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Sprachvorbild aus Portland

Jüterbog Sprachvorbild aus Portland

Die Amerikanerin Hanna Nightingale arbeitet für ein Jahr als Fremdsprachenassistentin am Goethe-Schiller-Gymnasium in Jüterbog und belebt so den Englischunterricht. Denn neben den typischen Grammatikübungen klärt sie ihre deutschen Schüler über die amerikanische Kultur auf.

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Hanna Nightingale bereitet ihre spezielle Kulturstunde zum Thema „Halloween“ vor.

Quelle: foto: Isabelle Richter

Jüterbog. Am Montag ging es für die Schüler des Goethe-Schiller-Gymnasiums in Jüterbog in die zweiwöchigen Herbstferien. Da mitten drin liegt der 31. Oktober. Für Hanna Nightingale hat dieser Tag eine besondere Bedeutung – denn sie ist Amerikanerin.

In den USA ist Halloween ein beliebtes Fest

Im Heimatland der Fremdsprachenassistentin am Jüterboger Gymnasium herrscht an Halloween Ausnahmezustand. Grabsteinattrappen im Vorgarten und die Suche nach dem perfekten Kostüm – wochenlang bereiten sich Amerikaner auf diesen Tag vor.

In Deutschland ist der Rummel um das Fest vergleichsweise bescheiden. „Hier ist das eher was für die Kleinen“, weiß Hanna inzwischen von ihren deutschen Schülern. Kurz vor den Ferien zeigte die 22-Jährige ihnen deshalb, wie die Gruselnacht traditionell bei ihr zu Hause in Portland im Bundesstaat Oregon gefeiert wird.

Denn zu ihrer Aufgabe gehört nicht nur das Pauken der englischen Aussprache und Grammatik. Auch kulturelle Themen soll sie während des Assistenzjahres vermitteln. So steht es in den Bedingungen ihres Stipendiums.

Fulbright-Programm sucht auch Deutsche

Das Fulbright- Programm vergibt nicht nur Stipendien für Amerikaner. Auch Deutsche können sich als Fremdsprachenassistenten für den Deutschunterricht an einer kleineren amerikanischen Hochschule bewerben.

Die Unterrichtsver pflichtung beträgt 15 bis 20 Zeitstunden pro Woche. Ziel ist es, bei amerikanischen Studenten Interesse für die deutsche Sprache und Kultur zu wecken. Voraussetzung für ein Stipendium ist ein Studium im Bereich Englisch/American Science. Bewerber mit dem Berufsziel Lehramt werden bevorzugt berücksichtigt. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 1. November.


Weitere Informationen auf www.fulbright.de

Hanna Nightingales neunmonatiger Aufenthalt in Deutschland wird vom Fulbright-Programm finanziert. Dort bewarb sie sich, nachdem sie ihr Studium in Politikwissenschaft an der University of Portland abgeschlossen hatte. „Ich mag Deutschland und hatte während meines Studiums auch ein bisschen Deutschunterricht. Es ist eine schöne Möglichkeit, mit den Schülern zu üben“, sagt sie.

Die Muttersprachlerin ist eine Bereicherung für alle Seiten

Die Amerikanerin träumt davon, selbst einmal als Lehrerin an einem Gymnasium zu arbeiten. Genau wie Lisa Hielscher.

Die Englischlehrerin nimmt Hanna Nightingale das gesamte Schuljahr mit in ihren Unterricht. Schon jetzt ist sie begeistert von der selbstbewussten Assistentin. „Eine bessere Unterstützung kann ich mir kaum vorstellen“, sagt sie. Die Schüler seien im Unterricht mit Hanna Nightingale besonders aufmerksam. „Wenn ein Muttersprachler ihnen etwas erklärt, was er selbst lebt, ist das für die Schüler etwas ganz anderes“, sagt Lisa Hielscher.

Ellen Schilling sieht das genauso. „Ich finde, sie macht es super gut. Sie ist immer fröhlich und hat eine ganz andere Aussprache“, schwärmt die Neuntklässlerin vom Unterricht mit der Portlanderin.

Ihr Lieblingsplatz ist ein Restaurant in Berlin-Mitte

Hanna Nightingales neues zu Hause liegt in Berlin-Wedding. Nach Jüterbog pendelt sie mit dem Zug. „Ich finde Berlin super“, sagt sie. In ihrer Freizeit trifft sie sich gern mit anderen Fremdsprachenassistenten des Fulbright-Programms in den Restaurants und Cafés der Hauptstadt.

Ihr Lieblingsplatz ist das „House of Small Wonder“ in Mitte. Ein deutscher Ableger des ursprünglich in Williamsburg, New York, gegründeten Restaurants. Die Trennung von ihrer Heimat sieht sie gelassen.

Die Deutschen sind authentischer

Im Vergleich mit den USA gibt es für sie kaum Unterschiede. „Beide Völker sind sehr freundlich und offen. Die Deutschen sind vielleicht authentischer. Hier gibt es weniger Smalltalk. In Amerika fragen wir zwar oft ,Wie geht’s?’, aber keiner meint es wirklich ernst“, erzählt sie.

Kulturelle Erfahrungen hat die junge Frau bei früheren Besuchen in Deutschland schon gemacht. „Die Christkindlmärkte sind super“, sagt sie mit Vorfreude.

Von Isabelle Richter

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