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Speckgürtel-Orte prüfen Schulverband

Ludwigsfelde/Großbeeren/Blankenfelde-Mahlow Speckgürtel-Orte prüfen Schulverband

Der Nachwuchs soll zum Lernen in der Region bleiben. Die drei südlichen Berliner Umland-Gemeinden Ludwigsfelde, Großbeeren und Blankenfelde-Mahlow prüfen deshalb, ob ein gemeinsamer Schulzweckverband Vorteile für alle hat. Es wäre der erste Zusammenschluss dieser Art im Kreis Teltow-Fläming.

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Die Otfried-Preußler-Grund- und Oberschule Großbeeren

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. Die drei südlichen Berliner Speckgürtel-Kommunen Ludwigsfelde, Großbeeren und Blankenfelde-Mahlow haben dieselben Probleme: jede Menge Zuzug, fehlende Wohnungen und Bauplätze, Schulen und Kitas werden zu klein. Um die Situation für Schulkinder, Eltern und Lehrer in der gesamten Region zu koordinieren und untereinander flexibel zu sein, suchen die drei Bürgermeister neue Wege. Hat ein gemeinsamer Schulzweckverband Vorteile für alle, wollen sie ihn gründen. Im Kreis Teltow-Fläming wäre das die erste derartige Zweckgemeinschaft.

Große Kommunen kooperieren

Blankenfelde-Mahlow ist mit mehr als 27 000 Einwohnern größte Gemeinde im Kreis, sie hat in staatlicher Hand vier Grundschulen, eine Oberschule und ein Gymnasium sowie zwei freie Schulen. Großbeeren zählt in absehbarer Zeit 9000 Einwohner mit einer Grund- und Oberschule. Ludwigsfelde ist mit 25 500 Einwohnern größte Stadt im Kreis; sie hat drei Grundschulen, eine Ganztags-Oberschule und ein Gymnasium.

Weitere Oberstufe benötigt

Der Großbeerener Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) verweist, auch im Namen seines östlichen Amtskollegen Ortwin Baier (SPD), auf die unmittelbare Nähe zu Flughafen und Bundeshauptstadt sowie auf den starken Trend von Wirtschaftsansiedlungen. „Das bisherige System weiterführender Schulen mit Gymnasien in Blankenfelde-Mahlow und Ludwigsfelde und jeweils einer Oberschule reicht aus unserer Sicht nicht, um die Zukunftsaufgaben im Bildungsbereich zu bewältigen.“ Besonders für Oberschüler bedeute eine Entscheidung für diese Schulform: Eine weitere schulische Qualifikation vor der Berufsausbildung ist mit erheblichen Hindernissen beziehungsweise weiten Schulwegen in andere Regionen verbunden. Deshalb liege folgende Idee nahe, so Ahlgrimm: „Unsere drei Oberschulen in einem Schulverband zusammenzufassen und sie im Sinne einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe auszustatten, um den leistungsfähigen Oberschülern unserer Region den Weg zur allgemeinen Hochschulreife zu erleichtern.“ Denn realistisch betrachtet gelänge es keiner der drei Oberschulen allein, diesen Weg zu gehen, ohne die beiden anderen Schulstandorte zu gefährden. „Bei einer gemeinsamen Grundlage der Sekundarstufen-I-Schüler aller drei Oberschulen besteht jedoch die berechtigte Erwartung, das Potenzial für eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe zu generieren, ohne negative Auswirkungen auf die einzelnen Oberschulstandorte.“ Es gehe um möglichst kurze Schulwege und in der Folge um das gerechte Verteilen der Lasten für die Kommunen, so Ahlgrimm.

Kreis arbeitet an Schulentwicklungsplan

Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sagt: „Wenn ein solcher Zweckverband Vorteile für Kinder, Eltern, Lehrer und Kommunen verspricht, wollen wir ihn gemeinsam befördern, dann gibt es einen Mehrwert für die Region.“ Aktuell wird im Kreis TF am Schulentwicklungsplan bis 2022 gearbeitet. Liegen dessen konkrete Zahlen vor, könne man konkreter miteinander reden, so Igel. Für ihn sei entscheidend: „Können die Kommunen auf Grundlage dieser Zahlen zu gemeinsamen Zielen finden? Gerade in der Bildung brauchen wir nicht noch mehr Kleinstaaterei.“

Spricht alles in den drei Speckgürtel-Orten für den gemeinsamen Zweckverband, soll er gegründet werden. „Aber dieses Jahr ist das nicht mehr zu schaffen“, so Igel.

Von Jutta Abromeit

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