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Teltow-Fläming Spezialisten fürs Bauen ohne Barrieren
Lokales Teltow-Fläming Spezialisten fürs Bauen ohne Barrieren
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19:52 28.03.2017
Jens Potthoff, Kornelia Wehlan, Christian Düsterhöft, Vilma Trempler, Daniela Trochowski, Dirk Schulze, Annette Wilkendorf, Michael Kohl (v. l.). Quelle: Gerald Bornschein
Jüterbog

Auf Einladung des Netzwerks „Gesundheitsdienstleister barrierefreies Bauen“ besuchte Brandenburgs Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) kürzlich die Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming. Sie wollte sich über die Arbeit des Netzwerks informieren und Möglichkeiten der Unterstützung ausloten. Auch Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) nutzte die Gelegenheit, sich mit den Mitgliedsbetrieben auszutauschen.

Zertifizierung von Handwerkern mit Rollstuhl-Fahrtest

Die Netzwerkgründung geht auf eine Erkenntnis im Senioren- und Behindertenbeirat des Kreises vor vier Jahren zurück: Es gab kaum Angebote von Bauhandwerkern für die Bedürfnisse behinderter Menschen. An einem runden Tisch wurden Interessierte versammelt und das Netzwerk 2014 aus der Taufe gehoben. Vorbild war ein ähnlicher Zusammenschlusses in Finsterwalde. Insgesamt acht Handwerker wurden unter Regie der Kreishandwerkerschaft zu Themen wie technische Normen, demografischer Wandel oder Situation von Behinderten geschult. Selbst eine Probefahrt im Rollstuhl konnte absolviert werden. Mit dem erlangten Zertifikat können die Unternehmen Leistungen übernehmen, die von Krankenkassen getragen werden.

Die Arbeit für das Netzwerk erfolgt im Ehrenamt. Neben der Öffentlichkeitsarbeit, der Beratung zu Umbaumöglichkeiten, der Bedarfsermittlung und Kostenplanung gehört dazu auch die Unterstützung bei der Finanzierung und bei Förderanträgen. Drei Tischlereien und ein Sanitärunternehmen gehören heute zum harten Kern des Netzwerks. Eine Liste qualifizierter Handwerker anderer Gewerke ist geplant.

Förderung von Projekten über Lottomittel

Als Spezialist für Reha- und Medizintechnik gehört außerdem die bundesweit tätige Sanimed GmbH dazu. Annette Wilkendorf vom Ludwigsfelder Fachhandel lobt dieses Gesundheitsnetzwerk, bei vielen anderen sei „bei der Lieferung des Betts Schluss“ und Fachkräfte für den nötigen Umbau fehlten.

Der Aufwand wurde bisher ausschließlich von den Netzwerkmitgliedern finanziert. Im vergangenen Jahr konnten mit Preisgeld aus dem IHK-Wettbewerb „Region Zukunft“ eine Website und Flyer erstellt werden. Daniela Trochowski verwies auf die Fördermöglichkeiten der Ministerien über Lottomittel. Auch der Landkreis unterstützt das Anliegen, erste Anlaufstelle ist für Betroffene oft der Pflegestützpunkt in Luckenwalde. Die Kooperation mit dem Netzwerk funktioniert zwar, doch „gerade der ländliche Raum ist oft abgeschnitten“, sagte Wehlan, dafür müsse mehr Sensibilisierung erfolgen. Zudem habe sie die barrierefreie Modernisierung öffentlicher Gebäude im Blick.

Aktive Netzwerkmitglieder

Heizung-Sanitär Potthoff, Luckenwalde,

Tischlerei Michael Kohl, Jüterbog,

Tischlerei Düsterhöft, Sperenberg,

Tischlerei Dirk Schulze, Dobbrikow,

Sanimed GmbH, Ludwigsfelde, und

Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming.

Tischler Michael Kohl beklagte, dass es oft nur Förderung für ganzheitliche Projekte gibt. Doch viele wollen „wegen eines kleinen Problems“ nicht gleich das ganze Haus umbauen. Abhängig von der individuellen Situation und dem Krankheitsbild muss auch vorausschauend geplant werden.

Barrierefreiheit als Teil der Lehrlingsausbildung

Aus dem Netzwerk kam zusätzlich die Forderung nach einem generellen Umdenken. Neubauten sollten bereits ohne Barrieren errichtet werden, sodass schon der Kinderwagen problemlos ins Haus kommt und nicht erst der Rollator im hohen Alter. Vilma Trempler setzt außerdem auf die engere Arbeit mit den kommunalen Behindertenbeiräten sowie auf die Integration des Themas Barrierefreiheit in die Ausbildungspläne.

www.barrierefreies-bauen-teltow-flaeming.de

Von Gerald Bornschein

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