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Teltow-Fläming Stadtführer im historischen Gewand
Lokales Teltow-Fläming Stadtführer im historischen Gewand
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04:40 28.07.2016
Martina Krähe (r.) ist selbst als Stadtführerin unterwegs und wird die Schulung ihrer künftigen Kollegen übernehmen. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

„Stadtbilderklärer“ lautete früher die wenig poetische Bezeichnung von Menschen, die Touristen durch ihren Ort führen, „Stadtführer“, wie man sie heute nennt, klingt da schon besser. Jede Menge davon wird Jüterbog spätestens im nächsten Jahr brauchen. Denn das Reformationsjubiläum wird sicher auch jene Stadt ins Licht der Öffentlichkeit rücken, wo der Dominikaner-Mönch und Ablassprediger Johann Tetzel den Reformator Martin Luther einst erzürnte.

Idee aus dem Heimatverein

„Seitens der Stadt haben wir uns schon lange über mehr Stadtführer Gedanken gemacht“, sagt Jüterbogs Marketingbeauftragte Kathrin Burghard. Bei einer Ausschusssitzung brachte Stadtverordnetenvorsteher Falk Kubitza (SPD) kürzlich den Gedanken ins Spiel, den Heimatverein Jüterboger Land, dessen Vizechef er ebenfalls ist, mit ins Boot zu nehmen und interessierte Mitglieder zu Stadtführern auszubilden.

Sieben Heimatfreunde fanden mittlerweile Gefallen an der Idee. Am Mittwoch trafen sie sich im Kulturquartier mit Martina Krähe, die in der Stadt für Tourismus zuständig ist und den Einsatz der Stadtführer koordiniert, um Details ihrer künftigen Arbeit als Stadtführer und der dazugehörigen Schulung zu besprechen.

Begeisterung und Verunsicherung

Fast ebenso groß wie die Begeisterung für diese Aufgabe, war die Verunsicherung, ob man dem gewachsen sei. Fast jeder in der Runde hat schon als Tourist in anderen Orten an Führungen teilgenommen und dabei die Erfahrung gemacht, dass man dabei auch leicht von der Vielzahl an historischen Daten erschlagen werden kann.

Hintergrund

Stadtführer gibt es in Jüterbog zwar schon lange, aber leider nicht in ausreichender Zahl. Derzeit teilen sich sechs Jüterboger diese Aufgabe.

Einziges regelmäßiges Angebot ist jeden Mittwoch um 14 Uhr die öffentliche Stadtführung. Geplant ist, diese künftig auch am Wochenende anzubieten.

Buchbar sind thematische Sonderführungen zur Militär- und Kirchengeschichte, sowie Führungen für Kinder.

Etwa 70 dieser Führungen gibt es derzeit pro Jahr.

„Das Gros der Gäste möchte viel lieber eine unterhaltsame Führung, anstatt unendlich vieler Fakten“, plauderte Krähe aus dem Nähkästchen ihrer eigenen Erfahrungen. „Eine von mir erarbeitete Broschüre enthält in kurzer Form alle wichtigen Daten. Wenn sie die kennen, haben sie ein Grundgerüst, an das sie sich halten können“, bekämpfte sie die anfängliche Skepsis. Erste Lektion der Stadtführerschulung soll Mitte September ein gemeinsamer Stadtgang sein. „Danach kann es jeder mal selbst probieren und bekommt Hilfestellung, so lange er sie braucht“, so Krähe weiter.

Die Idee, dass jeder künftige Stadtführer in eine historische Rolle schlüpft, kam in der Runde gut an. Falk Kubitza kann sich die Tetzel-Rolle gut vorstellen. Die sagenumwobene „Weiße Frau“ und andere Figuren sind noch zu vergeben.

Von Uwe Klemens

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