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Spendenverbot für Volkssolidarität

Kein Geld für kommunale Einrichtungen Spendenverbot für Volkssolidarität

Jahrelang haben die Mitglieder der Volkssolidarität Geld für kommunale Einrichtungen in Blankenfelde-Mahlow gesammelt. Seit diesem Jahr dürfen diese keine Geldspenden mehr annehmen. Mit dieser Vorgabe will man zum einen die Bürokratie verkleinern, zum anderen zieht die Gemeinde Konsequenzen aus der Porta-Affäre.

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Beim Sommerfest der Volkssolidarität tanzten die Kita-Kinder. Jetzt ist es damit vorbei.

Quelle: privat

Mahlow. Es war eine jahrelange Tradition: Wenn die Mahlower Volkssolidarität etwas zu feiern hatte, waren die Kinder vom Hort „Schatzinsel“ stets mit von der Partie. Ihre Tanzeinlagen kamen beim überwiegend älteren Publikum immer sehr gut an. Als Dankeschön sammelten die Mitglieder der Volkssolidarität Geld und gaben es an verschiedene Kindereinrichtungen der Gemeinde. Im vergangenen Jahr gab es zum Beispiel für alle Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule ein gesundes Frühstück, der Kindergarten „Spektakulum“ bekam eine Ausstattung für ein Spielzimmer. 1300 Euro wurden insgesamt verteilt.

Seit diesem Jahr ist es damit vorbei. Auf dem diesjährigen Sommerfest wollte man sich wieder bei den Hortkindern bedanken. „Die Kursleiterin sagte mir, sie dürfe kein Geld nehmen“, sagt Heidrun Nobis, die Vorsitzende der Mahlower Volkssolidarität. Dies sei eine Anweisung aus der Verwaltung, hieß es. Heidrun Nobis sitzt nun auf einem Berg von 2600 Euro, die die Mitglieder der Volkssolidarität im Frühjahr gesammelt haben. Einen Abnehmer haben sie noch nicht gefunden. „Wir würden uns gern bedanken und helfen“, sagt sie. Die neue Anweisung hält sie für übertrieben.

Heidrun Nobis, Vereinsvorsitzende der Volkssolidarität

Heidrun Nobis, Vereinsvorsitzende der Volkssolidarität

Quelle: Zielke

Das Spendenverbot ist laut Bürgermeister Ortwin Baier eine Reaktion auf die Porta-Affäre. Weil das Möbelunternehmen eine Küche für den Verein Lebenshilfe und einen Bus für den Fußballclub BSC Preußen gespendet hatte, ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen den Bürgermeister wegen Vorteilsnahme für Dritte. Gegen eine Geldauflage wurde das Verfahren im Juni eingestellt. „So lange Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingehen, will ich jeden Anschein vermeiden, dass eine Spende mit einer Diensthandlung zu tun hat“, sagt Baier.

Laut Marion Dzikowski, der stellvertretenden Bürgermeisterin, gibt es auch noch einen ganz praktischen Grund für die neue Regelung. Weil man jede Spende als Einnahme im Haushalt verbuchen müsse, sei der bürokratische Aufwand für die Kita-Leiter enorm groß. „Es bringt nichts, wenn man für jede noch so kleine Summe ein Formular ausfüllen muss. Das macht Aufwand und verpufft“, sagt sie. Die Kindergärten in der Gemeinde seien finanziell sehr gut ausgestattet. Es fehle an nichts. Statt mit Geld sollen sich die Mitglieder der Volkssolidarität mit Zeit bei den Kindern bedanken. „Die Einrichtungen freuen sich, wenn jemand Geschichten vorliest oder hilft, die Fahrräder zu reparieren“, meint Dzikowski.

Von Christian Zielke

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