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So klappts mit dem Schienenersatzverkehr

Bahnstrecke Dresden – Berlin So klappts mit dem Schienenersatzverkehr

Die Bahnstrecke Dresden–Berlin ist für eineinhalb Jahre gesperrt. Sie wird zwischen Wünsdorf und Elsterwerda ausgebaut. Für die Anwohner ist die neue Ruhe noch etwas ungewohnt. Pendler müssen sich mit dem Ersatzverkehr arrangieren – und sind nicht immer zufrieden.

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Baufahrzeuge statt Züge im Gleisbett: Im Bereich des Bahnhofs in Baruth wird seit einer Woche am Streckenausbau gearbeitet.

Quelle: Andreas Staindl

Baruth. Die Bahnstrecke Dresden–Berlin wird ausgebaut. Der Abschnitt zwischen Elsterwerda und Wünsdorf ist bis Dezember des nächsten Jahres komplett gesperrt. Danach sollen die Züge mit Tempo 200 auf den neuen Gleisen rollen.

Baufahrzeuglärm statt Bahnlärm

Die Bauarbeiten haben gerade erst begonnen. Cornelia Ringel kann die Arbeiten verfolgen. Sie wohnt direkt an der Bahn in Baruth, konnte den vorbeifahrenden Zügen bislang vom Fenster aus zuwinken. Das ist vorerst vorbei. Ob das ein komisches Gefühl ist, so ganz ohne ratternde Züge im Stundentakt? „Eigentlich nicht“, sagt sie, „denn ganz ruhig ist es ja jetzt auch nicht. Die Baufahrzeuge sind schon deutlich zu hören. Doch das stört mich nicht.“ Und der Zugverkehr davor? „Auch der hat mich nicht gestört“, sagt Cornelia Ringel, „man gewöhnt sich an alles. Nur wenn wir im Garten gesessen haben, war es schwierig sich zu verständigen, wenn gerade ein Zug vorbeigefahren ist. Doch auch das war kein größeres Problem.“

Die Bahnhöfe an der Strecke sind geschlossen

Die Bahnhöfe an der Strecke sind geschlossen.

Quelle: Andreas Staindl

Also kein Unterschied ob mit oder ohne Bahn? „Nachts schon“, sagt die Barutherin, „da sind die Güterzüge ziemlich laut vorbei gerumpelt. Das ganze Haus hat gewackelt. Doch das soll sich ja nach dem Streckenausbau verbessern, hat man uns gesagt.“

Margot Adamczewski wohnt ebenfalls in der Bahnhofstraße in Baruth, und das „seit 50 Jahren“, wie sie erzählt. Ein Leben in unmittelbarer Nachbarschaft der Eisenbahn. „Ein bisschen komisch ist das schon, aber das ist halt so“, sagt die Seniorin, die wie ihr Mann Otto früher bei der Bahn gearbeitet hat, dazu, dass plötzlich keine Züge mehr anhalten oder vorbeifahren. „Wir haben schon so viel erlebt, da stört uns auch der Ausbau der Bahnstrecke vor unserer Tür nicht“, sagt sie, „und schließlich muss die Strecke ja irgendwann erneuert werden.“

Bahnreisende müssen auf Busse umsteigen

Direkt vor ihrem Haus sind die Gleise schon raus. Wo sonst Züge rollen, tuckern jetzt Lastkraftwagen, um den Schotter aus dem Gleisbett wegzufahren. Vor etwa einer Woche hat der Streckenausbau begonnen. Bahnreisende müssen auf Busse umsteigen.

Schienenersatzverkehr fährt anstelle der Bahn, aber nicht zeitgleich

Schienenersatzverkehr fährt anstelle der Bahn, aber nicht zeitgleich.

Quelle: Andreas Staindl

Erika und Siegfried Kupzok haben den Schienenersatzverkehr getestet. Die Berliner sind in Wünsdorf in den Bus eingestiegen und bis Baruth gefahren. „Die Hinfahrt hat ganz gut geklappt“, berichten sie, „nur auf der Rückfahrt hatten wir 45 Minuten Aufenthalt in Wünsdorf, das ist ärgerlich. Wir würden uns direkte Anschlüsse an die Züge in Richtung Berlin wünschen.“ Die beiden Rentner fahren regelmäßig mit der Bahn von Berlin nach Brandenburg: „Um jetzt nach Mückendorf zu unserer Tochter zu kommen, sind wir halt während der nächsten Monate auf den Schienenersatzverkehr angewiesen. Das wird schon klappen.“

Museumsdorf und Wildpark setzen eher auf Autofahrer

Auch im Museumsdorf Baruther Glashütte ist man optimistisch. „Ich befürchte nicht, dass die Streckensperrung negative Auswirkungen für uns hat“, sagt Marianne Bakus vom Museumsverein Glashütte, „wir haben zwar zahlreiche Besucher aus Berlin die traditionell per Eisenbahn anreisen, doch die kommen jetzt halt mit dem Bus. Zahlreiche Gruppen haben uns schon darüber informiert. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass uns der eine oder andere Gast nicht besucht, weil die Bahn nicht fährt.“

Auch Julian Dorsch vom benachbarten Wildpark Johannismühle erwartet keine Probleme wegen der Sperrung der Bahnstrecke. „Die Bahn ist zwar nicht unwichtig für uns, doch das Gros unserer Besucher reist ohnehin mit dem Auto an“, sagt der Geschäftsführer. Und wer doch den Schienenersatzverkehr nutzt, kann das auch mit Fahrrädern und Kinderwagen. Das hat mir das zuständige Unternehmen auf Nachfrage versichert.“

Von Andreas Staindl

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