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Seniorenarbeit in Kleinbeeren im Umbruch

Soziales Seniorenarbeit in Kleinbeeren im Umbruch

Der Ortsbeirat von Kleinbeeren hatte am Sonnabend die Senioren des Ortes eingeladen, um über die künftige Seniorenarbeit im Ort zu diskutieren – doch keiner kam. Trotzdem wollen sich die Ortspolitiker an neuen Veranstaltungen versuchen. Doch ein Problem bleibt: Wer ist eigentlich Senior?

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Der Stellvertretende Ortsvorsteher Andreas Meyer, Kaffeetafel-Organisatorin Karina Thiem und Ortsvorsteher Bernd Winkelmann.

Quelle: Orth

Kleinbeeren. In Turnschuhen nimmt Helena Burzlaff die Treppen zum Gemeinderaum Kleinbeeren. Die Rentnerin trainiert zweimal die Woche Fitness mit Zumba. Sie möchte sich engagieren, denn in dem Großbeerener Ortsteil gibt es keine Aktivitäten für Senioren. Daher war sie am Sonnabend bei einer Veranstaltung des Ortsbeirates, bei der es um solche Aktivitäten gehen sollte. Aber es fehlten die Senioren, für die dei Angebote eigentlich gedacht sind.

Auch in Großbeeren und den anderen Ortsteilen gibt es derzeit keine Seniorenangebote der Gemeinde. Im Oktober ging die bisherige Leiterin des Seniorentreffs, Elvira Frase, in den Ruhestand. Die Gemeindevertretung hatte dann einstimmig beschlossen einen Sozialarbeiter einzustellen, der sich um die Belange der älteren Menschen kümmern soll. Ziel der Verwaltung ist es zudem, einen Seniorenbeirat zu gründen. Um die Situation der Senioren bewerten zu können, war eigens ein Fragebogen erstellt worden, der an alle Einwohner ab dem 55. Lebensjahr verschickt wurde.

Zehn Prozent Seniorenhaushalte im Ort

„Das ist ein wunder Punkt“, sagt Helena Burzlaff. „Ab wann ist man Senior?“ Burzlaff hält den Begriff für stigmatisiert. „Viele fühlen sich einfach noch nicht so alt“, erklärt sie. Auch der Ortsbeirat möchte diese Formulierungen jetzt überdenken. Dabei ist Kleinbeeren der Ortsteil mit dem größten Anteil an Seniorenhaushalten, insgesamt 97 von gut 850 Einwohnern. Das sind über zehn Prozent. „Die Tendenz ist steigend“, sagt Ortsvorsteher Bernd Winkelmann. Er wünscht sich, dass der zukünftige Seniorenbeauftragte die Ortsteile in seine Arbeit integriert. Winkelmann stellt sich generationsübergreifende Veranstaltungen rund um das Gemeindehaus vor. „Wir könnten eine Brücke schlagen zwischen alt und jung.“ Grundgedanke sei der stärkere Zusammenhalt im Dorf. Dabei geht es auch um die Reaktivierung der Gemeinschaft derjenigen, die in Kleinbeeren aufgewachsen sind. Burzlaff kennt das Problem. „Früher hat man sich am Konsum getroffen und ausgetauscht“, erzählt die Kleinbeerenerin. „Heute kenne ich kaum jemanden mehr.“

Stellvertretender Ortsvorsteher: Anlaufstelle fehlt

Dass niemand aus der Zielgruppe erschienen ist, macht den Ortsbeirat nachdenklich. „Wir wollen die Bedürfnisse, die jetzt noch nicht präsent sind, bereits jetzt aufzugreifen“, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Andreas Meyer. Erstrebenswert sei da auch die Zusammenarbeit mit Vereinen aus Großbeeren, so Meyer. Auch, wenn manche Bedürfnisse vielleicht erst in zehn Jahren aktuell sind, wie mehr Bänke in der Gemeinde, Ampelübergänge oder ein verbesserter Nahverkehr. Es solle ein generationsübergreifendes Netzwerk entstehen, um etwa die Enkel zum gemeinsamen Nähkurs mitzunehmen. Es fehlt aus Meyers Sicht eine Anlaufstelle, die die Bedürfnisse der älteren Menschen koordiniert oder ihnen hilfreich zur Seite steht.

Karina Thiem ist an der Organisation einer ersten Kaffeetafel beteiligt. Nach dem erfolgreichen Weihnachtsfest, gilt es jetzt die älteren Bewohner zu regelmäßigen Veranstaltungen zu bewegen. „Fünf bis sechs Teilnehmer wären schön“, sagt sie. Bei dem ersten Treffen solle es darum gehen, herauszufinden, welche Schwerpunkte die Senioren bei ihren Aktivitäten setzen möchten.

Info: Termin für die erste Kaffeetafel ist der 24. Mai, 16 Uhr im Kleinbeerener Gemeindehaus.

Von Krischan Orth

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