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Stadt plant zusätzliche Kitaplätze durch Anbauten

Luckenwalde Stadt plant zusätzliche Kitaplätze durch Anbauten

Kitaplätze sind in Luckenwalde Mangelware. Durch Anbauten an zwei Einrichtungen will die Stadt die prekäre Situation entschärfen und bis zum Herbst 2018 insgesamt 75 zusätzliche Plätze schaffen.

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35 zusätzliche Plätze könnten mit einem Anbau an der Kita „Rundbau“ in der Arndtstraße entstehen.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Fehlende Kitaplätze sind in Luckenwalde eines der meistdiskutierten Themen. So machten in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten mehrere junge Eltern verzweifelt auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Weil sie keine Aussicht auf einen Kitaplatz haben, können sie nicht wie geplant in ihren Job zurückkehren.

Mit einem Anbau an der Kita „Sunshine“ in der Straße zum Freibad sind 40 zusätzliche Kitaplätze geplant

Mit einem Anbau an der Kita „Sunshine“ in der Straße zum Freibad sind 40 zusätzliche Kitaplätze geplant.

Quelle: Elinor Wenke

Mit einem Maßnahmeplan will die Stadt in den nächsten Monaten die angespannte Situation entschärfen. Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) stellte am Dienstagabend ihre Ideen vor. „Anbau statt Neubau“ heißt die Devise. So sollen an der Kita „Sunshine“ (bisher 140 Plätze) und an der Kita „Rundbau“ (101 Plätze) zusätzliche Gebäude angebaut werden. „Man kann die Infrastruktur der bestehenden Kita nutzen, was die Kosten reduziert“, beschrieb Herzog-von der Heide einen Vorteil. Außerdem sei es leichter, Personal zu gewinnen, wenn ein bestehendes Team mit erfahrener Leitung existiert.

Während beim „Rundbau“ein neues Gebäude durch einen Glasgang mit dem Haupthaus verbunden werden soll, ist bei der Kita „Sunshine“ geplant, den Anbau direkt an den Flur des Hauptgebäudes anzubinden. Für die Einrichtung in der Straße zum Freibad erhofft man sich einen Zugewinn von 40 Plätzen, in der Arndtstraße von 35 Plätzen.

Geschätzte Gesamtkosten: 1,5 Millionen Euro

„Pi mal Daumen“ rechnet die Bürgermeisterin mit Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro, die durch einen Haushaltsüberschuss, eine Mehrausschüttung der Stadtwerke und Restmittel des Feuerwachenbaus zunächst mit 900 000 Euro gedeckt werden könnten. Außerdem will die Stadt Fördermittel einwerben.„Aber selbst bei optimierten Prozessabläufen werden die zusätzlichen Plätze nicht vor September 2018 verfügbar sein“, gab Herzog-von der Heide zu bedenken.

Deshalb schlägt sie eine Container-Zwischenlösung an der Kita „Sunshine“ vor. Zwei Gruppenräume, ein Mehrzweckraum mit Küche und Sanitäranlagen sollen Platz für 30 Kinder schaffen. Angestrebte Eröffnung wäre im November 2017. Der finanzielle Aufwand wird auf 125 000 Euro geschätzt.

CDU-Stadtverordnete fühlen sich überrumpelt

Die CDU-Stadtverordneten fühlen sich schlecht informiert und von den Plänen überrumpelt. Der Bürgermeisterin werfen sie vor, ihren „Plan B“ geheim gehalten zu haben, statt den Fachausschuss einzubeziehen. „Die Sitzung des Bildungsausschusses ist ausgefallen“, monierte Nadine Walbrach (CDU), „stattdessen konnte man auf Facebook von den Anbau-Plänen lesen.“ Ihr Fraktionskollege Sven Petke vermutet parteipolitisches Kalkül vor der Bürgermeisterwahl.

Margitta Haase (Linke) hingegen forderte: „Angesichts der Dringlichkeit sollten wir nicht empfindlich und beleidigt reagieren, sondern sachlich diskutieren.“ Christoph Guhlke (CDU) will wissen, ob die Zusatzplätze ausreichen. „Diese Plätze sind am schnellsten zu realisieren“, sagte Herzog-von der Heide.

In einem separat beschlossenen Antrag fordert die CDU/FDP-Fraktion unter anderem eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen und eine gemeinsame Software für Kommunen, den Landkreis und die Träger, um Bedarf und Kapazität an Kitaplätzen abzugleichen.

Von Elinor Wenke

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