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Teltow-Fläming Rasererei bleibt großes Problem
Lokales Teltow-Fläming Rasererei bleibt großes Problem
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00:20 16.07.2018
Unfall zwischen Rohrbeck und Dennewitz am 24.6.2018 Quelle: Feuerwehr Niedergörsdorf
Niedergörsdorf

Ein Verkehrsunfall mit einem Schwerverletzten vom 24. Juni ist weiterhin ein Hauptgesprächsthema in der Gemeinde Niedergörsdorf. Vor allem geht es um überhöhte Geschwindigkeit in den Dörfern und darum, wie man ihr begegnen kann.

Spekulation über illegales Rennen nach schwerem Unfall

Damals touchierte der von Dennewitz nach Rohrbeck fahrende Kleinwagen in der Engstelle unter der Bahnüberführung den Bordstein, überfuhr im Anschluss eine Verkehrsinsel und überschlug sich danach mehrfach auf dem angrenzenden Acker. Der Fahrer wurde schwer verletzt und musste per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Es gab Gerüchte, dass es sich dabei um ein illegales Rennen mehrerer Fahrzeuge gehandelt haben könnte, die mit bis zu 180 km/h unterwegs waren. Doch die Polizei bewertet dies als reine Spekulation. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen noch. Auch in der Verwaltung der Gemeinde Niedergörsdorf wurde der Unfall zum Anlass genommen, sich mit dem Raser-Thema erneut auseinander zu setzen.

Gerast wird immer und überall

„Egal, ob Rennen oder nicht, gerast wird auf unseren Straßen immer und überall, egal, ob inner- oder außerorts“, sagt Niedergörsdorf Bau- und Ordnungsamtsleiterin Claudia Neumann, „überall erzählen die Anwohner, dass Autofahrer teilweise weder vor, noch im Ort den Fuß von der Bremse nehmen.“ An die Wirksamkeit von baulichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung glaubt die Amtsleiterin nicht. „Machen wir uns nichts vor: Gerast wird trotzdem, beispielsweise vor und hinter den Mittelinseln, die in Altes Lager gebaut wurden. Hauptgrund der Raserei ist die Unvernunft.“

Kontrollnetz wird ausgebaut

Im vergangenen Jahr überprüften Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes an 121 mobilen und 7 stationären Geschwindigkeitsmeßpunkten im Landkreis die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Eine Auswertungen der Baumunfälle im Zeitraum 2014 bis 2016 hatte gezeigt, dass die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auch in Alleen überwacht werden sollte. Schwerpunkte, an denen deshalb verstärkt gemessen wird, befinden sich auf der Landesstraße 73 zwischen Paplitz und Jänickendorf und auf der Bundesstraße 96 zwischen Wünsdorf und Zossen.

Darüber hinaus wurden in Luckenwalde vier neue Messstellen eingerichtet. Zwei entstanden im Rahmen der Schul- und Spielwegsicherung am Spielplatz in der Berkenbrücker, zwei weitere in der Saarstraße. Verstärkte Kontrollen gab es ebenfalls an der Kita in Dabendorf

Die häufigsten Tempo-Verstöße gab es am stationären Messpunkt auf der B 96 in Dabendorf. 24 Prozent der Fahrzeugführer waren hier zu schnell. Der schnellste Raser war statt statt 50 mit 132 km/h unterwegs.

2017 wurden landkreisweit 157 Führerscheine wegen Raserei in amtliche Verwahrung genommen, 14 mehr als im Jahr zuvor.

Als Appell an die Vernunft versteht Claudia Neumann auch den Neuerwerb einer Geschwindigkeitsmesstafel, wie man sie bereits in anderen Kommunen am Fahrbahnrand entdecken kann. Befindet sich der Vorbeifahrende innerhalb des Tempolimits, erscheint außer der Geschwindigkeit ein grüner Smiley. Hat es der Fahrzeuglenker eiliger als erlaubt, erscheint das rote Wutgesicht. Zweck der Tafel ist, Kraftfahrer für das Thema zu sensibilisieren. Vor allem in Zonen mit herunter gesetztem Geschwindigkeitslimit wissen Kraftfahrer oft nicht, dass sie zu schnell sind.

Forderung mit Messdaten unterlegen

Beschränkten sich die Anzeige-Tafeln der ersten Generation tatsächlich noch auf das Anzeigen, können die Geräte heutzutage die erhobenen Daten auch speichern, sodass sich nach der Auswertung am PC ein realistisches Bild vom Verkehrsaufkommen und vom Einhalten der Tempovorgaben ergibt. „Vom Landkreis gibt es die klare Ansage, dass wir unsere Forderung nach mehr Geschwindigkeitskontrollen und verkehrsberuhigenden Maßnahmen mit diesen Daten unterlegen sollen“, sagt Neumann, „wenn das Straßenverkehrsamt beispielsweise um 12.45 Uhr in einem Ort zählt und misst, aber nur sechs Fahrzeuge vorbeifahren, obwohl im Pendlerverkehr an derselben Stelle vielmehr und viele auch zu schnell unterwegs sind, ist das kein korrektes Ergebnis.“

Mit dem Raser-Problem zu kämpfen hat man auch in den Nachbarkommunen. „Ich bin deshalb ein großer Freund der Messtafeln. Aber ich verachte, wenn diese mit Werbung oder sonstigen Effekten zugepflastert sind “, sagt Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos). Doch habe die Nachfrage aus den Ortsteilen, die stadteigene Tafel im eigenen Dorf aufstellen zu dürfen, deutlich nachgelassen zu. Möglicherweise liege das an der Folgelosigkeit für Raser, so der Bürgermeister. Der roten Smiley tut nicht so weh wie ein Bußgeld.

Spitzenreiter mit 120 km/h durchs Dorf

In Niederer Fläming wollen sich die Gemeindevertreter mit dem Thema befassen, wenn die vollständige Auswertung der seit etwa einem Jahr in den Ortsteilen kursierenden Tafel vorliegt. Trauriger Spitzenreiter bislang ist ein Kraftfahrer, der nachts mit 120 km/h durch Wiepersdorf rauschte.

Von Uwe Klemens

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