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Teltow-Fläming Sommerkirche in den Kalkschachtöfen
Lokales Teltow-Fläming Sommerkirche in den Kalkschachtöfen
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07:43 07.08.2017
Lektorin Cornelia Fromke beim Gottesdienst an den Kalkschachtöfen in Zossen. Quelle: Gudrun Ott
Zossen

Ein schlichtes weißes Holzkreuz, gelbe Blumen mit ein paar Gräsern, dazu Kerzen, ein Posaunenchor, ein blauer Himmel und viele Gläubige, für die auch die freie Natur ein Gotteshaus ist, mehr braucht es nicht, um einen wunderbaren Sommergottesdienst zu feiern. Für den Sonntagvormittag hatte der Aktionskreis der evangelischen Kirche Zossen zu einem solchen Gottesdienst an die Kalkschachtöfen eingeladen.

Einblick in die Geschichte des Ortes

Die Lektorin Cornelia Fromke las die Verkündigung, die unter dem Motto stand: Gotteshaus – unser Lebenshaus. „Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass wir eine Gemeinschaft, eine große Familie sind“, sagte die Industriekauffrau, der die ehrenamtliche Arbeit als Lektorin wichtig ist. Für die Sommergottesdienste suchen die Mitglieder des Aktionskreises bewusst historisch besondere Orte aus. Cornelia Fromke gab den zahlreich erschienenen Gottesdienstbesuchern einen kurzen Einblick in die Bedeutung des Ortes. Um 1850 ließ der Fabrikant Franz Oertel hier den ersten Kalkschachtofen errichten, der zweite folgte rund dreißig Jahre später in unmittelbarer Nähe. Drei Tage dauerte das Brennen des Rohkalkes, der als Baumaterial diente und der Zossener Wirtschaft Aufschwung verlieh.

Bläserchor vor Ort

Besucherin Gabriele Führ aus Blankenfelde, ihr Sohn Sebastian Führ ist Bläser im Posaunenchor, lobte die Idee der Sommerkirche. „Man lernt auf außergewöhnlich schöne Art und Weise interessante Orte kennen“, sagte sie. Ins Leben gerufen wurde die Sommerkirche von der früheren Wünsdorfer Pfarrerin Anne Hensel. Erstmals bei einem solchen Gottesdienst dabei war Josephine Penno aus Berlin. Ihre Mutter Susanne Thomsen-Schmidt lebt in Diedersdorf und gehört dem Posaunenensemble an, das Sperenberger, Blankenfelder und Baruther Bläser vereinigt. Geleitet von Siegfried Schiller erklangen Lieder wie „Der Kluge baut ein Haus auf Felsengrund“, das zum Dialog zweier Baumeister passte. Diese wurden dargestellt von Guido Schielke und Johannes Fromke. Beide erhielten für ihre pointiert lockere Spielweise Applaus.

Zu den Besuchern gehörte auch der 30-jährige Gholam Ali Babadi. Er habe zwar nicht alles verstanden, sagte der aus dem Iran gekommene Architekt, aber es habe ihm sehr gut gefallen. Babadi lebt seit acht Monaten in Deutschland, hat sich Anfang des Jahres taufen lassen und lernt die deutsche Sprache mit Hilfe seines Handys. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst nutzte er die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse anzuwenden.

Von Gudrun Ott

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