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Teltow-Fläming Sinnvolle Beschäftigung ärztlich verordnet
Lokales Teltow-Fläming Sinnvolle Beschäftigung ärztlich verordnet
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11:45 02.06.2016
Der Runde Tisch Asyl in Jüterbog. Quelle: Victoria Barnack
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Jüterbog

Schmerzen, keine Sprachkenntnisse und niemanden, der einem helfen kann. Dieses Horrorszenario ist oft Alltag für geflüchtete Menschen, die erst seit kurzer Zeit in einem deutschen Übergangswohnheim leben. Auch die Jüterboger Asylbewerber kennen diese Situation nur zu gut. Von seinen Erfahrungen mit den Flüchtlingen und ihren typischen Beschwerden berichtete Dr. Martin Wehner am Dienstag am Runden Tisch Asyl.

„Wir verstehen dieses Treffen als offenes Forum, in dem wir uns über den aktuellen Stand in den Heimen aber auch die Sorgen der Jüterboger austauschen“, erklärte Pfarrerin Mechthild Falk zur Eröffnung der Runde. Das Treffen, das alle paar Monate an einem anderen Ort in Jüterbog stattfindet, gab es 2014 zum ersten Mal. Seit diesem Jahr hat der Runde Tisch Asyl eine neue, inhaltliche Struktur. Jedes Mal soll ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt stehen. Am Dienstag ging es um die ärztliche Behandlung in und um Jüterbog.

„Zu Beginn hatten wir auch im Team unserer Gemeinschaftspraxis mit einigen Vorbehalten zu kämpfen“, gibt Arzt Martin Wehner zu. Inzwischen kann er aber fast nur Positives berichten, was die Einstellung seiner Mitarbeiter und auch der anderen Patienten anbelangt. „Es gab noch nie von wartenden Patienten irgendeinen Kommentar“, berichtet er.

Gutes Feedback bekommt die Gemeinschaftspraxis, die Wehner mit zwei weiteren Ärzten führt, auch von den Asylbewerbern und den Mitarbeitern der Übergangswohnheime. „Sie sind unsere erste Anlaufstelle, wenn einer unserer Bewohner etwas hat“, stimmt Heimleiterin Nadine Fischer zu. Sie kann nur eine handvoll Praxen aufzählen, mit denen die Zusammenarbeit überhaupt funktioniert.

Das größte Problem, das es bei den Untersuchungen in der Praxis anfangs gab, hat sich mittlerweile sogar fast von selbst gelöst. Denn damals ging ohne Dolmetscher nichts. „Inzwischen können mir die Patienten sagen, wo oder welche Schmerzen sie haben“, berichtet Dr. Martin Wehner.

Aus ärztlicher Sicht fällt das Zwischenfazit des Jüterboger Doktors jedoch weitaus weniger positiv aus. „Gesundheitlich gibt es eigentlich nichts besonders“, sagt er. Asylbewerber darf er ohnehin nur bei akuten Beschwerden behandeln. „Die Ursache ist in den meisten Fällen, dass die Leute keine Beschäftigung haben“, erklärt er. Deshalb engagiert sich Martin Wehner auch über die ärztliche Behandlung hinaus für die Integration der Flüchtlinge. In der Gemeinschaftspraxis treffen regelmäßig Fahrradspenden ein. Außerdem gibt es eine Art Schwarzes Brett für Gesuche.

Wehner vermittelt aber auch ganz persönlich. Neulich erzählte ihm eine Lehrerin vom Mangel an Sportlehrern ihrer Schule. „Kurz darauf habe ich eine Frau behandelt, die früher als Sportlehrerin arbeitete“, berichtet er, „die habe ich sofort eingepackt und zu der Schule gefahren.“ Schon in der kommenden Woche soll die Asylbewerberin dort hospitieren. Die Frage nach dem Beruf und der anschließende Versuch, die Asylbewerber an eine geeignete Stelle zu vermittelt, ist für Wehner inzwischen eine gängige Behandlungsmethode geworden. „Denn das ist der beste Weg zur Heilung“, sagt er.

Von Victoria Barnack

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