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Teltow-Fläming So sehen Gastronomen das drohende Plastikverbot
Lokales Teltow-Fläming So sehen Gastronomen das drohende Plastikverbot
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02:20 01.06.2018
Burkhard Arndt, Geschäftsfüher von „Elkes Küchenteam“ in Luckenwalde, mit typischen Plastikverpackungen. Quelle: Margrit Hahn
Dahmeland-Fläming

EU-Politik findet selten den Weg in hiesige Lebensrealitäten, aber die jüngste Diskussion um ein mögliches Verbot von Wegwerfartikeln aus Plastik hat die Imbissbudenbetreiber der Region hellhörig gemacht. Keine Plastiklöffel mehr? Keine Strohhalme? Keine Einwegbehälter? Das klingt nach Problem. „Was sich unsere Politik immer wieder einfallen lässt, ist sagenhaft. Und wir müssen es ausbaden“, schimpft dann auch Burkhardt Arndt aus Luckenwalde.

Arndt ist Geschäftsführer von „Elkes Küchenteam“, einem Caterer mit eigener Kantine. 150 Leute kommen täglich in die Kantine, weitere 150 Portionen verlassen das Haus in Einwegbehältern aus Plastik. „Die Alternative dazu wären höchstens Mehrwegbehälter“, sagt Arndt. „Andernfalls könnten wir kein Essen mehr ausliefern.“

Strohhalme aus Milchshakes kaum wegzudenken

So drastisch sieht es bei Manuela Kurzeja nicht aus. Die Königs Wusterhausener Eisdielenbetreiberin steht sogar auf Seite der Politiker in Brüssel. „Ich würde sehr gerne ganz auf Plastik verzichten“, sagt sie. Nur: So einfach sei das alles leider nicht. Strohhalme etwa, die derzeit als Symbol des Umweltfrevels herhalten, seien aus dem Eisdielengeschäft kaum wegzudenken. „Einen Milchshake kann man nicht direkt aus dem Glas trinken, da bin ich gespannt, wie man sich das in Brüssel vorstellt“, sagt sie.

Und beim Eis selbst seien derzeit noch die Vorlieben der Kunden das Problem. Manuela Kurzeja hat zwar schon mehrere Sorten Waffelbecher angeschafft, aus denen sich Eis ganz unkompliziert weglecken lässt. Aber: „Das wollen viele Kunden nicht.“ Eltern nähmen gerne feste Becher, damit sich die Kinder nicht bekleckern – und dann auch lieber den aus Vollplastik, weil der schöner aussieht als Pappe. Auch bei Plastiklöffeln wird beherzt zugegriffen – lieber einer zuviel als einer zu wenig. „Plastikreduzierung ist auf jeden Fall wünschenswert“, sagt Manuela Kurzeja. Aber als Geschäftsfrau müsse sie eben auch den Kundenwünschen nachkommen.

Plastik in Weltmeeren nicht aus Europa

Die Einschränkungen könnten also, sofern die Regelung irgendwann kommt, einschneidend sein. Dabei dürfte das erklärte Ziel der EU-Kommission, die Entlastung der Weltmeere, zumindest in der Region Dahmeland-Fläming kaum zu verwirklichen sein. „Die Plastikabfälle, die in den Weltmeeren schwimmen, kommen in der Regel nicht aus Europa und schon gar nicht aus Deutschland“, sagt Henning Krumrey.

Krumrey ist Sprecher der Alba-Untenehmensgruppe, die die gelben Säcke aus Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald einsammelt. Der Plastikmüll wird in einer Sortieranlage in Berlin-Marzahn gesäubert, nach Materialarten sortiert und anschließend entweder eingeschmolzen und wiederverwertet oder verbrannt. Problematisch sei dabei nicht allein die Menge – obwohl Mitnahmebecher für Kaffee in den vergangenen Jahren drastisch zugelegt hätten.

Entsorger begrüßt EU-Initiative

Problematisch sei, dass 20 Prozent des Abfalls verbrannt werden, weil es entweder zu aufwendig oder zu teuer wäre, die Verbundstoffe in ihre Einzelteile zu zerlegen, sagt Krumrey. „Deshalb ist zu begrüßen, wenn die EU-Kommission die Produzenten dazu drängt, Verpackungen so herzustellen, dass eine Wiederverwertung technisch überhaupt möglich ist.“

Aber ob es letztlich ein Verbot von Strohhalme und Plastikgeschirr sein muss? Katrin Schulz, Betreiberin einer Gulaschkanone, die auf verschiedenen Märkten der Region steht, hat da eine ziemlich klare Meinung. „Heiße Suppe kann ich kaum jemandem in die Hostentasche gießen“, sagt sie. Wer Erbsensuppe oder Kesselgulasch transportieren will, der bringt entweder ein Gefäß mit oder er nimmt eine Plastikschale. „Etwas anderes gibt es nicht.“

Tipps fürs richtige Recycling

In Deutschland werden Papier, Glas, Leichtverpackungen und Restmüll getrennt. Für ein effektives Recycling braucht es oft aber noch mehr.

Gebrauchte Pizzakartons etwa gehören in den Hausmüll. Das Fett verunreinigt sonst das Altpapier.

Joghurtbecher müssen nicht ausgewaschen werden. Wichtig ist es aber, den Deckel komplett abzureißen – weil das Aluminium sonst nicht vom Plastik getrennt werden kann.

Auch bei Wust- und Fleischverpackungen müssen die Deckel komplett abgerissen werden. Sie bestehen aus anderem Kunststoff als der Boden.

Von Oliver Fischer

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