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Spur der Verwüstung durch Wildschweine

Rangsdorfer Garten umgegraben Spur der Verwüstung durch Wildschweine

Ein solches Ausmaß der Zerstörung hat auch Jäger Hans-Joachim Fetzer noch nicht gesehen. Im Garten von Dirk Friedrich aus Rangsdorf haben Wildschweine den kompletten Rasen verwüstet. Die Tiere haben derzeit Nachwuchs und sind deshalb besonders intensiv auf Futtersuche. Doch es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen.

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Der Rasen von Dirk Friedrich ist nur noch ein Stoppelfeld.
 

Quelle: Zielke

Rangsdorf.  An diesen Anblick wird Dirk Friedrich noch lange denken. Als er in der vorigen Woche morgens in seinen Garten schaute, traute er seinen Augen nicht. Wildschweine hatten in der Nacht seinen Garten heimgesucht und ganze Arbeit geleistet. Der Rasen besteht nur noch aus Grasbüscheln.

„Ich war fassungslos“, sagt er. Obwohl sein Schlafzimmer nach hinten zum Garten liegt, hat er von dem nächtlichen Besuch nichts mitbekommen. Seelenruhig haben die Wildschweine die 500 Quadratmeter große Rasenfläche umgepflügt – auf der Suche nach Nahrung.

Wildschweine kamen vermutlich aus der Zülowniederung

Wildschweine sind in Rangsdorf nicht selten. Gerade an der Winterfeldallee, in der Friedrich wohnt, sieht man sie oft. Der Hausbesitzer vermutet, dass die Tiere aus den sumpfigen Wäldern der Zülowniederung kamen, die hinter seinem Grundstück liegt. Über die Nachbargrundstücke und ein Loch im Zaun fanden sie den Weg zu ihm.

Um den Rasen wieder zu einer ansehnlichen Fläche zu machen, hat Dirk Friedrich die Gras-Stoppeln mittlerweile abgeharkt – in Eigenleistung. Eine Firma hätte für Rollrasen etwa 4000 Euro verlangt. „Zum Glück ist die Bewässerungsanlage heil geblieben", sagt er. Damit er eine solche Überraschung nicht noch einmal überlegt, will er nun den Zaun rund um sein Grundstück dicht machen.

Würmer und Larven sind eine Delikatesse für Wildschweine

Dies, sagt Jagdpächter Hans-Joachim Fetzer, ist auch das einzige wirksame Mittel, um Wildschweine fern zu halten. Haben die Tiere einmal eine erfolgreiche Futterstelle ausgemacht, kommen sie immer wieder. Gerade jetzt seien die Tiere besonders aktiv. Die Bachen müssen ihre Frischlinge versorgen. Um möglichst viel Milch für den Nachwuchs zu haben, brauchen die Muttertiere eiweißreiches Futter. Da kommen ihnen die Würmer und Larven in den Gärten der Menschen gerade recht. „Das ist wie eine Delikatesse“, sagt Hans-Joachim Fetzer. Eine Verwüstung wie im Fall von Dirk Friedrich habe er auch noch nie gesehen. Als Jäger seien ihm im Ort die Hände gebunden. Schießen darf er nicht. Zu groß ist die Gefahr, dass Menschen oder Gegenstände getroffen werden.

Die Einwohner könnten aber einiges dafür tun, dass ihr Grundstück unattraktiv für Wildtiere ist. Weil viele ihre Abfälle über den Zaun in den Wald werfen, ist der Tisch dort für Wildschwein und Co. reich gedeckt. Neben einem stabilen Zaun sei ein Vergrämungsmittel eine Möglichkeit, für Ruhe zu sorgen. Baumwolltücher mit einer nach menschlichem Schweiß riechenden Flüssigkeit schrecken ab – zumindest für vier bis sechs Wochen, dann muss die Flüssigkeit erneuert werden. Fetzer warnt davor, sich den Tieren zu nähern: „Sie sind Mütter,die ihre Kinder verteidigen.“ Gegen eine bis zu 90 Kilogramm schwere Bache könne der Mensch nur verlieren.
 

Von Christian Zielke

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