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Teltow-Fläming Staatssekretär lobt Jugendberufsagentur
Lokales Teltow-Fläming Staatssekretär lobt Jugendberufsagentur
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04:35 10.11.2016
Staatssekretär Thomas Drescher (3.v.r.) im Gespräch mit Landrätin Kornelia Wehlan (4.v.r.) und Jugendberufsberaterinnen. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Als Quantensprung bei der Betreuung von Jugendlichen bezeichnete der studierte Chemie- und Geografielehrer und ehemalige Schulleiter Thomas Drescher die Einrichtung von Jugendberufsagenturen. Seit zwei Jahren ist der parteilose Praktiker Staatssekretär im brandenburgischen Bildungsministerium. Am Mittwoch besuchte er die Jugendberufsagentur (JBA) Teltow-Fläming.

Gemeinschaftsbehörde mehrerer Ämter

Dort traf er sich mit Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) und Mitarbeitern des Sozialamts, des Jugendamts, der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Sie vertreten die Behörden, die sich in der JBA um Berufsberatung, Arbeits- und Ausbildungsvermittlung der Jugendlichen kümmern und bei sozialen und familiären Problemen helfen. „Allein das räumliche Zusammensein, die kurzen Wege über den gemeinsamen Flur vereinfachen und verbessern die Zusammenarbeit“, sagte Jobcenter-Chefin Annett Sonnenburg.

Tipp vom Staatssekretär wird schon praktiziert

„Das war ein guter und richtiger Schritt“, sagte Landrätin Wehlan, die sich freute, „dass wir erstmals die Ministerialebene bei uns haben“. Dabei kehrte Drescher weniger den Staatssekretär heraus, sondern zeigte sich als erfahrener Berufspraktiker. Auch wenn die Jugendlichen weniger Schwellenängste hätten, zu einer solchen Jugendberufsagentur zu gehen als beispielsweise zum Arbeitsamt oder gar zum Sozial- oder zum Jugendamt, gab Drescher den Tipp, dass man gerade bei jungen Migranten überlegen sollte, sie mit mobilen Einrichtungen in ihren Schulen aufzusuchen. „Das machen wir doch längst“, gab Berufsberaterin Katja Gast zurück, „wir fahren ja nicht nur in die Schulen, sondern auch gezielt in die Heime.“

Drescher: Jugendlichen sollen nicht „auf der Couch herumliegen“

Doch nicht nur ausländische, sondern auch einheimische Schüler drohen schon während oder nach der Schulzeit ins Abseits zu geraten. „Wir können es uns nicht leisten“, sagte Drescher, „dass die Jugendlichen auf der Couch herumliegen und dafür noch Sozialleistungen beziehen.“ Wenn sich alle Seiten bemühten, sei diese Klientel nicht verloren, so der Staatssekretär.

Stolz wies Wehlan darauf hin, dass Teltow-Fläming zwar nicht der erste Landkreis Brandenburgs mit einer Jugendberufsagentur sei, dafür aber der erste mit zwei Standorten – und zwar in Luckenwalde und in Zossen. „Deshalb weiß ich auch, wo ich hier die Jugendlichen hinschicken kann“, sagte Schulrat Christoph Kürschner, „in Brandenburg/Havel weiß ich das nicht.“

Bei aller Freude über die Fortschritte machen Drescher die knapp zehn Prozent Schul- und 30 Prozent Ausbildungsabbrecher Sorgen: „Da müssen wir noch besser werden.“

Von Hartmut F. Reck

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