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Stadt erwägt weiteren Kita-Neubau

Luckenwalde Stadt erwägt weiteren Kita-Neubau

Die Kitas in Luckenwalde sind an ihrer Kapazitätsgrenze, Kitaplätze sind Mangelware. Der geplante Neubau der Evangelischen Kita lässt noch auf sich warten. Deshalb denkt die Stadt über einen weiteren Kita-Neubau nach.

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Symbolbild: Es wird eng in Luckenwalder Kitas..

Quelle: dpa

Luckenwalde. Chronischer Kitaplatzmangel veranlasst die Stadt Luckenwalde derzeit, über neue Alternativen nachzudenken. Einen Arbeitsbericht dazu stellte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) in der Stadtverordnetensitzung vor. Wie viele Kitaplätze tatsächlich fehlen beziehungsweise künftig benötigt werden, ist für die Stadt nur schwer ermittelbar. „Wir können die Jahrgangsstärke geborener Kinder feststellen, nicht jedoch den tatsächlichen Bedarf an Kitaplätzen“, sagte Herzog-von der Heide. Es gebe zwar das Recht auf einen Kitaplatz, nicht aber die Pflicht zur Nutzung.

Fest steht: In den vergangenen Jahren war der Bedarf höher als laut Kita-Entwicklungsplanung prognostiziert. Für 2017 geht man von 480 benötigten Plätzen bei Kindern bis drei Jahre aus, von 482 Plätzen für Drei- bis Sechsjährige und von 946 Plätzen im Hortbereich. Fest steht laut Herzog-von der Heide auch: „In allen Kitas ist die Höchstkapazität erreicht.“ Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass zum kommenden Schuljahr ein starker Kita-Jahrgang in die Schule wechselt. 194 Abc-Schützen sind derzeit gelistet, die Zahl der Rücksteller wird aber erst Ende Mai feststehen. „Erst danach ist klar, wie viele Plätze in den Kitas frei werden“, so Herzog-von der Heide weiter.

Baugenehmigung für Evangelische Kita erteilt

Für den geplanten Neubau der Evangelischen Kita ist die Baugenehmigung Anfang Februar erteilt worden. Die Zahl von bislang 42 Betreuungsplätzen wird sich dann auf 90 erhöhen. Kita-Leiterin Viola Horn kann es kaum erwarten. „Langsam fängt es hier im Haus an zu bröckeln“, sagte sie gestern der MAZ. Außerdem hat sie derzeit 30 Eltern auf der Warteliste. Doch zum einen ist es fraglich, ob der Neubau noch in diesem Jahr fertig wird; zum anderen wird auch er den Fehlbedarf nicht komplett kompensieren können.

Deshalb trägt sich die Stadt mit Gedanken an einen weiteren Kita-Neubau. Laut Herzog-von der Heide liegen derzeit die Kosten pro neu zu schaffenden Kitaplatz bei 37 000 Euro. „Man kann also nicht fröhlich entscheiden, wir machen das. Man muss es auch bezahlen können“, sagte sie. Die Kosten allein aus dem Stadthaushalt zu stemmen, sei unmöglich. Fördertöpfe sollen angezapft werden. Das Stadtumbauprogramm fördert allerdings nur den Umbau vorhandener „alter“ Bausubstanz, was sich meist mit dem Anspruch an eine eingeschossige Bauweise für eine Kita nicht deckt.

Investitionen in Kitaplätze

7,238 Millionen Euro hat die Stadt von 2012 bis 2016 investiert, um die Kapazitäten in den Kitas zu erhöhen. Weitere 2,461 Millionen Euro werden in den Neubau der Evangelischen Kita investiert.

227 neue Kitaplätze wurden in den vergangenen fünf Jahren geschaffen.

Als Grundstücke für einen weiteren Kita-Neubau kommen in Betracht: der Blockinnenbereich Haag/Käthe-Kollwitz-Straße sowie Teilflächen am Mozartplatz, Schützenplatz und an der Festwiese.

Zur Überbrückung wird die Anmietung von Containern geprüft.

„Aber ein neues Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung ist in der Pipeline“, stellte Herzog-von der Heide in Aussicht. Der Bundestag berate derzeit über ein Nachfolgeprogramm zur Schaffung von Kitaplätzen bis zum Schuleintritt. Das Land Brandenburg erwarte einen Zuschuss von 35 Millionen Euro und wolle diesen um weitere 20 Millionen Euro aufstocken. „Teltow-Fläming könnte laut Quote 3,685 Millionen Euro abbekommen“, so Herzog-von der Heide.

Run auf das Fördergeld wird erwartet

Zwar erwartet sie aus den Kommunen einen Run auf das Fördergeld und Luckenwalde wurde für den Neubau der Evangelischen Kita bereits großzügig gefördert, aber sie sieht auch große Chancen: „Unserer Stadt wurden vom Landkreis überdimensional viele Flüchtlingsfamilien zugewiesen, deren Kinder auch einen Kitaplatz brauchen.“

Bis zur möglichen Förderantragstellung will die Stadt nun Vorlauf schaffen, zum Beispiel geeignete Grundstücke aussuchen, Machbarkeitsstudien in Auftrag geben oder Architekten auswählen.

Von Elinor Wenke

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