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Teltow-Fläming Seltene Würdigung eines Taubenturms
Lokales Teltow-Fläming Seltene Würdigung eines Taubenturms
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11:35 25.08.2016
100 Jahre und eine grundlegende Restauration hat das Taubenhaus in Seehausen auf dem Buckel. Quelle: Victoria Barnack
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Seehausen

Einen Zweck hat das Taubenhaus auf dem Grundstück von Familie Sturm in Seehausen nicht mehr. Das Federvieh empfinden die Besitzer des Hofes wie viele anderen Menschen eher als lästig. „Wir haben nur Spaß an ihnen, wenn es die Tauben zum Essen gibt“, scherzt Frank-Peter Sturm.

Er lebt gemeinsam mit seinen Eltern seit 25 Jahren wieder in Seehausen – allerdings ohne Tauben. Direkt nach ihrer Rückkehr in den Fläming war die Restaurierung des 100 Jahre alten Häuschens dennoch eines der ersten Projekte, dem sich die Familie widmete.

Familie zog aus dem Westen nach Seehausen

Die Mutter von Hausherrin Marie-Luise Sturm war der Anlass für die Baumaßnahmen zu Beginn der Neunziger Jahre. Vor der Wende hatte die Familie im niedersächsischen Salzgitter gelebt und war erst nach dem Mauerfall wieder auf das Grundstück der Großeltern gezogen. „Meine Mutter wollte damals, dass wir das Taubenhaus wieder in Ordnung bringen“, erklärt Marie-Luise Sturm.

Bevor die Sanierung des Taubenturms – so wird das Häuschen auch genannt – beginnen konnte, musste die Konstruktion jedoch erst gesichert werden. Denn er drohte, einzustürzen. „Darunter war eine Jauchegrube“, erläutert Marie-Luise Sturm. Noch heute sieht man im Inneren wie sich der Boden absenkt, obwohl die Grube verschlossen wurde.

Unten Schweine, oben Gänse

Zum Schimmeln der Holzbalken trug außerdem ein Misthaufen bei, der sich einst direkt neben dem Taubenturm befand. Grund dafür war die Nutzung des Gebäudes, das nicht nur von Tauben in Beschlag genommen wurde. „In der unteren Etage war ein Stall für Gänse und Schweine“, erzählt die Seehausenerin. Der eigentliche Taubenschlag befand sich stets in der oberen Etage des Hauses. Bei dem Modell von Familie Sturm wurden die Einflugöffnungen aus Formsteinen gebildet, die auch nach der Restaurierung durch Familie Sturm in ihrer ursprünglichen Ausführung erhalten blieben.

Die Einflugöffnungen aus Formsteinen- Quelle: Victoria Barnack

Mit ihrem Anliegen wandte sich Marie-Luise Sturm zunächst an das Jüterboger Bauamt. Denn als sich die Familie wieder auf dem Seehausener Hof niederließ, war ihr Taubenhaus noch gar nicht durch die Denkmalbehörde geschützt. Das ließ Familie Sturm, die bis dato noch unerfahren im Restaurieren war, jedoch größeren Spielraum bei ihren Arbeiten als es heute der Fall wäre.

Taubenhäuser sind in der Region verbreitet

Bis auf die Eingangstür des kleinen Hauses wurde fast alles an dem Gebäude erneuert. „Selbstverständlich immer nach dem originalen Vorbild“, ergänzt Frank-Peter Sturm. Deshalb ist das Häuschen inzwischen denkmalgeschützt. „Für uns war das die Bestätigung, dass wir trotz mächtiger Kosten, die wir mit den Arbeiten hatten, alles richtig gemacht haben“, sagt Marie-Luise Sturm erfreut. Denn vor allem ihre Nachbarn konnten anfangs nicht verstehen, weshalb sich ihre Familie so mühevoll um das Haus kümmerte. „Man hatte hier keinen Sinn dafür“, erinnert sie sich. Die Taubenhäuser waren in der Region alles andere als selten. Auf den meisten Höfen wurde sie jedoch abgerissen.

Zur Geschichte des Taubenhauses

Der Bau der meisten Taubenhäuser wird um 1900 datiert. Die auch Taubentürme genannten Häuser gehörten zu fast allen Gehöften. Sie symbolisierten den Wohlstand des Grundstücksbesitzers. In der unteren Etage wurden traditionell Nutztiere gehalten.

In Seehausen existieren noch heute mehrere Taubenhäuser, die jedoch nicht alle restauriert wurden. Auf anderen Höfen wurden die Gebäude abgerissen, da sie in der Mitte des Hofes und damit modernen, großen Landfahrzeugen im Weg standen.

Der Taubenturm von Familie Sturm hat daher inzwischen Vorbildfunktion. Heute beschreibt der Denkmalschutz des Landkreises Teltow-Fläming das Gebäude auf dem Seehausener Grundstück immerhin als ein „besonderes Prachtstück“ unter den Taubenhäusern im gesamten Bundesland. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege lobt vor allem die architektonisch aufwendige Gestaltung des Seehausener Taubenhaus-Modells.

Von Victoria Barnack

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