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Teltow-Fläming Wie auf Facebook für Fleischerei Bendig gekämpft wird
Lokales Teltow-Fläming Wie auf Facebook für Fleischerei Bendig gekämpft wird
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07:39 28.10.2015
Die Facebook-Gruppe „Bendig muss bleiben“ gefällt inzwischen fast 1500 Menschen. Quelle: Screenshot
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Blankenfelde

Wenn kleine und mittelständische Unternehmen verschwinden, geschieht das meist lautlos. Vielleicht noch ein kurzer Räumungsverkauf, dann schließen die Schaufenster für immer und die Kundenkarawane zieht weiter.

Nicht so bei der Fleischerei Bendig in Mahlow. Als bekannt wurde, dass das Traditionsunternehmen wegen mehrerer Verwaltungsentscheidungen in seiner Existenz bedroht ist, brach eine Welle der Solidarität los. Vor allem in dem sozialen Netzwerk Facebook sammelten sich die Unterstützer. Innerhalb weniger Tage hatte die Gruppe „Bendig muss bleiben“ mehr als 1400 Gefällt-mir-Klicks. Die Administratoren der Gruppe sind von diesem Erfolg überrascht. „Mein Handy stand gar nicht mehr still“, erinnert sich Sandra Conrad.

Gruppe hat Mitglieder aus ganz Brandenburg

Sie verwaltet zusammen mit Carola Henn, Jennifer Kubat, Michaela Pfahler, Alexandra Sommer und Daniel Freiherr von Lützow die Gruppe, deren Mitglieder aus Berlin, Potsdam und ganz Brandenburg kommen. Als sie durch die MAZ von den Schwierigkeiten des Betriebes erfahren hatten, wollten sie handeln. „Es musste einfach etwas passieren“, sagt Michaela Pfahler.

Carola Henn, Sandra Conrad, Daniel Freiherr von Lützow, Michaela Pfahler und Jennifer Kubat haben die Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. Quelle: Zielke

In den ersten Tagen gingen fast im Minutentakt Beitrittsanfragen ein. Bald war klar, dass der Aufwand alleine nicht zu bewältigen ist, denn in der Gruppe wird munter diskutiert. Wenn jemand bei seiner Wortwahl übers Ziel hinausschießt, müssen die Administratoren Beiträge löschen, einige Mitglieder wurden auch schon vor die virtuelle Tür gesetzt. „Wer stänkert, fliegt raus“, sagt Carola Henn. Anders als in vielen anderen Facebook-Gruppen halten sich die Streitereien in Grenzen. Der Kampf für Fleisch und Wurst eint die politischen Lager.

Viele Mitglieder kennen den Fleischer noch aus Kindestagen

Viele Mitglieder haben sich Unterschriftenlisten ausgedruckt und im Freundeskreis, in Kitas und Geschäften verteilt. Die Fleischerei Bendig ist für viele ein Stück Mahlower Geschichte. Von Lützow erinnert sich, wie er als Kind von den Verkäuferinnen immer ein Wiener Würstchen in die Hand gedrückt bekam. „Es kann nicht sein, dass wegen der Beschwerde eines Nachbarn nun 80 Leute ihre Arbeit verlieren“, sagt er. Ohne die Fleischerei würde ein wichtiger Förderer des sozialen Lebens in der Gemeinde fehlen.

Jennifer Kubat wünscht sich, dass sich die Politik für das Familienunternehmen einsetzt. „Wenn niemand sich kümmert, müssen wir als Bürger das in die Hand nehmen“, sagt die 26-Jährige. Eine geplante Demonstration hat die Gruppe zunächst abgesagt – auf Wunsch von Inhaber Rainer Bendig, der selbst Mitglied der Gruppe ist und den Machern mehrfach gedankt hat. In den kommenden Tagen und Wochen wird sich die Zukunft der Fleischerei entscheiden. Die Facebook-Unterstützer wollen in jedem Fall weitermachen. Es ist sogar geplant, die Gruppe als eine Art Kummerkasten noch weiterzuführen.

Von Christian Zielke

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