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„Silvio S. wurde nur zweimal gesehen“

Umbau des Luckenwalder „Mördergartens“ zum Gedenkort „Silvio S. wurde nur zweimal gesehen“

Der Mord an dem kleinen Elias aus Potsdam hat viele Menschen geschockt. Silvio S., ein 32-jähriger Brandenburger hat die Tat gestanden. Die Leiche hat er in einem Kleingarten in Luckenwalde vergraben. Nun wird der Garten zu einem Gedenkort umgestaltet. Wir haben mit dem Kreisvorsitzenden der Kleingärtner über den Fall Elias gesprochen.

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In diesem Kleingarten hat Silvio S. die Leiche von Elias vergraben.

Quelle: Foto: Margrit Hahn

Luckenwalde. Derzeit wird der Kleingarten des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S. in der Luckenwalder Kleingartenanlage Eckbusch zum Gedenkort umgestaltet. Wie die Gärtnergemeinschaft damit umgeht, dass in ihrer Sparte die Leiche von Elias (6) vergraben war, sagt Werner Fränkler, Kreisverbandsvorsitzender der Kleingärtner in Teltow-Fläming.

Kreisverbandsvorsitzender Werner Fränkler

Kreisverbandsvorsitzender Werner Fränkler.

Quelle: Margrit Hahn

MAZ : Wie ist die Stimmung in der Kleingartenanlage Eckbusch, nachdem dort die Leiche des kleinen Elias gefunden wurde?

Werner Fränkler: Zunächst waren eine große Betroffenheit, Wut und Unverständnis zu verzeichnen. Die Anteilnahme ist sehr groß. Diesen Garten aus der Nutzung zu nehmen, war nicht nur der Stadt und den Stadtverordneten ein Herzensanliegen, sondern auch dem Kreisverband und den Kleingärtnern. Ein solch schreckliches Ereignis ist schwer zu verarbeiten.

Was können die Kleingärtner nun tun, um das Negativ-Image aus dem Vorfall wieder los zu werden?

Fränkler: Im Eckbusch wird ein Garten der Erinnerung für Elias und Mohamed geschaffen. Die Stadt hat die Aufbauten auf der 350 Quadratmeter großen Fläche beräumt. Es werden Bäume gepflanzt und eine Bank aufgestellt, um einen Ort der Stille zu gestalten. Wir wollen so unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

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30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

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Was passiert mit den vielen Plüschtieren und den Kerzen, die schon dort abgestellt worden sind?

Fränkler: Es sind an drei Stellen in der Gartenanlage die große Anteilnahme der Menschen an diesem schrecklichen Ereignis zu sehen. Was damit genau geschieht, dazu werden wir uns mit den Vorstandsmitglieder im Eckbusch verständigen, wenn die derzeitigen Arbeiten abgeschlossen sind.

Kannten Sie Silvio S. persönlich?

Fränkler : Nein, ich habe am 30. November 2014 nur seinen Pachtvertrag unterschrieben. Ich habe ihn persönlich nicht getroffen.

Hatten andere Kleingärtner Kontakt zu ihm?

Fränkler: Meines Wissens hatte kaum ein Gartennachbar Kontakt zu ihm. Silvio S. wurde nur zweimal gesehen.

Ist es üblich, dass jemand Anfang November einen Garten pachtet?

Fränkler: Meist werden Pachtverträge im Frühjahr unterschrieben. Es kommt aber auch vor, dass dies im Winter geschieht. Es konnte niemand ahnen, was passieren würde.

Welchen Eindruck machte der Garten von Silvio S.?

Fränkler: Der Garten befand sich in einem nichtbewirtschafteten Zustand. Das war die einzige Auffälligkeit, die es gab.

Was sagen Sie dazu, dass dieser Garten jetzt gestaltet wird?

Fränkler: Ich finde es gut, dass ein Fachmann zu rate gezogen wurde. Der Entwurf der Kindergrabstätte auf dem Jüterboger Friedhof stammt ja ebenfalls vom Landschaftsarchitekten Horst Heinisch.

Die Kleingärtner erklären sich bereit, den Garten der Erinnerung zu pflegen. Wie funktioniert das?

Fränkler: Es ist ja kein Riesenaufwand, die Fläche zu pflegen. Zudem müssen die Kleingärtner eh Aufbaustunden leisten. Das lässt sich gut miteinander verbinden, zumal die Gartenfreunde vom ersten Tag an ihre Bereitschaft zur Pflege erklärt haben.

Von Margrit Hahn

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