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Teltow-Fläming So wird die Luft in der Region überprüft
Lokales Teltow-Fläming So wird die Luft in der Region überprüft
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00:36 19.03.2018
Kabelgewirr: Im Inneren der mobilen Messstation überprüft Uta Wolf-Benning beim Aufbau die Instrumente zur Überprüfung der Luftqualität Quelle: Foto: Nehls
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Dahmeland-Fläming

Wer einen Diesel-Pkw älteren Baujahrs fährt, stößt bei jeder Fahrt besonders viele Stickoxide aus. Die Abgase reagieren mit Sauerstoff zum giftigen Stickstoffdioxid und sind der Hauptgrund für die Debatte um das Fahrverbot von Diesel-Pkw und die Qualität der Luft, die wir tagtäglich einatmen. An 24 Stellen im Land Brandenburg misst das Landesamt für Umwelt (LfU) diese Qualität – zweimal auch in der Region. Eine der Stationen steht auf dem Flughafen Schönefeld und wird von der Flughafengesellschaft betrieben. Die zweite misst in Blankenfelde-Mahlow die sogenannte Luftgüte. Die Werte beider Stationen sind bislang unauffällig, überschreiten keine Grenzwerte.

Doch wer die Qualität der Luft um uns herum untersucht, hat ein Problem. Wie groß die Verschmutzung mit Kleinstpartikeln und Stoffen unterschiedlichster Art ist, kann einwandfrei nachgewiesen werden. Nur die Herkunft der einzelnen Stoffe ist nicht immer direkt zuzuordnen. In der Luft mischen sich die Abgase von Autos mit Diesel- und Benzin-Antrieb, von Fabriken und den Triebwerken von Flugzeugen. Am Ende entsteht ein Mix, der nicht immer auseinanderzuhalten ist.

Landesamt für Umwelt misst an viel befahrenen Straßen

Das Landesamt für Umwelt misst deswegen an viel befahrenen Straßen – und an den sogenannten Hintergrund-Stationen. Diese Stationen im Hintergrund überwachen einen ausgedehnten Bereich im ländlichen oder städtischen Raum.

In der Region steht die einzige dieser Stationen in Blankenfelde-Mahlow. „Hier soll die allgemeine Luftbelastung eines größeren Gebietes im Umfeld des Flughafens ermittelt werden“, sagt Ulrich Stock vom Landesamt für Umwelt. Zusätzlich dazu wird von der Flughafengesellschaft auch auf dem Rollfeld selbst die Qualität der Luft untersucht. Die Stickstoffdioxid-Werte sind dort, im Gegensatz zu den Messungen an der Potsdamer Zeppelinstraße, nie im Grenzbereich.

Diese Stoffe werden in der Luft gemessen

Stickoxide gelangen aus Verbrennungsprozessen in Autos oder Kraftwerken in die Umwelt. Beim Dieselmotor sind die Emissionen deshalb so hoch, weil auch die Verbrennungstemperatur hoch ist. In der Luft verbinden sich die Stickoxide mit Sauerstoff zum giftigen Stickstoffdioxid (NO2).

Unter Feinstaub versteht man für das Auge unsichtbare kleinste Partikel. Diese sogenannten PM10-Partikel entstehen beim Bremsenabrieb an Fahrzeugen, in der Industrie – oder eben in Dieselmotoren. Auch Vulkane, Waldbrände, Kamine, Zigaretten und Kerzen setzen große Mengen Feinstaub frei.

Daneben wird auch Kohlenwasserstoff, Benzol, Toluol, Kohlenmonoxid, Benzapyren und Ruß gemessen. Die neue mobile Messstation in Bohnsdorf kann auch den Ultrafeinstaubgehalt ermitteln.

Ultrafeinstaub sind Teilchen, die kleiner als 0,1 Mikrometer sind und tief in die Lunge eindringen können. Welche gesundheitlichen Schäden sie anrichten können, ist noch nicht vollständig geklärt.

Verursacher können nicht immer eindeutig zugeordnet werden

Doch auch bei diesen Stationen können die Schadstoffe den Verursachern nicht eindeutig zugeordnet werden. In Blankenfelde-Mahlow liegt der Flughafen in Reichweite, genauso wie die Bundesstraße 96, die Autobahn 10 und eine Bahnstrecke. Und auch auf dem Flughafen gibt es neben den Flugzeugen ebenfalls noch die Bahnanbindung, die Versorgungsfahrzeuge und etliche andere mögliche Verursacher der Verschmutzungen.

Um die Qualität der Luft besser überprüfen zu können, hat die Flughafengesellschaft deswegen nun eine weitere Messstation eingerichtet. In Bohnsdorf, im Osten der Start- und Landebahn, steht seit wenigen Tagen eine mobile Messstation. Durch mehrere Öffnungen im Dach des kastenförmigen Wagens wird Luft angesaugt, die dann mit verschiedenen Messinstrumenten auf den Gehalt der unterschiedlichen Stoffe getestet wird.

Station soll helfen Werte besser zuzuordnen

Die Station soll dabei helfen, die Werte besser zuordnen zu können. Mit ihr gibt es nun jeweils eine Station im Westen (Blankenfelde-Mahlow) und eine im Osten des Flughafens. Die Ergebnisse dieser Stationen werden den Windrichtungen zugeordnet und ausgewertet. Mit Hilfe von Modellrechnungen lässt sich dann besser bestimmen, wie stark die Flugzeuge für die einzelnen Verschmutzungen verantwortlich sind. „Die Anteile der einzelnen Emittenten im Mix abzuschätzen, ist nicht immer leicht – speziell mit zunehmender Entfernung vom Quellort“, sagt Sebastian Aust, der zusammen mit seiner Kollegin Uta Wolf-Benning beim Flughafen verantwortlich für die Luftgütemessungen ist.

Mindestens ein Jahr lang soll die mobile Station in Bohnsdorf die Qualität der Luft überprüfen. So lange muss gemessen werden, damit die Werte statistisch sicher sind. Neben den Stickoxiden wird auch Kohlenmonoxid, Feinstaub oder Ruß getestet. Dass dabei Grenzwerte überschritten werden, erwarten die Experten allerdings nicht.

In Königs Wusterhausen wird nicht mehr gemessen

Bis 2008 hat das Landesamt für Umwelt die Qualität der Luft auch noch in Königs Wusterhausen untersucht, vorher auch in Ludwigsfelde. „Vergleichsmessungen haben aber gezeigt, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Belastung zu den benachbarten Hintergrund-Stationen gab“, sagt Ulrich Stock vom LfU. Beide Stationen wurde daher geschlossen.

Von Ansgar Nehls

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