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Teltow-Fläming Sorgenkind Glasowbachniederung
Lokales Teltow-Fläming Sorgenkind Glasowbachniederung
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05:27 08.09.2016
Vertreter von Politik und Verwaltung besichtigten das Naturschutzgebiet Glasowbachniederung. Quelle: Foto: Zielke
Dahlewitz

Unter Jugendlichen ist die Glasowbachniederung beliebt. „Weil man hier so gut chillen kann“, sagt ein Mädchen. Doch die jungen Leute, die sich täglich auf der Brücke über dem Bach versammeln, hinterlassen auch viel Unrat – wobei das ein Klacks im Vergleich zu dem ist, was vergangene Generationen in dem heutigen Naturschutzgebiet abgeladen haben.

Müllberg schwimmt auf einem Moor

„Wir stehen hier auf einem riesigen Müllberg, der auf einem Moor in einem Naturschutzgebiet schwimmt. Das ist wahrscheinlich einmalig in Deutschland“, sagt Willi Fred Boheim. Der Blankenfelder engagiert sich seit langem für die Glasowbachniederung. Seit sich die Politik des Themas angenommen hat, scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Am Dienstag nahmen Vertreter des Ausschusses für Umwelt, Flughafen und Energie (UFE) der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow zusammen mit Rainer Zimmermann von der Unteren Naturschutzbehörde und Carsten Preuß von der Unteren Abfallbehörde des Landkreises das Gebiet in Augenschein, das einst die Müllhalde der Umgebung war. Mit Folgen bis heute, denn die Schadstoffe der früheren Deponie Am Bruch und der in den 1930er Jahren angelegten Klärteiche geraten über den Glasowbach in den Rangsdorfer See und fördern dort Algenbildung und Verlandung.

Hintergrund

Vier Naturschutzgebiete erstrecken sich entlang des Glasowbachs: Der Selchower See, die Glasowbachniederung, der ehemalige Blankenfelder See, der Rangsdorfer See.



Besonders geschützt ist die Glasowbachniederung als Niedermoorgebiet mit großen Bruchwaldbereichen und als Lebensraum des Fischotters.

„In Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf hat man das Problem bisher verniedlicht“, sagt Willi Fred Boheim. Sein Vorschlag, das Gebiet aufwändig zu sanieren, stößt bei den Vertretern der Kreisverwaltung auf Zurückhaltung. „Ich sehe kein Problem mit der Deponie. Von dort geht meines Wissens keine Gefahr aus“, sagt Carsten Preuß. Diese sei abgedeckt worden und habe mehrere Jahre geruht.

Gemeinde soll sich Konzept überlegen

Martin Naumann, sachkundiger Einwohner im UFE-Ausschuss würde den Hügel gern zum Rodelberg und Aussichtspunkt umgestalten, bestehende Wege verbreitern und neue anlegen. „Wir wollen den Menschen das Gebiet zugänglich und erfahrbar machen.“ Doch Rainer Zimmermann von der Naturschutzbehörde bremst. „In einem Naturschutzgebiet gibt es strenge Richtlinien.“ Die Gemeinde solle sich ein Konzept für die Glasowbachniederung überlegen. Auf erste Eckpunkte hat sich der Aussschuss bereits geeinigt.

Daten werden zusammengetragen

So will man sich noch einmal über die Gestaltung der Wege und deren Beschilderung unterhalten sowie über die Zukunft des Hügels, unter dem die Reste der Deponie lagern. Außerdem sollen die Daten verschiedener Behörden zur Wasserqualität im Glasowbach zusammengetragen und geklärt werden, ob und wie viel Wasser vom Flughafen BER eingeleitet wird. Parallel wird ein Managementplan erstellt.

Martin Naumann regte zudem einen neuen Weg entlang der Orchideenwiese bei Dahlewitz an, damit Spaziergänger künftig nicht mehr die viel befahrene L40 entlang laufen müssen.

Von Christian Zielke

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