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Siemens baut Gasturbinen-Prüfstand in den USA

Ludwigsfelde Siemens baut Gasturbinen-Prüfstand in den USA

Zu den bisherigen zwei Siemens-Unternehmen in Ludwigsfelde kommt vorerst kein drittes – die Entscheidung für eine Rieseninvestition von mehr als 100 Millionen Euro ist gefallen, der Weltkonzern baut sienen neuen Gasturbinen-Prüfstand in North Carolina.

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Rotor-Endmontage im Gasturbinenwerk Berlin-Moabit.

Quelle: Foto: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Der Technologie-Konzern Siemens baut seinen geplanten neuen Gasturbinen-Prüfstand nicht im Ludwigsfelder Preußenpark, sondern im US-Staat North Carolina. Das ist die Quintessenz einer Pressemitteilung vom Dienstag, wonach Siemens und der Kraftwerksbetreiber Duke Energy eine Technologiepartnerschaft zur Entwicklung fortschrittlicher Gasturbinentechnik unterzeichneten. Die bestehende Anlage Lincoln County Combustion Turbine soll erweitert werden. Damit ist der Traum dieser Siemens-Rieseninvestition von mehr als 100 Millionen Euro in Brandenburg ausgeträumt.

Siemens-Projektleiter Jerry Klopf am Testareal im Ludwigsfelder Preußenpark

Siemens-Projektleiter Jerry Klopf am Testareal im Ludwigsfelder Preußenpark.

Quelle: Jutta Abromeit

Wie berichtet hatten die Stadt Ludwigsfelde und hiesige Genehmigungsbehörden alle notwendigen Behördenschritte in die Wege geleitet, um diese Ansiedlung zu ermöglichen. Nach weltweiter Standortsuche für das neue Prüfzentrum waren für Siemens zwei Standorte übrig geblieben: das äußerst verkehrsgünstige gelegene Ludwigsfelde, wo Siemens bereits ein Kraftwerksteile-Logistikzentrum und einen Brenner-Prüfstand betreibt, sowie North Carolina.

Nach den Tests geht der Kraftwerksblock in den Regelbetrieb

Den Ausschlag gab, dass Duke Energy bis 2024 rund 400 Megawatt zusätzliche elektrische Leistung braucht, um Bedarfsspitzen in North und South Carolina zu bedienen. „Die Genehmigung zur früheren Errichtung der Anlage ermöglicht Siemens, seine neuesten Gasturbinentechnologien zu installieren, zu testen und die erforderliche Leistung rechtzeitig bereitzustellen“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach dem Bau sowie den Test- und Prüfverfahren werde der neue Kraftwerksblock an Duke Energy für den Regelbetrieb übergeben. Siemens fertigt im Werk in Charlotte im Bundesstaat North Carolina Gasturbinen, Dampfturbinen und Generatoren, außerdem sei der Standort für den Kraftwerksservice von Siemens wichtig, hieß es.

Eine in Brandenburg nicht mögliche Konstellation

Ein Siemens-Sprecher in München erklärt, warum die Entscheidung gegen Ludwigsfelde fiel: „Wir sind mit dem Kunden Duke Energy eine strategische Partnerschaft eingegangen, die neben der reinen Komponentenlieferung ebenfalls ein umfassendes Test- und Validierungskonzept beinhaltet.“ Siemens teste damit neue Technologien gemeinsam mit einem starken Partner und prüfe sie unter realen Bedingungen in einem Kraftwerk.„Diese für uns ideale Konstellation wäre in Ludwigsfelde nicht möglich gewesen“, so der Sprecher. Ludwigsfelde bleibe ungeachtet dessen mit dem Clean Energy Center (CEC) und dem Logistik-Zentrum ein wichtiger Standort für die Siemens AG. Man danke allen involvierten Personen und Stellen in und um Ludwigsfelde, die Siemens in der Evaluierungsphase hervorragend unterstützt haben, heißt es, und man freue sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.

Sowohl im Rathaus von Ludwigsfelde als auch im Wirtschaftsministerium und bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) bedauert man die Entscheidung. Ministeriumssprecherin Claudia Lippert sagte: „Für uns ist Ludwigsfelde ein erstklassiger und innovativer Industriestandort.“ Genauso äußerte sich WFBB-Sprecher Alexander Gallrein. Davon zeuge auch die bisherige Präsenz von Siemens. Selbstverständlich bleibe die WFBB mit dem Unternehmen in engem Kontakt und stehe mit aller Wirtschafts- und Arbeitsförderung zur Verfügung, so Gallrein.

Keine Entscheidung gegen Ludwigsfelde

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) betrachtet trotz seines Bedauerns die neue Kooperation von Siemens und Duke Energy nicht als Entscheidung gegen Ludwigsfelde. Er sagt: „Das war eine Entscheidung, die wir nicht beeinflussen konnten.“ Die Verwaltung suche nun das Gespräch mit dem Konzern. Gemeinsam mit Siemens wolle man ausloten, wie mit der vorgehaltenen Fläche umgegangen wird, so Igel. Extra für das Vorhaben Gasturbinen-Prüfstand waren für den Global Player Siemens direkt am Berliner Autobahn-Südring baurechtlich mehr als acht Hektar Gewerbefläche in Industriegebiet umgewandelt worden.

Siemens kündigt für Herbst dieses Jahres an, „ein umfangreiches Volumen an Tests, das bislang noch extern ausgeführt wird“, fast vollständig ins CEC Ludwigsfelde zu verlagern. Somit wachse die Bedeutung des Standorts für die Gasturbinen-Entwicklung, erklärt der Sprecher. Bisher seien dort seit Betriebsbeginn 2015 rund 100 Millionen Euro investiert worden.

Von Jutta Abromeit

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