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Soldaten aus dem Fläming im Nato-Einsatz

Holzdorf Soldaten aus dem Fläming im Nato-Einsatz

Die mobile Luftraumüberwachungs-Einheit der Luftwaffe vom Fliegerhorst Holzdort/Schönewalde wird für drei Monate nach Lettland verlegt. Dort verstärkt die Nato ihre Präsenz. Die Bundeswehr will dabei sowohl ihre Einsatzfähigkeit testen als auch lettische Soldaten ausbilden.

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Mobile Luftraumüberwachung aus Holzdorf.

Quelle: Sven Gückel

Holzdorf. Soldaten aus Holzdorf werden für drei Monate von der Nato in Lettland eingesetzt. Dort kommt das stationierte „Deployable Control and Reporting Center“ (DCRC) der Luftwaffe zum Einsatz – mobile Variante der Luftraumüberwachung, die seit mehr als einem Jahrzehnt in Holzdorf stationiert ist.

Kommandeur: „Völlig neue Herausforderungen.“

Aufgabe der Einheit, die zum Einsatzführungsbereich 3 (EFB3) gehört, ist es, an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr den deutschen Luftraum zu überwachen. Das Kommando hat seit März 2016 Oberstleutnant Oliver Eisenberg inne. Mehrfach hatte das DCRC in der Vergangenheit seine Verlegefähigkeit unter Beweis gestellt, vor allem bei Übungen mit westlichen Bündnispartnern. „Der Einsatz in Lettland stellt uns aber vor völlig neue Herausforderungen”,sagt Eisenberg.

Drei Standorte in Lettland

An drei Standorten wird die deutsche Luftraumüberwachung in Lettland präsent sein, wobei ein Funkstandort und ein Radar mit minimalem Personalaufwand betrieben werden. Das Hauptkontingent der über 100 Mann starken Truppe ist im Landesinneren auf einem lettischen Luftwaffen-Stützpunkt in Lielvalde stationiert, eine knappe Autostunde von Riga entfernt. Dorthin verfrachtete das Vorkommando in den vergangenen zwei Wochen die 40 Container, in denen die Ausrüstung verstaut ist. Bis Travemünde ging es mit dem Lkw oder per Bahn, von wo aus die Ladung auf dem Seeweg in die lettische Hafenstadt Liepaja verschifft wurde.

Fortbildung für lettische Soldaten

Vorgesehen ist, dass die deutschen Soldaten ihren lettischen Kameraden bei der Erstellung eines Luftlagebildes Zuarbeit leisten. „Die Letten können das durchaus selbst, allerdings agieren wir auf einem deutlich höheren Ausbildungsstand”, erklärt Oliver Eisenberg. Gemeint ist damit, dass die lettischen Luftraumaufklärer ihre Ausbildung zum Teil durch die Bundeswehr erhielten. Allerdings umfasste diese nur den Friedensbereich. „In Krisen- oder Gefahrensituationen zu agieren, verlangt noch mehr“, so der deutsche Kommandeur weiter – und das Verhältnis zu Russland gilt aktuell als sehr angespannt.

Routine mit osteuropäischen Partnern lernen

Darüber hinaus gibt sich für das deutsche DCRC die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten neu zu definieren. Während Übungen mit westeuropäischen Nato-Partnern bereits Routine sind, stehen die Deutschen im Baltikum vor einer für sie völlig neuen Situation. „Die Bedingungen des operativen Betriebes weichen hier vom üblichen Standard ab. Die Verknüpfung mit anderen Funk- und Datenbereichen wird weniger reibungslos vonstatten gehen, als wir das bisher gewohnt sind”, erwartet Eisenberg.

Bis Ende September diesen Jahres wird das DCRC in Lettland bleiben. Geführt wird die Einheit durch ihren Kommandeur und dessen Stellvertreter, die sich nach der Hälfte der Einsatzzeit abwechseln.

Von Sven Gückel

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