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Sprachlos aber nicht stumm

Luckenwalde/Trebbin Sprachlos aber nicht stumm

Mit den Mitteln des Films und des Schauspiels stellen 14 jugendliche Flüchtlinge, die in Trebbin betreut werden, ihre neue Lebenssituation dar. Der Titel des Kurzfilms lautet „Sprachlos in Teltow-Fläming“. Doch es geht auch ohne gute Sprachkenntnisse. Insofern sind die Jungen nicht stumm. Bei der Premiere im Kreishaus ernteten sie starken Beifall für ihr Werk.

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Internationale Spezialitäten konnte man am Büffet kosten.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. „Sprachlos in Teltow-Fläming“, so heißt der Titel eines zwölfminütigen Kurzfilms, den die ohne Begleitung Erwachsener geflohenen Kinder und Jugendlichen gedreht haben, die seit einiger Zeit in einem speziellen Heim in Trebbin untergebracht sind. Der Film wurde am Mittwochabend im Kreistagssaal des Kreishauses in Luckenwalde uraufgeführt und erntete einen unerwarteten, aber für alle Beteiligten erfreulichen starken Applaus, der die Jugendlichen vor Stolz fast platzen ließ.

Betreuung vom Jugendwerk

Betreut werden sie vom Evangelischen Jugendwerk Teltow-Fläming. Dort hat man nach einer Ausdrucksmöglichkeit gesucht, mit der die jungen Leute ihre neue Lebenssituation schildern können. Da dies sprachlich (noch) sehr schwierig ist, versuchte man es mit gestischem statt sprachlichem Ausdruck und das mit Hilfe des Films und des Schauspiels. So sind die Akteure zwar weitgehend sprachlos, aber eben nicht stumm.

Professionelle Unterstützung erhielten die 14 Jugendlichen von einem Theaterregisseur, einer Schauspielerin und einem Kameramann. Von ihnen lernten die Jungen auch, wie man mit der Technik umgeht. So drehten, schnitten und vertonten sie ihren Film selbst.

Erinnerungen an Krieg

Die dort gezeigte Wahrnehmung ihrer neuen Lebenswelt ist deutlich geprägt von ihren Erinnerungen an Krieg, Verfolgung und Flucht. Immer wieder kommen die alten Bilder hoch. Die verloren gegangene elterliche Geborgenheit lässt sie nach neuem Schutz suchen, wie eine beeindruckende Szene zeigt. Dort übernachten sie gemeinsam auf einem Steinfeld und halten sich dabei an den Händen fest. Aber nicht nur Rückblicke zeigt der Film, sondern eben auch die Gegenwart im Heim, in der Schule, beim Fußballspielen, beim Werkeln in der Produktionsschule in Ludwigsfelde. „Für die Jungs gibt es zwar ein Ankommen“, sagt Heimleiterin Maria von Schrötter, „aber es gibt für sie kein unbelastetes Dasein.“

Applaus tat den Seelen gut

Da tat es ihren Seelen gut, als sie den riesigen Applaus wahrnahmen, denn wie alle Anfänger zweifelten sie am eigenen Produkt. Schon das Interesse war riesig. Rund 200 Menschen waren gekommen: jugendliche Flüchtlinge aus anderen Einrichtungen, Klassenkameraden, Freunde, Betreuer. Nach der Premiere gab es noch ein tolles Büffet, das die Trebbiner Herbergseltern mit ihnen „gezaubert“ hatten.

Der Film, der vom Bündnis für Brandenburg gefördert wurde, soll weiter gezeigt werden, so Maria von Schrötter, insbesondere in Schulen und Jugendklubs. Bei Interesse: ria-vonschroetter@jugendwerk-tf.de

Von Hartmut F. Reck

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