde-Lokschuppen e. V. gegründet. Der Verein mit Sitz in Zossen, An den Wulzen, sieht sich als eine Gemeinschaft von Kraftfahrern, die Freude daran haben, ihr Auto selbst instand zu halten, zu verschönern und teure oder eventuell unnötige Reparaturen zu vermeiden. Ursprünglich suchte der 48-jährige gelernte Fahrzeugschlosser und Lokführer Knut Lubahn-Jenchen nur einen kleinen Raum zum Schrauben, daraus entstand dann der Verein.

Harald Kroner, Justizvollzugsbeamter und Fahrlehrer für Lkw, findet die Idee des Vereins klasse. Er ist der für die administrative Seite Verantwortliche und sagt von sich, er habe leider nur eine Grundbegabung fürs Handwerkliche. Das sei tiefgestapelt, denn er könne inzwischen beinahe alles, entgegnet Knut Lubahn-Jenchen, der der Vorsitzende der Auto-Freunde-Lokschuppen Zossen ist. Er bezeichnet Kroner als die gute Seele des Vereins.

Motto: „Einer hilft dem anderen“

Das Motto der Auto-Freunde-Lokschuppen: „Einer hilft dem anderen.“ Lubahn-Jenchen kam vor zwei Jahren aus Osnabrück zurück in die Region, in der er geboren und aufgewachsen ist. „Die Idee, einen solchen Verein zu gründen, hatte ich schon in Osnabrück, wollte es dort gemeinsam mit einem Kfz-Werkstattbetrieb aufziehen, aber das hat natürlich nicht funktioniert“, erzählt er. „Vereinsinteressen und Werkstatt standen in Konkurrenz zueinander.“ Deswegen scheiterte das Projekt dort.

In Zossen ist der Verein rasend schnell gewachsen. Der feste Kern besteht aus acht Hauptmitgliedern, sieben davon sind Gründungsmitglieder, die allesamt Spezialisten im Kfz-Gewerbe sind. Dazu kommen an die 40 weitere Mitglieder.

Jeder kann im Verein seine Fähigkeiten einbringen, vom Schrauber bis zum Spezialisten für die Elektrik. Der Verein stellt ihnen Anlagen wie eine Hebebühne, sämtliche Werkzeuge sowie die Maschinen zur Verfügung.

Verein kauft Teile billiger ein

Bis zu 60 Prozent günstiger kann der Verein benötigte Teile einkaufen. Mitglieder profitieren davon – und von der Hilfestellung von Fachleuten, die von Beruf Kfz-Mechatroniker oder Fahrzeuglackierer sind und bei Mercedes und MAN arbeiten. „Wir, die wir Autos lieben, schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz und wollen Leute um uns scharen, die Autos haben, die für Werkstätten wirtschaftliche Totalschäden sind“, so Knut Lubahn-Jenchen.

Er erinnert an die DDR: „Wer hier aufgewachsen ist, kennt das Prinzip der gegenseitigen Hilfe. Ein Prinzip, das ich nicht verloren gehen lassen wollte.“

Unter den Fahrzeugen, die hier einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen worden sind, eine Reparatur erfahren haben und den Mitgliedern gehören, sind auch Exoten wie ein alter Chrysler Voyager, ein Cadillac STS, ein Audi RS6, ein Jaguar sowie ein seltener amerikanischer Van.

Ein Beispiel für die Arbeit des Vereins: Bei dem Chrysler war das Kupplungsseil kaputt. Der Materialeinkaufspreis betrug 30 Euro. Die Chrysler-Werkstatt wollte 800 Euro. „Von den Fahrzeugen unserer Mitglieder sieht keines mehr eine Kfz-Werkstatt“, sagt der Vereinsvorsitzende und weiß, man kann es sich leisten, sein Auto lange zu fahren.

Von Gudrun Ott

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg