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So wehren sich Anwohner gegen den Straßenbau

Mahlow So wehren sich Anwohner gegen den Straßenbau

In Mahlow (Teltow-Fläming) will die Gemeinde vom kommenden Jahr an fünf Straßen ausbauen lassen. Die Anwohner wehren sich dagegen. Sie fürchten, dass eine ausgebaute Straße teuer wird und noch mehr Verkehr anzieht. Nun haben sie gehandelt.

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Quelle: dpa

Mahlow. Kaum plant die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow den Bau einer Straße, regt sich Protest von Anwohnern. Nachdem sich die Gemeindevertretung im Januar gegen den Ausbau der Straßen Rädlerwald und Drosselweg ausgesprochen hatte, liegt nun die nächste Petition auf dem Tisch.

Grundhafter Ausbau wird abgelehnt

Ursprünglich hatte die Gemeinde geplant, vom kommenden Jahr an die Arnold-Böcklin-, Anselm-Feuerbach-, Carl-Spitzweg- und Max-Liebermann-Straße sowie den Grenzweg mit einer Asphaltdecke grundhaft auszubauen. Rund 1,9 Millionen Euro sind dafür im Haushalt geplant. Geld, das sich die Gemeinde aus Sicht der meisten Anwohner sparen sollte. „Die Straßen in ihrem jetzigen Zustand genügen uns voll und ganz“, sagt Diethard Günther, der die Petition initiiert hat. Vor rund 15 Jahren wurden die fünf bis dahin völlig unbefestigten Straßen mit einer Bitumenschicht, sogenanntem Tränkmakadam, überzogen. Weil dies als Reparatur gilt, müssen die Anlieger dafür keine Beiträge zahlen. Bei einem grundhaften Ausbau wären sie mit 65 Prozent an den Kosten beteiligt.

Detlef Behrendt, Heiko Schnell, Peter Marienfeld und Diethard Günther halten den Ausbau ihrer Straße für unnötig und zu teuer

Detlef Behrendt, Heiko Schnell, Peter Marienfeld und Diethard Günther halten den Ausbau ihrer Straße für unnötig und zu teuer.

Quelle: Zielke

Anwohner fürchten Kosten und mehr Verkehr

Zudem befürchten die Anwohner, dass die Straßen, wenn sie denn ausgebaut sind, noch mehr Verkehr anziehen. Viele Mahlower nutzen vor allem die Anselm-Feuerbach-Straße als Schleichweg. „Die wollen das Kopfsteinpflaster der Nachbarstraßen vermeiden“, sagt Peter Marienfeld, der den Verkehr täglich vor der Tür erlebt.

Bürgermeister erinnert an Verantwortung für Vermögen

In einer Unterschriftensammlung haben sich 98 Prozent der Anwohner gegen den Straßenbau ausgesprochen. Am kommenden Donnerstag entscheidet die Gemeindevertretung, wie sie mit dem Votum der Bürger umgeht. Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) möchte die Gemeindevertreter an deren Verantwortung für das gemeindliche Vermögen erinnern. „Wenn wir immer nur reparieren, bekommen wir ein Problem mit dem Haushalt“, sagt er und verweist auf den Straßenbauleitfaden, der den Bürgern die Möglichkeit gebe, beim Ausbau ihrer Straßen mitzureden. „Letztlich muss sich die Gemeindevertretung positionieren. Wir als Verwaltung lassen uns nicht mehr vors Loch schieben und kassieren die Prügel“, sagt Baier.

Ortsvorsteherin will Konflikt lösen

Eben diesen Konflikt zwischen Bürgern und der Bauverwaltung möchte Regina Bomke (CDU), die Ortsvorsteherin von Mahlow, gerne überwinden. Sie kann verstehen, dass viele Menschen die hohen Kosten einer neuen Straße fürchten. Die Gemeinde müsse darüber nachdenken, ob sie die Anwohnerbeiträge über einen längeren Zeitraum streckt und ob es bei der Ratenzahlung Alternativen zum bisherigen Zinssatz von sechs Prozent gibt. Bomke: „Wenn wir diese Probleme nicht lösen, wird es keinen Straßenbau mehr geben.“

Von Christian Zielke

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