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Sicherer Weg für die Rehe

In Ludwigsfelde wird über eine Wildbrücke nachgedacht Sicherer Weg für die Rehe

Jäger und Planer diskutieren in Ludwigsfelde über eine Querungshilfe für Wildtiere. Mit einer Wildbrücke sollen Rehe und andere Wildtiere über den Berliner Autobahnring wechseln können. Doch solch eine Brücke würde rund fünf Millionen Euro kosten - Geld, das Kritiker lieber woanders investieren würden.

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Solch eine Wildbrücke wie hier über die A 11 in der Uckermark soll Wildtieren künftig auch bei Gröben ermöglichen, den Berliner Südring zu überqueren.

Quelle: dpa

Ludwigsfelde. Denn seit dem Mauerfall ist im Bereich der südwestlichen Straßen aus der Hauptstadt so viel Wald und Ackerland für Infrastruktur und Wohnsiedlungen umgewidmet worden wie kaum sonst in der Bundesrepublik. Das erschwert Wald- und Wildtieren die Futtersuche, ihr Lebensraum ist deutlich kleiner geworden. Allerdings gibt es selbst im Rathaus Vorbehalte, für solch eine Querungshilfe einen siebenstelligen Betrag auszugeben. Dieses Geld wäre für andere Dinge sinnvoller investiert, heißt es.
Fakt ist: Um dem Rehwild in Hauptstadtnähe Biotope wie das Siethener Elsbruch zu erhalten, beziehungsweise wieder zugänglich zu machen, denkt man in Ludwigsfelde tatsächlich über eine Querungshilfe an der Autobahn nach, eine sogenannte Wildbrücke. Die Silbe „Wild-“ betont Wilfried Thielicke dabei besonders. Er ist im Rathaus für die Wirtschaftsförderung einschließlich der Flughafenfragen zuständig und will ein Missverständnis aufklären: „Es geht bei uns nicht um eine Grünbrücke, wie sie an anderen Stellen schon über Autobahnen gebaut wurde.“

Tatsächlich waren die Kosten für eine solche Grünbrücke von der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (IPG) schon untersucht worden; sie lagen bei rund fünf Millionen Euro. Nach Thielickes Worten geht es für die Stadt jetzt darum, zwischen den Ludwigsfelder Ortsteilen Ahrensdorf und Gröben eine Wildbrücke zu planen. Das Geld dafür soll vor allem von der kommunalen Gesellschaft zur Entwicklung des Flughafenumfelds kommen. Diese ist Dienstleister für Investoren und Kommunen in der Region, sie bietet Ausgleichsmaßnahmen für Neubauten oder Erweiterungen von Firmenflächen an.

Betriebe zahlen Geld in einen Fonds, aus dem Maßnahmen in den Kommunen finanziert werden. So wurden zum Beispiel für die Königs Wusterhausener Hafenerweiterung die Tonteiche in Neue Mühle saniert. Ob Ludwigsfelde tatsächlich über diesen Weg Geld für eine Wild-Querungshilfe über die Autobahn A 10 vom und zum etwa 200 Hektar großen Elsbruch bekommt, stehe noch nicht fest, so Thielicke.

Doch es gibt eine kostengünstigere Variante. Denn genutzt werden könnte eine alte vorhandene Kopfsteinpflaster-Brücke. Genutzt wird diese Brücke derzeit vor allem von Landwirten, Radfahrern und Fußgängern, für normale Pkws ist die Fahrbahn zu holprig. Außerdem müsste für den Ausbau zur Wildbrücke keine Fläche dazugekauft werden, sodass die Baukosten erheblich geringer als bei einer Grünbrücke ausfallen würden. Die IPG führt außerdem an, dass diese Brücke bereits jetzt von Tieren genutzt wird, im Untersuchungszeitraum bis zu elfmal pro Nacht. Zudem könnten zusätzlich Wanderkorridore zum Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung angebunden werden.

Das Siethener Elsbruch mit seinem geschlossenen Wald und dem hohen Grundwasserstand liegt isoliert zwischen dem Autobahnring und der Eisenbahnstrecke Schönefeld – Potsdam. Es könnte mit einer Wildbrücke Tieren gute Deckung bieten, die jenseits der Autobahn auf relativ freier Fläche leben. Die Autobahn dort ist für sie inzwischen nicht nur wegen ihrer Leitplanken und wegen der beidseitigen Einzäunung ein unüberwindliches Hindernis.

In Höhe des für die Tiere geplanten Brückenübergangs rollen nach aktueller Verkehrsprognose bis zum Jahr 2020 täglich etwa 71 000 Fahrzeuge über den Beton. Doch Tiere würden das Queren von Autobahnen mit einer Verkehrsdichte von mehr als 30 000 Fahrzeugen ohnehin selten überleben, sie könnten sie „nur an Bauwerken erfolgreich queren“, stellen die Planer fest.

Von Jutta Abromeit

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