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Teltow-Fläming Speerblume: Erste Blüte seit Jahren
Lokales Teltow-Fläming Speerblume: Erste Blüte seit Jahren
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02:15 05.07.2015
Lars und Dorothea Wendlandt mit ihrer blühenden Speerblume.  Quelle: Gudrun Ott
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Ahrensdorf

 Dorothea und Lars Wendlandt trauten ihren Augen nicht, als sie dieser Tage in den von ihnen gestalteten Pfarrgarten kamen und die Blüte ihrer Speerblume entdeckten. Jahrelang haben die beiden leidenschaftlichen Ahrensdorfer Hobbygärtner auf diesen Moment gewartet. Als Winzling hatte Dorothea Wendlandt die geschützte Pflanze mitgebracht, von der es heißt, dass sie in 35 Jahren nur einmal blüht. Die schmalen, lanzenartigen Blätter erreichen eine Länge von drei Metern. Der Stängel, aus dem die Blüte wächst, kann bis zu fünf Meter hoch werden. Die Blüte entwickelt sich den ganzen Sommer über.

Jetzt hat sie schon eine Länge von circa 80 Zentimetern erreicht. Lars Wendlandt hat den Blütenstiel mit einem Stock stabilisiert, um ein Abbrechen zu verhindern. Die Speerblume wächst in Kultur extrem langsam. Sie ist im australischen Bundesstaat Queensland sowie im nördlichen New South Wales beheimatet. Auch in ihrer australischen Heimat dauert die Entwicklung bis zur blühfähigen Pflanze rund zehn Jahre. Anzutreffen ist sie in Küstennähe, selten mehr als 100 Kilometer vom Meer entfernt, wo sie in Humusnestern auf felsigem Untergrund wächst.

Die robuste Speerblume, ihr botanischer Name ist Doryanthes palmeri, im Volksmund wird sie Gymea Spear Lily oder auch Queensland Mountain Lily genannt, hat sogar Waldbrände überstanden. So fand man im November 1981 nach einem Waldbrand im Nationalpark südlich von Sydney noch blühende Speerblumen. Von den Aborigines werden die jungen Blütenschäfte geröstet und gegessen. Aus den Wurzeln der Pflanze bereiten die australischen Ureinwohner eine Art Teig, den sie als „kalten Kuchen“ genießen.

Die Speerblume der Wendlandts steckt in einem Kübel, passt wegen ihres Umfangs nicht in die Kellerräume und überwintert deshalb regelmäßig in der Trauerhalle. „Im nächsten Jahr wollen wir beim Tag der offenen Gärten dabei sein“, sagt Dorothea Wendlandt und zeigt auf den an die 6000 Quadratmeter großen, abwechslungsreich gestalteten Pfarrgarten. Hier stehen Hanf- und Washingtonpalme, hier gedeihen Zier- und Küchenlorbeer, Chinesischer Glücksbaum und Elefantenfuß. Es fehlt aber auch nicht an regionalen Pflanzen wie Mohn, Jasmin und Brennnesseln für Schmetterlinge oder Spatzen. Es ist ein prachtvoller Garten mit vielen beschaulichen Sitzplätzen. „Die Wendlandts haben eben den Grünen Daumen“, schwärmt Pfarrer Peter Collatz. Auch deswegen schätzt er seine Mitbewohner im Pfarrhaus.

Von Gudrun Ott

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