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Selbstverständliches Engagement

Lindenbrück Selbstverständliches Engagement

Erika Götze sorgt im Dorf Lindenbrück mit dafür, dass sich etwas tut: Die 74-Jährige engagiert sich im örtlichen Heimatverein und ist immer zur Stelle, wenn es etwas zu tun gibt. Eigentlich war ja das Motorradfahren mal ihre Leidenschaft, aber sie musste ihre Maschine verkaufen.

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Erika Götze auf ihrem Fahrrad in Lindenbrück.

Quelle: foto: gudrun Ott

Lindenbrück. Wer bei Erika Götze klingelt und die aktive Seniorin nicht antrifft, der kann beim Nachbarn nachfragen. Dieser wird im Garten vermutlich den Spaten aus der Hand legen, zu den Wolken schauen und das Wetter prüfen. Da das noch einigermaßen freundlich ist, werde Erika wohl mit dem Fahrrad unterwegs sein, erfährt der Besucher.

Die 74-Jährige trifft sich einmal in der Woche mit den Fahrradfrauen aus Lindenbrück und Funkenmühle. Sportliche Fahrradtouren gehören zu ihrem Hobby, ebenso wie das Kartenspielen, Kuchenbacken und das ganz selbstverständliche Engagement für den Heimatverein, dem sie seit 2008 angehört.

Selbstgebackenes schmeckt besser

Ohne Wenn und Aber hilft sie beim Ausrichten der Feste, ist immer auch mit selbst gebackenen Kuchen dabei. „Einfach weil Selbstgebackenes besser schmeckt“, erklärt sie und fügt an, besonders der Mohnkuchen werde sehr nachgefragt und verkaufe sich in null Komma nichts.

Ortsvorsteherin Brigitte Krawczyk sagt über Erika Götze, sie sei ein großer Gewinn für den Verein „Am Mühlenfließ“. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit übe sie zum Nutzen der Einwohner des Ortsteiles Lindenbrück mit den Gemeindeteilen Funkenmühle und Zesch am See aus. Da sie zum Zeitpunkt der Ehrung aller Ehrenamtlichen während des Zossener Weinfestes auf Reisen war, wurden ihr der kleine Anhänger aus drei Gramm Gold, Ehrenurkunde und Blumen auf der Ortsbeiratssitzung Ende September überreicht. Ausgezeichnet für das soziale Engagement, die Kreativität, Freude und Mitgestaltung am Gemeinwesen, so steht es auf der Urkunde.

Ehrung vom Ortsbeirat

„Dass Engagement anerkannt wird, finde ich schön“, sagt Erika Götze, schmunzelt und verweist auf den Verein, denn ohne den wäre nichts los in der Region. „Der bringt die Menschen zusammen und das ist wichtig.“ Und da müsse man doch einfach mitmachen.

Geboren und aufgewachsen ist sie in Töpchin, hat 30 Jahre lang in Ludwigsfelde gewohnt und im Autowerk gearbeitet. Nach der Wende war sie Mitarbeiterin im Ludwigsfelder Ordnungsamt. Ins idyllische Lindenbrück sind Erika Götze und ihr Ehemann Dieter 1997 gezogen. Damals fuhr sie noch Motorrad. „Wir waren 13 Motorrad-Ladys und haben regelmäßige Ausfahrten gemacht“, erzählt sie. Doch damit ist es seit einiger Zeit vorbei. „Leider musste ich die Maschine verkaufen. Die Knie wollten nicht mehr so, sonst würde ich heute noch Motorrad fahren“, so Erika Götze. Dabei hatte sie ein Vorbild, das noch viel länger auf der Maschine saß: „Meine Mutter war bis ins 78. Lebensjahr mit ihrem Motorrad unterwegs. Eigentlich wollte ich es ihr gleichtun“, so die Rentnerin. Jetzt muss sie sich mit dem Fahrrad begnügen – und hat auch dank ihres neuen Verkehrsmittels einen Wunsch: „Jetzt aber wünsche ich mir für Lindenbrück einen anständigen Fahrradweg“, sagt Erika Götze, steigt aufs Rad und entschwindet.

Von Gudrun Ott

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