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Sommerfest im Künstlerhaus

Wiepersdorf Sommerfest im Künstlerhaus

Mehrere hundert Gäste kamen am Sonntag zum Sommerfest ins Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Die derzeit 14 Stipendiaten stellten ihre neuesten Arbeiten vor.

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Fachsimpeln – der Künstler Peter Hock (l.) konnte in seinem Atelier gestern auch internationales Publikum begrüßen.

Wiepersdorf. Während es im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf gewöhnlich eher ruhig zugeht und sich die Stipendiaten zurückgezogen in idyllischer Umgebung auf ihre künstlerische Arbeit konzentrieren, herrschte am Sonntagnachmittag kreatives Gewusel. Mehrere hundert Besucher waren zum traditionellen Sommerfest gekommen, um die neuesten Kunstwerke kennenzulernen und mit den Künstlern auf Tuchfühlung zu gehen.

Stipendiaten, Verantwortliche und Gästefeierten ein gemütliches Sommerfest auf Schloss Wiepersdorf

Stipendiaten, Verantwortliche und Gästefeierten ein gemütliches Sommerfest auf Schloss Wiepersdorf.

Quelle: Elinor Wenke

Dabei musste Künstlerhaus-Direktorin Anne Frechen ihre Schützlinge mehrmals fürs Gruppenfoto zusammentrommeln. „Die Stipendiaten sind immer so schüchtern, dabei sind sie heute die Hauptpersonen und wollen mit den Besuchern ins Gespräch kommen“, sagte sie. 14 Stipendiaten sind derzeit vor Ort. Es werde ein abwechslungsreicher Nachmittag mit ungewohnten Klängen, versprach Anne Frechen.

Anne Frechen ist die Direktorin des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf

Anne Frechen ist die Direktorin des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf.

Quelle: Elinor Wenke

„Das Sommerfest ist eine schöne Tradition und gleichzeitig der Höhepunkt des anspruchsvollen Jahresprogramm“, sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil. Das Land vergibt jährlich 18 Aufenthaltsstipendien für Bildende Künstler, Literaten und Musiker. „Die Förderung zeitgenössischen künstlerischen Schaffens ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagte sie und lobte: „Das Künstlerhaus Wiepersdorf ist etwas Einzigartiges – durch seine direkte Verbindung zu Bettina und Achim von Arnim und damit als Gedächtnisort der Romantik und durch die lebendige Tradition eines Ortes, an dem Künstler arbeiten und sich austauschen können.“

Frauke Eckhardt (l) präsentiert ihre ungewöhnlichen Klang-Angeln

Frauke Eckhardt (l.) präsentiert ihre ungewöhnlichen Klang-Angeln.

Quelle: Elinor Wenke

Laut Kulturministerium ist Wiepersdorf eine gefragte Adresse. Durchschnittlich 80 Bewerber bemühen sich jährlich um die Förderung durch das Land. Neben Brandenburg vergeben auch die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen sowie das Bundesbildungsministerium Stipendien. Selbst Marokko ist in diesem Jahr vertreten.

Annika von Trier rezitiert aus einem Briefwechsel zwischen Bettina und Achim von Arnim

Annika von Trier rezitiert aus einem Briefwechsel zwischen Bettina und Achim von Arnim.

Quelle: Elinor Wenke

Für Holger Rescher, Abteilungsleiter in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ist Wiepersdorf „der schönste Ort in Deutschland“. Die Stiftung unterstützt in Brandenburg 38 Projekte zur Rettung gefährdeter Baudenkmale.

Norbert Baas, Vorstandsvorsitzender des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf, kündigte den Start eines neuen Internet-Auftrittes an, der auch internationalen Kontakten dienen soll. „Wir nennen das auch nicht einfach Website, sondern ,digitale Dependance’ und präsentieren sie am 3. September“, sagte er.

Auch internationale Stipendiaten

Zu den vom Land Brandenburg geförderten internationalen Stipendiaten gehört die Komponistin Eiko Tsukamoto aus Japan. Ihr Stipendium endete im Juni. „Ich komme aus der Nähe von Tokio und hatte erst ein bisschen Angst, weil es hier so ländlich und abgeschieden ist“, erzählte sie, „doch ich konnte mich hier bestens konzentrieren.“

Bevor die Künstler zu einer Stippvisite in ihre Ateliers einluden, rezitierte Annika von Trier aus einem Briefwechsel zwischen Bettina und Achim von Arnim, den es so nie gegeben hat. Mit viel Wortwitz knüpfte sie zig Brandenburger Ortsnamen in die historische Kommunikation ein, was das Publikum mit Applaus honorierte. Zudem hatten von Trier und Demian Bern verschiedene Hörstationen in Buchsbaumbüschen und Agaven versteckt.

Das Publikum unterhalb der Schloss-Terrasse

Das Publikum unterhalb der Schloss-Terrasse.

Quelle: Elinor Wenke

Frauke Eckhardt überraschte die Besucher mit ungewohnten Klangobjekten. Mit dem Klang-Roller konnten sie Geräusche am Boden erkunden. Dabei blenden Kopfhörer alle Außengeräusche aus. „Mit der Klang-Angel können Sie Unterwasserklänge wahrnehmen“, ermuntert sie die Gäste. Zu den Atelierbesuchern zählte das Luckenwalder Künstlerehepaar Armgard und Manfred Stenzel. „Es ist für uns interessant, wie sich Kunst weiterentwickelt und verändert und wie viele neue Nuancen es gibt“, sagte Armgard Stenzel.

Anne Frechen blickt auf ein erfolgreiches Jahr. „Ich freue mich über so viel spontane und profunde Zusammenarbeit von Künstlern unterschiedlicher Bereiche. Und solche Kontakte bleiben oft über ein ganzes Künstlerleben“, sagte sie.

Von Elinor Wenke

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