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Solidarität mit Kita-Leiterin

Misshandlungsvorwürfe in Saalow Solidarität mit Kita-Leiterin

Gegen Dagmar S., die Leiterin der Kita Storchennest, ermittelt die Staatsanwaltschaft. In einer anonymen Anzeige ist von Misshandlung eines vierjährigen behinderten Jungen die Rede. Viele Eltern halten die Vorwürfe für abwegig und stellen sich demonstrativ hinter die Leiterin.

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30 Mütter und Väter wollten am Mittwoch ein Zeichen setzen.

Quelle: Zielke

Saalow. Riesig war die Aufregung unter den Eltern des Kindergartens „Storchennest“ in Saalow, als kurz vor Pfingsten bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Leiterin Dagmar S. ermittelt. Sie soll den vier Jahre alten Nevius Jerchel misshandelt haben. Der Junge hat Entwicklungsstörungen und Schwierigkeiten beim Sprechen.

Rund 30 Eltern versammelten sich am Mittwoch, um ein Zeichen der Solidarität an Dagmar S. zu senden. „Wir können diese Vorwürfe nicht nachvollziehen und wollen sie auch nicht einfach so in der Öffentlichkeit stehenlassen“, sagt Anke Müller, Elternsprecherin des „Storchennests“. In einer schriftlichen Erklärung, die von 29  Müttern und Vätern unterschrieben ist, wird Kita-Leiterin Dagmar S. als engagierte und offene Leiterin bezeichnet, die stets zum Wohl der Kinder handle.

Jenny Jurk hatte ihre Tochter, nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, gefragt, ob sie bemerkt habe, dass der Junge nicht mit den anderen Kindern essen durfte oder grob angepackt wurde. Die Tochter habe das nicht bestätigt. „Dabei erzählen Kinder immer sofort, wenn im Kindergarten etwas ungewöhnliches passiert ist“, sagt die Mutter.

Viele Eltern kennen den genauen Text der anonymen Anzeige nicht, halten den Inhalt, nachdem sie ihn gelesen haben, für mindestens fragwürdig. „Warum kommt so was drei Monate später hoch?“, sagt Bianka Hannemann. Sie hält die Anschuldigungen für unkonkret und an den Haaren herbeigezogen. Einige vermuten, dass die Eltern des Jungen hinter den anonymen Anschuldigungen stecken, weil die Gemeinde im Januar den Betreuungsvertrag für ihn gekündigt hatte.

Doch Steffen Jerchel bestreitet dies. Er habe erst durch seinen Anwalt von den Misshandlungsvorwürfen erfahren. „Wir haben das sehr ernst genommen“, sagt der Vater. Deshalb habe er unmittelbar danach bei der Polizei in Zossen eine weitere Strafanzeige gestellt. Als Nevius noch in den Kindergarten ging, habe der Vater von Misshandlungen nichts bemerkt. „Sonst hätten wir das Gespräch gesucht und ihn dort nicht mehr hingebracht“, sagt Steffen Jerchel. Er bedauert, dass nach den Vorwürfen weder Kita noch Gemeinde das Gespräch gesucht hätten.

Sein Anwalt werde nun Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Potsdam beantragen. Deren Vertreter Christoph Lange bestätigte die laufenden Ermittlungen. Diese seien – wie oft bei anonymen Anzeigen – schwierig, da es keine Zeugen gebe, die die Vorwürfe belegen können. „Derzeit prüfen wir, was wirklich dran ist“, sagte der Staatsanwalt. Mehr könne er derzeit nicht sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Unterdessen darf Kita-Leiterin Dagmar S. derzeit nur in Begleitung einer Erzieherin arbeiten. So hätten es die Jugendämter von Land und Kreis gefordert, informierte Frank Broshog (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee. Er wollte die Vorgänge ebenfalls nicht kommentieren, so lange das Verfahren läuft.

Von Christian Zielke

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