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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlung ein

Kahlschlag in Genshagen Staatsanwaltschaft stellt Ermittlung ein

Der Anfang 2015 erfolgte Kahlschlag von rund drei Hektar Erlenbruchwald auf EU-Schutzgebiet im Genshagener Busch wird nicht weiter strafrechtlich untersucht. Die Naturfreunde Brandenburg wollen sich mit dem Frevel nicht abfinden und kämpfen für ein Beschwerderecht.

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Der gerodete Erlenwald Anfang 2015.

Quelle: Privat

Genshagen. Der Kahlschlag von rund drei Hektar Erlenbruchwald auf EU-Schutzgebiet Anfang 2015 im Genshagener Busch wird nicht weiter strafrechtlich untersucht. Der Verein „Die Naturfreunde Brandenburg“ informiert, dass die Staatsanwaltschaft Potsdam die Ermittlung dazu einstellte. Doch damit finde man sich nicht ab, heißt es in einer Mail an die Redaktion.

Weil der Naturschutzverband nicht geschädigt wurde, könne er in diesem Verfahren nichts mehr unternehmen, heißt es. Die Natur als Lebensgrundlage sei schlechter geschützt als jemand, der sich beleidigt fühlt, schreibt die amtierende Vorsitzende Grit Gehrau. Die Natur brauche einen Anwalt. „Wir fordern, dass hier endlich ein Beschwerderecht für anerkannte Naturschutzverbände eingeführt wird“, so Gehrau weiter.

Der Wald ist besonders geschütztes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet

Bei dem Wald handelt es sich um ein nach EU-Recht besonders geschütztes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH). Auf solchen Gebieten herrscht ein „Verschlechterungsverbot“, das heißt, Handlungen, die Schutz und Erhaltung eines FFH-Gebietes zuwider laufen, sind verboten. Nach Hinweisen von Anwohnern hatten die „Naturfreunde“ im Mai 2015 wie berichtet Strafanzeige erstattet.

Zwischenzeitlich war die Fläche zwar wieder mit Erlen aufgeforstet worden. Doch Gehrau schreibt: „Das fragile Ökosystem Erlenbruchwald war jedoch nachhaltig geschädigt. Mehr als halbmetertiefe Fahrspuren im Moorboden haben die erlenwaldtypische Flora auf Jahrzehnte gestört.“ Ende Mai habe die Staatsanwaltschaft Potsdam die Naturfreunde Brandenburg informiert, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt würde, weil keine erhebliche Beeinträchtigung eines FFH-Lebensraumtyps und folglich auch keine Straftat vorlägen. Es handle sich vielmehr um eine Ordnungswidrigkeit nach brandenburgischem Naturschutzgesetz, deshalb habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren zur Ahndung an die zuständige Behörde des Landkreises Teltow-Fläming abgegeben, heißt es im Schreiben der Naturfreunde.

Die Naturfreunde würden sich mit dieser Begründung zur Einstellung des Strafverfahrens nicht zufrieden geben. „Hier wurde in einem jahrelangen Verfahren ein Schutzgebiet identifiziert, untersucht, dokumentiert und letztendlich von der EU-Kommission anerkannt. Es entsteht der Eindruck, dass im Ernstfall der Schutzstatus ohne weiteres aufgehoben werden kann“, so Gehrau. Dennoch freue sich der Verein und sehe den Schritt als Etappensieg. „Wir werden das Verfahren vor der Ordnungsbehörde weiter begleiten“, kündigt die Vorsitzende an.

Von Jutta Abromeit

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